Schlagwortarchiv für: Kirche

Bevor sich die Erinnerung verflüchtigt und alle Dinge sich ins Dingsda-Land zurückziehen, gehe ich nochmal durch meinen Garten. Da gibt es Kartoffeln, Sellerie und Karotten. Und diese kleinen Blümchen, die eingewandert sind. Wie heissen sie noch gleich? Weiterlesen

Vor einigen Jahren kam ein neuer Begriff auf: ekklesiogene Neurose. Das meint eine Krankheit, hervorgerufen durch falsche Frömmigkeit. Und es weckt die Frage: Ist mein Glaube gesund oder krank? Weiterlesen

Bin ich geeignet für die berufliche Tätigkeit eines Pfarrers? – Ein Pfarrer kann seine Arbeit nicht mit einer distanzierten Sach-Kompetenz ausfüllen, er ist mit seiner ganzen Persönlichkeit in seine Arbeit involviert. So wird er sich nie wohlfühlen, wenn er sich seiner Gemeinde nicht auch mit seinen Schattenseiten „zumuten“ kann. Weiterlesen

«Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?», so betet Christus am Kreuz. Weiterlesen

Ich lese» Jerusalem» von Selma Lagerlöf, es ist einzigartig von der Qualität und von der Erzählweise her, im Stil der alten Sagenkreise mit abgeschlossenen Geschichten, die doch aneinander anschliessen und das Gehörte fortsetzen. Eine Art nordische Ilias oder Odyssee, aber unter Bauern. Das Motiv ähnelt der Suche nach dem goldenen Vlies oder der Sonnenfahrt des Phaëton. Es ist die Suche nach dem Reich Gottes, dem himmlischen Jerusalem. Weiterlesen

Frühmorgens höre ich einen Bach-Choral: Nun komm, der Heiden Heiland. Das passt in die kommende Adventzeit, aber es widerspricht so vielem, was heute gängig ist. Gerade darum reizt es mich, dabei zu verweilen. «Heiden» – ist das nicht ein abwertender Ausdruck für ungetaufte Völker? «Heiland» – ein Erlöser wird da versprochen für alle Völker – ist das nicht der universelle Anspruch der christlichen Religion, der andere Kulturen und Religionen überfährt? Weiterlesen

Religion scheint heute etwas Privates zu sein. Doch gibt es Schicksale, die ein ganzes Volk, einen ganzen Kontinent, betreffen. Die Kirchen wurden zutiefst herausgefordert in ihrem Feiern, Beten und im praktischen Handeln. Die Feiern im Kirchenjahr zeugen heute noch von solchen Einschlägen der Geschichte. Bevor mit dem Advent ein neues Kirchenjahr beginnt, schalten die Kirchen eine Besinnung ein. Der Blick geht weit hinaus auf die Geschichte, was sie trägt und gefährdet. Die Rede ist gar von einem Ende der Geschichte und von einer Wirklichkeit, die der Zerstörung widersteht. Weiterlesen

Wenn ich unseren neugeborenen Enkel durch die Wohnung trage und mit ihm zur Ruhe komme, spüre ich eine tiefe Gewissheit, dass das Leben gehalten und getragen ist. Gleichzeitig sind die Medien voll von Krieg und Krise. Selbst ein «Ende der Menschheit in heutiger Form» wird nicht ausgeschlossen. Es sind gegensätzliche Signale. Wie soll das zusammen gehen? Weiterlesen

Der Kirche wie dem Staat schwindet heute die soziale Basis, auf denen ihr Überbau aufruht. Was hier die Bindung an Demokratie ist, ist dort die Bindung an einen Gottesglauben. Das eine ist gefährdet von extremem Gedankengut, das andere von der Verflüchtigung des Gottesgedankens in der «Säkularisierung». Kollektive Bindungen können heute nicht mehr einfach eingefordert werden, es sind Leistungen von einzelnen. Das ermöglicht eine Mehrheit von Fall zu Fall. Gesetzgebung wird so schwieriger, das Glaubensleben droht analog, in tausend Splitter zu zerfallen und die Sichtbarkeit einer kollektiven Existenz zu verlieren. – Gedanken zum Reformationstag 2025. Weiterlesen

Ein solches Fest auf den Gräbern wie in Mexico haben wir nicht, einen solchen Anlass, der eine ganze Stadt auf die Beine bringt. Aber an Allerheiligen und Allerseelen anfangs November, wenn die Katholische Kirche der Verstorbenen gedenkt, gibt es auch in der Schweiz Anlässe. Und viele Menschen, die nicht mehr kirchlich eingebunden sind, teilen doch die Tradition noch und besuchen ihre Angehörigen auf dem Grab. Weiterlesen