Sollte da ein Weg sein?
Das Gitter in der Chorschranke in Einsiedeln. Der Anblick weckt etwas in mir und ich fotografiere es. Ich erinnere mich, dass ich als Kind schon mal ein Bild davon gesehen hatte. Ich fühlte mich davon angezogen, als ob es etwas in mir auslöste – und das lag in mir bereit, es kam nicht von aussen.
Es ist ein Paradox, ein Weg wird eröffnen und versperrt. Das Gitter trennt den Chorbereich ab, aber das Masswerk erzeugt die Illusion eines Weges, durch den man hineingelangen könnte. Als ob es einen Weg gäbe, der aber eher nach innen geht (nach aussen ist es eine Schranke). Dort ist der Weg offen, zu einem Ziel, das durch das Gitter abgesperrt aber dahinter angedeutet ist: dem «Allerheiligsten». (Als Kind hatte ich keinen Begriff davon, aber ich spürte eine Scheu.)
Daran denke ich heute im Alter, wo der Weg unter demselben Paradox zu stehen scheint: nach aussen ist da ein Gitter, das den Weg versperrt, nach innen zeigt sich ein Weg, der trotz Alter in die Zukunft führt. Da ist ein Ziel, das nicht von aussen erreicht wird, das aber in mir schon bereit liegt. Darum stehe ich vor dem Gitter und fühle mich berührt. Als ob das Bild mich an etwas erinnern wollte.
Foto: Gittertor in der Chorschranke der Klosterkirche Einsiedeln
Weiterführende Gedanken finden sich im Download «Innen und Aussen».
Hier geht es nicht um Körper oder Seele, Geist oder Bewusstsein, Psyche oder Hirnfunktionen. Es sind zwei andere Begriffe, mit denen ein Mensch versucht, sein Leben zu verstehen und seinen Weg zu finden.









