Ein Weg beginnt

So beginnt etwas, so geschieht das Zum-Glauben-Kommen oft. Da war etwas, was nicht weiterführte, eine Krise, ein Stück Weg, das man nicht gestalten konnte, weil die Logik des bisherigen Lebens da nicht durchführen konnte. Und wenn es vorbei ist, ist da eine neue Grundlage, eine neue Logik hat sich etabliert. Es ist wie eine neue Geburt, ein neuer Anfang. Und es ist der Anfang eines gemeinsamen Weges. Das Ich hat das Du gefunden. Es beginnt ein inneres Gespräch, ein Leben im Gebet. Weiterlesen

Im Buch Hiob treffen sich Gott und Satan vor dem Vorhang zu einem Gespräch, bevor das Stück losgeht. Im Stück, da fallen die Hiobs-Botschaften, da ist nichts sichtbar, was noch helfen kann. Aber vor dem Stück, vor dem Vorhang: ist da noch etwas zu finden, was weiterführt? Weiterlesen

Ich sitze beim Arzt im Wartsaal. Ich mag nicht lesen. Der Bibeltext, den ich heute Morgen gehört habe, hallt noch in mir nach. Wuchtig sind seine Worte wie Schläge: «Wir haben einen Bund mit der Unterwelt gemacht.» Da sind Übeltäter. Sie verbreiten Unrecht und Gewalt. Feinde fürchten sie nicht. Wer sollte sie zur Verantwortung ziehen? Weiterlesen

Die Welt spinnt, sie ist aufgewühlt an allen Fronten. Und oft hat man das Gefühl, dass das Aufwühlen mit Bedacht geschieht oder mit Lust. Dass es nicht so sehr ein Unfall sei als ein Wechsel, eine neue Richtung, eine neue Strategie, wie man seine Pläne ins Trockene bringt. Weiterlesen

Ich war über Pfingsten auf dem Grab meiner Eltern. Es liegt ausserhalb der Grossstadt, ich war nicht viel dort. Ich hatte das Gefühl, sie seien dort nicht am richtigen Ort. Sie waren nach der Pensionierung weggezogen, vom Ort, wo sie jahrelang gelebt, wo sie ein Geschäft aufgebaut und Kinder aufgezogen hatten, wo sie ihren Lebensmittelpunkt hatten. Weiterlesen

Ich habe mein halbes Leben mit Psalmen gelebt. Noch heute höre ich jeden Morgen einen Psalm. Aber seitdem die Aggression im Nahen Osten eskaliert, haben Psalmen einen anderen Ton für mich angenommen. Weiterlesen

Tauschen scheint das Friedlichste, was es gibt. Aber nicht, wenn Elfenbein gegen Glasperlen getauscht werden oder gegen Schnaps. Doch gibt es immer wieder Schlaumeier, die mit Talmigold bezahlen. Auch die Kulturgeschichte kennt solche Tauschverhältnisse und auch die Religion ist betroffen. Seit Jahrhunderten werden ihre Werte angeeignet und durch billige Imitate ersetzt. Ist Religion eine Kolonie? Oder gibt es auch hier eine Entkolonisierung, wie in der Politik der 50er Jahre? Weiterlesen

«Wie kann man sich im Glauben bereithalten für das, was kommt?» So fragte ich mich 2011 in der Krise des Welt-Finanz-Systems. «Was machen wir, wenn die Ängste wahr werden aus all den Krisen- und Katastrophen-Szenarien, die in den Medien kursieren?» Zwei Monate später gab ich mir eine Antwort. «Nötig ist in der Kirche: Uns nicht nur bereithalten, wenn die Krise kommt, wenn das, was sich schon lange ankündigt, auch bei uns spürbar wird, sondern realistische Szenarien entwerfen.» So sollten diffuse Ängste durchbrochen und das Handeln erleichtert werden.

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Ich bin noch nicht gewohnt, von seinem Tod zu erzählen. Gestern war ein Besuch da, da habe ich Formulierungen erprobt. Bei seinem Tod habe ich etwas erfahren, was mich nicht traurig machte, sondern mir Mut und Lebensfreude gab, die Einsicht: Das ist mein Tod, darum ist es auch mein Leben. Weiterlesen

Viele Menschen können heute mit dem Pflicht-Begriff, mit dem wir Älteren aufgewachsen sind, nichts mehr anfangen. Es geht nicht mehr in erster Linie um das Sollen, sondern um das Wollen. Das Problem ist aber nicht nur, dass wir nicht können wie wir sollen, sondern dass wir uns beim besten Willen verfehlen können. Weiterlesen