Schlagwortarchiv für: Liebe

Damals wollte ich nur noch widerlich und unnütz sein – als Gegenkraft zu dem „Braven Kind, das ich war. Dieses will sich die Anerkennung anderer Menschen holen, indem es ihre Erwartungen errät und vorauseilend befolgt. Widerlich sein zu können, das war eine Qualität, die mir fehlte. Wie bewundernswürdig ruht ein Mensch in sich selbst, der sich um die Meinung der andern nicht kümmert! Unnütz sein zu können, dazu musste man schon das Selbstwertgefühl eines Königs haben oder die Selbstverständlichkeit einer Katze. Weiterlesen

Als ich einmal völlig angestanden war, als ich nichts mehr wusste, haben mir drei Sätze geholfen, auf den Tag zuzugehen. Weiterlesen

Es ist eine so ruhige und festliche Stimmung; die möchte ich nicht vertreiben oder vergehen lassen, indem ich mich in irgendeine Tätigkeit hineingebe: ich möchte sie festhalten, mich ihr hingeben (indem ich sie mit der Schreibmaschine festhalte). Gerne würde ich dafür einen schönen Ort aufsuchen, der der Festlichkeit angemessen ist. Stattdessen schreibe ich wieder in meiner dunklen Schreib-Ecke, und auch der winterliche Wind pfeift wieder bedrohlich um die Hausecke. Weiterlesen

Die Liebe, das ist eine völlig neue, alte Sehweise. Ja, es ist nichts Kompliziertes, Unentdecktes es ist altbekannt und doch fern und scheinbar verloren. Die Liebe –  das ist das Neue, Uralte, Überraschende – ist die Rückkehr in den Geheimnisstand der Kindheit, die das Leben deshalb als „geheimnisvoll“ erlebt, weil sie in Erwartung lebt, weil sie der Zukunft, dem Begegnenden, etwas zutraut, weil sie Vertrauen hat und mehr als das: positive Erwartung! Weiterlesen

Dienstag. Ich muss das Datum nachschlagen. Wegen der Hitze bleiben wir den ganzen Tag zuhause. Heute bin ich am Morgen nicht mit dem Fahrrad raus, um die frühe Zeit zu nützen. Unsere Tochter mit dem Enkelkind kommt zu Besuch. Was zu tun wäre, das wartet, das steht auf der To-do-Liste und wird nicht abgestrichen, weil wir nicht hinaus gehen. Weiterlesen

Wieder ist ein Mensch aus unserem Kreis gestorben. Ich schau nach, was für ein Tag heute ist: Dienstag. Ich war beim Coiffeur, habe ein Brot gekauft, Geld geholt von der Bank. Dann habe ich den Hausarzt gefragt, ob ich mich für den Ohrenarzt überweisen lassen muss. (Die Assistentin ruft zurück.) Schwerhörigkeit ist fast etwas Schönes, weil es allmählich kommt, ohne eine dieser einbrechenden Katastrophen-Nachrichten wie eine Krankheits-Diagnose, die man im Alter fast erwartet. Ich selber war bisher davon verschont, aber was heisst verschont, wenn liebe Menschen wegsterben? Weiterlesen

Wovon soll man reden, wenn man von Vergebung redet? Das Problem ist eher, wovon soll man nicht reden. Denn wenn man sich mit der Sache beschäftigt, sieht man: es gibt kaum etwas, das nicht damit zu tun hat. Weiterlesen

Ich habe die Wiese mit der Sense gemäht – und keine Kraft mehr in den Händen. Ich hoffe, ich kann schreiben. Bald stelle ich mich für eine neue Stelle vor. Die Phantasie nimmt das beim Mähen auf. War ich nicht oft dabei, wenn Kollegen sich bei uns vorgestellt haben? Da könnte ich doch nachsehen, was so gefragt wird. Ich sollte auch mal lebensklug sein, und nicht einfach alles „auf Gott werfen“ und wie ein Narr in die Zukunft gehen. Weiterlesen

«Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?», so betet Christus am Kreuz. Weiterlesen

Ob wir da sind, wenn die gute Nachricht kommt? Ob wir uns umdrehen können? Ob wir ihm entgegen gehen? Weiterlesen