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Was soll uns Metaphysik?

Wer sich für Gott und Glaube interessiert, muss sich um «Metaphysik» nicht kümmern. Wichtig ist es aber, wenn es um die öffentliche Anerkennung geht: ob man dem überhaupt eine Wahrheit zubilligt, ob man Gott nicht überhaupt bestreitet und Religion verabschiedet, weil ihnen keine Wirklichkeit zukomme.

So kann sich Glaube nicht nur mit einer gelebten Praxis begnügen und die Frage beiseitelassen, ob Staat und Gesellschaft, ob die Kultur, in der man lebt, dem überhaupt eine Wirklichkeit zubilligt. Andernfalls ist es schwer, Kirche zu sein oder auch nur, als Einzelkämpfer seinem persönlichen Glauben anzuhängen. Heute wird Metaphysik wieder vermehrt diskutiert, ich nehme es als Anlass, verschiedene Beiträge aus diesem Blog in einem Streiflicht zusammenzufassen. Weiterlesen

«Im Jahre des Herrn…» So hat Wilhelm Raabe seine Erzählungen oft angefangen. Als Junge liebte ich sie. «Im Jahre des Herrn», so liess ich mich gern wegführen in eine andere Zeit. «Im Jahre des Herrn», so fühlte ich mich geborgen in jeder Zeit, von der die Erzählung handeln würde. Diese Geborgenheit möchte ich auch anrufen, wenn ich am Beginn eines neuen Jahres stehe. Die Zeit ist heute offen, wie selten in den letzten Jahrzehnten, als die Entwicklungen mehr eingebunden schienen, von Institutionen zusammengehalten, von einer Identität geprägt, die sich mittelfristig erhalten konnte. Weiterlesen

Früher habe ich mich immer gefragt, was Weihnachten in diesem Jahr für mich bedeutet, bevor ich mich in die Feiern gestürzt habe. Erst danach habe ich all die Feiern für andere Menschen vorbereitet. Weiterlesen

Das «Ungefähr» holt mich ein. Klappt das mit der Banküberweisung? Ich hoffe es und werfe den Brief ein. Vielleicht muss ich später nachbessern. Beim Zeitungslesen fällt mir auf, wie viel ich überspringe. Noch immer reisse ich viele Artikel aus, um sie bei Gelegenheit zu lesen, aber vieles interessiert mich nicht mehr im Detail. Weiterlesen

Ich lese» Jerusalem» von Selma Lagerlöf, es ist einzigartig von der Qualität und von der Erzählweise her, im Stil der alten Sagenkreise mit abgeschlossenen Geschichten, die doch aneinander anschliessen und das Gehörte fortsetzen. Eine Art nordische Ilias oder Odyssee, aber unter Bauern. Das Motiv ähnelt der Suche nach dem goldenen Vlies oder der Sonnenfahrt des Phaëton. Es ist die Suche nach dem Reich Gottes, dem himmlischen Jerusalem. Weiterlesen

«Jetzt», sagt die Zeit. Der Moment kommt, wo ich «jetzt» da sein muss, wo ich jetzt gehen muss, wo ich jetzt existieren muss und alles andere abwerfen, was nicht zu diesem Jetzt gehört, was mir jetzt nicht zur Verfügung steht. Weiterlesen

Frühmorgens höre ich einen Bach-Choral: Nun komm, der Heiden Heiland. Das passt in die kommende Adventzeit, aber es widerspricht so vielem, was heute gängig ist. Gerade darum reizt es mich, dabei zu verweilen. «Heiden» – ist das nicht ein abwertender Ausdruck für ungetaufte Völker? «Heiland» – ein Erlöser wird da versprochen für alle Völker – ist das nicht der universelle Anspruch der christlichen Religion, der andere Kulturen und Religionen überfährt? Weiterlesen

Wenn ich unseren neugeborenen Enkel durch die Wohnung trage und mit ihm zur Ruhe komme, spüre ich eine tiefe Gewissheit, dass das Leben gehalten und getragen ist. Gleichzeitig sind die Medien voll von Krieg und Krise. Selbst ein «Ende der Menschheit in heutiger Form» wird nicht ausgeschlossen. Es sind gegensätzliche Signale. Wie soll das zusammen gehen? Weiterlesen

Der Kirche wie dem Staat schwindet heute die soziale Basis, auf denen ihr Überbau aufruht. Was hier die Bindung an Demokratie ist, ist dort die Bindung an einen Gottesglauben. Das eine ist gefährdet von extremem Gedankengut, das andere von der Verflüchtigung des Gottesgedankens in der «Säkularisierung». Kollektive Bindungen können heute nicht mehr einfach eingefordert werden, es sind Leistungen von einzelnen. Das ermöglicht eine Mehrheit von Fall zu Fall. Gesetzgebung wird so schwieriger, das Glaubensleben droht analog, in tausend Splitter zu zerfallen und die Sichtbarkeit einer kollektiven Existenz zu verlieren. – Gedanken zum Reformationstag 2025. Weiterlesen

Ein solches Fest auf den Gräbern wie in Mexico haben wir nicht, einen solchen Anlass, der eine ganze Stadt auf die Beine bringt. Aber an Allerheiligen und Allerseelen anfangs November, wenn die Katholische Kirche der Verstorbenen gedenkt, gibt es auch in der Schweiz Anlässe. Und viele Menschen, die nicht mehr kirchlich eingebunden sind, teilen doch die Tradition noch und besuchen ihre Angehörigen auf dem Grab. Weiterlesen