Draussen im Advent
«Jetzt», sagt die Zeit. Der Moment kommt, wo ich «jetzt» da sein muss, wo ich jetzt gehen muss, wo ich jetzt existieren muss und alles andere abwerfen, was nicht zu diesem Jetzt gehört, was mir jetzt nicht zur Verfügung steht.
Jetzt
Das Jetzt hat auch seine schönen Seiten, wenn ich mich ins Jetzt hineinstellen kann im Gebet, wenn ich getragen bin von Vertrauen. Dann erhebt sich über dem Abgrund ein Bild: das Gesicht Christi, der mich anschaut. Und ich kann vorwärts gehen wie Petrus und seine Gefährten, als sie im Boot waren und in einen Sturm gerieten. Da erschien ihnen über den Wellen, mitten im Sturm, Christus, er streckte die Hand aus. Was fürchtet ihr euch? «Sie aber fürchteten sich, weil Wind und Wellen ihm gehorchten.» (Und weil die Existenz Gottes noch viel furchtbarer ist als der Unglaube, in dem man sich einrichten kann, selbst wenn dort Heulen und Zähneklappern ist.)
Frei
Ich habe die Freiheit – und als ich es dachte, spürte ich es auch – zu gehen, meinen Weg zu gehen. Es erinnerte mich an Petrus, der im Boot sass und Jesus über das Wasser gehen sah. Über das Wasser gehen – es hat eine solche Leichtigkeit! Weil er es nicht aus sich hat, weil er es lebt aus dem, was ihm geschenkt ist. Das ist auch mir geschenkt und es geht nicht verloren. Es schenkt eine Leichtigkeit, die nicht aus den Knien kommt, sondern aus dem Vertrauen, nicht aus den Muskeln, sondern aus dem Glauben, nicht aus der Kraft und was ich aus meinen Mitteln immer heraufbeschwören kann. Es ist das, dem ich entgegen gehe, was auch da ist, wenn ich sterbe.
Ich weiss nicht, ob ich die Gefühle und Gedanken wiedergeben kann, die mich auf diesem Weg beschäftigten. Es war mehr ein Bild: Ich war einbezogen in das Bild Christi, der über die Wellen schreitet, in das «Aha!», das freudig-erschrockene Begreifen, dass ich diesen Weg auch gehen kann, auch wenn ich glaube, zu alt und zu schwach geworden zu sein.
Auf dem Weg
Das ist der Weg, den ich gehe, das Ziel, das ich finde, das Ankommen, zu dem ich unterwegs bin, seit ich ein kleines Kind war. In jedem Alter habe ich die Schritte getan, die an der Zeit waren. Jetzt sind es Schritte eines alten Mannes, und Deborah und Sandra gehen die Schritte der Erwachsenen, und Anna, Felix und der kleine Ungeborene gehen die Schritte der Kinder, die, kaum geboren, schon grösser werden. Durch Stillen hat Felix schon 800 Gramm zugenommen. Deborah hat ein Stillheft, es ist voller Wunder.
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Foto von Anastasia Haritonov, Pexels









