Schlagwortarchiv für: Politik

Woran glauben wir? Das scheint eine Frage für „Fromme“, und doch sind wir alle jeden Tag in gewisser Weise vor diese Frage gestellt, denn mit allem, was wir tun oder nicht tun, zeigen wir ja, was uns wichtig oder unwichtig ist. Das fängt bei banalen Dingen an wie der Wahl der Unterhaltung am Feierabend. Aber es kriegt schon viel mehr Gewicht, wenn wir unser Berufsleben ansehen oder unser Konsumverhalten. Da hat es Konsequenzen, wie wir uns verhalten. Weiterlesen

Was ist das eigentlich zwischen den USA und Europa? Ist das Frieden oder Krieg? Sind Zölle friedliche Mittel oder militärische Instrumente? Präsident Trump behandelt Handelsdefizite mit anderen Ländern als «nationales Sicherheitsrisiko». So kann er sich auf ein Notstandsrecht berufen, wenn er Zölle erhebt. Damit werden Zölle automatisch zu Mitteln der Sicherheitspolitik. Ob das zu Recht geschieht, wurde von einem US-Bundesgericht verneint, ein Berufungsgericht hat bejaht. Es wird erwartet, dass es vor den Supreme Court kommt. Weiterlesen

Was in der Luft liegt, sind nicht nur die geopolitischen Umwälzungen in Europa, USA und Asien. Als Satellit der USA im Nahen Osten hat auch Israel daran teil, auch dank eigener militärischer Erfolge, die allerdings waffentechnisch und finanziell von den USA und Europa unterstützt sind. Es stellt eine technologisch singuläre Macht in der Region dar, symbolisch zusammengefasst in der Verfügung über Atomwaffen. Mit der atomaren Aufrüstung des Irans ist diese Überlegenheit in Frage gestellt worden. Weiterlesen

Präsident Trump hat neue Zollbriefe verschickt. Die EU wird mit 15% und die Schweiz mit 39 % belastet. Ein Geschenk, rechtzeitig zum Nationalfeiertag. Bei mir setzt es Erinnerungen in Gang an das ausgehende Mittelalter, als der niedere Adel durch die aufkommende Geldwirtschaft und das Söldnerwesen seine Funktion verlor und sich als Wegelagerer versuchte. Sie erhöhten willkürlich die Zölle, von denen sie einen Teil als Einnehmer für sich behalten konnten. Weiterlesen

Hier ist die Schuld nichts Abstraktes und Sünde kein Begriff für die Sonntagsschule. Es ist dieses Gemenge von Brutalität und Gleichgültigkeit, die wir auch heute in den Kriegsgebieten sehen. Diese paradoxe Mischung von etwas, was alle Normalität aufhebt und von einem Umgang damit, als ob es das Gewöhnlichste der Welt wäre. Weiterlesen

Der Nationalfeiertag ist überall verschrien, wo der Nationalismus in der Geschichte schreckliche Ereignisse hervorgebracht hat, insbesondere in Europa. Seit dem 19. Jh. entfaltet der Nationalgedanke grosse Gestaltungskraft. Er kulminiert mit der Auflösung übernationaler Grossreiche nach dem Ersten und zweiten Weltkrieg. Hier kulminierte auch die zerstörerische Wirkung, die er entfalten kann. Danach suchte man das Heil eher wieder in neuen übernationalen Konstrukten wie der EU, der UNO und in internationalen Verträgen. Doch diese haben an Strahlkraft eingebüsst. Wohin also mit dem Nationalfeiertag? Weiterlesen

Was ist das für eine Zeit, wenn man bei den Nachrichten aus vielen Ländern nicht an Politik denkt, sondern an Verbrechen? – Dieser Satz erregt Anstoss, aber er beruhigt auch, er nimmt die Empörung auf, das Unverständnis über so viel Grausamkeit, die gegenüber tausenden und zehntausenden von Menschen begangen wird. Weiterlesen

Ich sitze beim Arzt im Wartsaal. Ich mag nicht lesen. Der Bibeltext, den ich heute Morgen gehört habe, hallt noch in mir nach. Wuchtig sind seine Worte wie Schläge: «Wir haben einen Bund mit der Unterwelt gemacht.» Da sind Übeltäter. Sie verbreiten Unrecht und Gewalt. Feinde fürchten sie nicht. Wer sollte sie zur Verantwortung ziehen? Weiterlesen

Die Welt spinnt, sie ist aufgewühlt an allen Fronten. Und oft hat man das Gefühl, dass das Aufwühlen mit Bedacht geschieht oder mit Lust. Dass es nicht so sehr ein Unfall sei als ein Wechsel, eine neue Richtung, eine neue Strategie, wie man seine Pläne ins Trockene bringt. Weiterlesen

Wie ist es jetzt eigentlich? Ich kann den Zustand der Welt nicht mehr von dem Schwindel unterscheiden, der mich am Morgen manchmal befällt. Wenn ich in die Zeitung schaue: Der Krieg ist noch da. Das Dorf in den Alpen ist verschwunden. Der Wetterdienst warnt für den Nachmittag vor einem «Riesengewitter» mit Sturm, Hagel und Starkregen. Es ist die neue Tonalität der Wettermeldungen, die immer neue Komparative sucht, um das bisher Dagewesene nochmals übertrumpfen zu können. Weiterlesen