Schlagwortarchiv für: Glaube

Der Pessimismus kann aber auch ansteckend sein. Die schlechten Nachrichten überbieten sich. Ich habe die christliche Lebensführung total vernachlässigt. Ich habe mich überhaupt gehen lassen, wie ein Mensch, der an nichts glaubt. Als ob ich fasziniert und geblendet wäre von dem, was ich vor mir sehe und das wäre nur der Abgang in die Tiefe. Weiterlesen

Bevor sich die Erinnerung verflüchtigt und alle Dinge sich ins Dingsda-Land zurückziehen, gehe ich nochmal durch meinen Garten. Da gibt es Kartoffeln, Sellerie und Karotten. Und diese kleinen Blümchen, die eingewandert sind. Wie heissen sie noch gleich? Weiterlesen

Kann man Glauben lernen? Offenbar verlangt es, gegensätzliche Dinge zu vereinbaren. Der Mensch hat die Bedingungen seines Daseins nicht in der Hand. Er kann dieses also nicht herstellen oder kontrollieren, er kann nur dankbar das Geschenk des Lebens annehmen. Und doch sieht er sich aufgefordert, sein Leben zu verantworten, als ob er es in Händen hätte. Weiterlesen

Damals wollte ich nur noch widerlich und unnütz sein – als Gegenkraft zu dem „Braven Kind, das ich war. Dieses will sich die Anerkennung anderer Menschen holen, indem es ihre Erwartungen errät und vorauseilend befolgt. Widerlich sein zu können, das war eine Qualität, die mir fehlte. Wie bewundernswürdig ruht ein Mensch in sich selbst, der sich um die Meinung der andern nicht kümmert! Unnütz sein zu können, dazu musste man schon das Selbstwertgefühl eines Königs haben oder die Selbstverständlichkeit einer Katze. Weiterlesen

«Wie verhalte ich mich bei einem Waldbrand?» So heisst es in einer Nachrichtensendung aus der jüngsten Hitzeperiode. Das Leben ist seltsam geworden in unseren Breiten. Vieles ist uns näher gerückt, was wir früher mit fernen Ländern verbanden. Die Wiesen in unserem grünen Land sind dürr und braun geworden. Die Landschaft verändert sich. Weiterlesen

Es ist eine so ruhige und festliche Stimmung; die möchte ich nicht vertreiben oder vergehen lassen, indem ich mich in irgendeine Tätigkeit hineingebe: ich möchte sie festhalten, mich ihr hingeben (indem ich sie mit der Schreibmaschine festhalte). Gerne würde ich dafür einen schönen Ort aufsuchen, der der Festlichkeit angemessen ist. Stattdessen schreibe ich wieder in meiner dunklen Schreib-Ecke, und auch der winterliche Wind pfeift wieder bedrohlich um die Hausecke. Weiterlesen

Ich wollte mich wieder mal an die Schreib-Maschine setzen, da ich in der Randstunde doch nichts Sinnvolles mehr zustande gebracht hätte. Jetzt ist die Zeit noch weiter fortgeschritten, und ich zweifle, ob es jetzt noch sinnvoll ist, an die Maschine zu sitzen. Nicht wegen der Zeit, sondern wegen der Offenheit. Weiterlesen

Dienstag. Ich muss das Datum nachschlagen. Wegen der Hitze bleiben wir den ganzen Tag zuhause. Heute bin ich am Morgen nicht mit dem Fahrrad raus, um die frühe Zeit zu nützen. Unsere Tochter mit dem Enkelkind kommt zu Besuch. Was zu tun wäre, das wartet, das steht auf der To-do-Liste und wird nicht abgestrichen, weil wir nicht hinaus gehen. Weiterlesen

Wieder ist ein Mensch aus unserem Kreis gestorben. Ich schau nach, was für ein Tag heute ist: Dienstag. Ich war beim Coiffeur, habe ein Brot gekauft, Geld geholt von der Bank. Dann habe ich den Hausarzt gefragt, ob ich mich für den Ohrenarzt überweisen lassen muss. (Die Assistentin ruft zurück.) Schwerhörigkeit ist fast etwas Schönes, weil es allmählich kommt, ohne eine dieser einbrechenden Katastrophen-Nachrichten wie eine Krankheits-Diagnose, die man im Alter fast erwartet. Ich selber war bisher davon verschont, aber was heisst verschont, wenn liebe Menschen wegsterben? Weiterlesen