«Die Caine war ihr Schicksal»
Ich erinnerte mich in diesen Tagen an das Buch «Die Caine war ihr Schicksal», das ich in den frühen 60er Jahren als Jüngling gelesen hatte (vom Bücherbord der älteren Brüder). Es war eine Aufarbeitung von Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg, den ich nicht direkt, aber über solche literarischen Nachwirkungen erlebt habe. Im Zentrum des Films stand der Kapitän eines Kriegsschiffes, der Caine, der nach Ansicht seiner Offiziere, die Urteilkraft verloren hatte.
Ihn machen zu lassen, würde die Situation immer gefährlicher gestalten. Ihn zu hindern, schien absolut unmöglich. Das wäre Meuterei, die Beteiligten würden vor Kriegsgericht gestellt. Ich weiss nicht mehr, wie es ausging. In einem Krieg spitzen sich Fragen zu. Hat jemand, der Entscheidungen trifft, die man nicht mehr nachvollziehen kann, die Kompetenz verloren? Ist es Pflicht, ihn vor fehlerhaften Entscheidungen abzuhalten?
Meuterei war wohl das grösste Verbrechen auf einem Schiff, es gefährdet die ganze Kriegsführung. Gilt die Pflicht zu Gehorsam absolut, auch wenn das eigene Land in Gefahr gerät? Ich war wieder einmal froh, dass ich nach dem Krieg geboren war.
Foto Schlachtschiff Dreadnought der Royal Navy, 1906, https://de.abcdef.wiki/wiki/Dreadnought
Das Buch: «Die Caine war ihr Schicksal» ist ein preisgekrönter Roman von Herman Wouk. Er wurde 1954 mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle von Edward Dmytryk verfilmt.









