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Das Gitter in der Chorschranke in Einsiedeln. Der Anblick weckt etwas in mir und ich fotografiere es. Ich erinnere mich, dass ich als Kind schon mal ein Bild davon gesehen hatte. Ich fühlte mich davon angezogen, als ob es etwas in mir auslöste – und das lag in mir bereit, es kam nicht von aussen. Weiterlesen

Wer eine regelmässige Kolumne schreibt, kennt die Situation, dass wieder mal ein Termin für einen Beitrag naht, aber noch kein Thema in Sicht ist, das abgehandelt werden möchte. Und es sollte nicht irgendein Thema sein, sondern ein Thema, das den Schreibenden wirklich beschäftigt, kurz: ein notwendiges Thema. Weiterlesen

Kann man mit dem Knie glauben? – Die Frage scheint absurd. Umgekehrt ist es aber so, dass der Unglaube durchaus im Körper sitzt. „Der Schreck ist mir in die Glieder gefahren“ sagt man, oder „die Angst sitzt mir im Nacken“. Das Herz setzt aus, die Glieder sind wie gelähmt.

Nicht glauben können, die Unfähigkeit zum Vertrauen, die Verzweiflung – das sitzt auch im Körper, in den Muskeln, die verspannt sind, im Atem, der stockt, das sitzt in den Knochen. Und von dort her prägt es immer wieder unsere Gefühle und unser Verhalten. So stellt sich wirklich die Frage: Kann ich mit dem Knie glauben lernen? Kann ich dem Nacken das Evangelium verkünden, dass die Angst dort loslässt?

Der Körper speichert Erfahrungen aus der Lebensgeschichte. Und er speichert auch die Reaktionen, die wir in bestimmten Momenten gefunden haben. So muss nur eine bestimmte Frage an uns herantreten, eine bestimmte Situation, und schon spulen diese Reaktions-Mechanismen ab. Und wir kommen zu spät, wenn wir bewusst darauf reagieren wollen. Die Situation ist schon entschieden.

Die Haltung beim Aufwachen

Das beginnt schon am morgen früh, wenn wir aufwachen. Im Kopf haben wir vielleicht schon lange zum Glauben gefunden, aber der Körper speichert noch die alten Erfahrungen. Und bevor wir bewusst den Tag anfangen, mit Bibellektüre, oder was zu unserem persönlichen spirituellen Leben gehört, steigen die alten Gefühle schon aus dem Körper auf und bestimmen die Haltung, wie wir in den Tag gehen.

Diese Gefühle sind von Mensch zu Mensch verschieden. Ein glücklicher Mensch wird mit Gefühlen der Bejahung aufwachen. Es gibt andere, die so etwas wie ein „Nein“ in sich tragen. Sie fühlen sich schon abgelehnt, bevor sie den Tag beginnen und dem ersten Menschen begegnen. Darum ist das auch ein sehr persönliches Thema: „Körper und Spiritualität“. Denn konkret wird es erst, wenn man sich der Realität seines Lebens stellt. Der Körper trägt in sich eine Erinnerung an die ganze Lebensgeschichte. Er erinnert uns mit seinen Empfindungen daran.

Den Keller aufräumen

Er mahnt uns damit auf eine unaufdringliche aber doch hartnäckige Art, unser Leben durchzuarbeiten. Denn wenn wir es nicht tun, stolpern wir immer wieder über die gleichen Erfahrungen. Es ist wie im Dunkeln durch einen Keller gehen: Wenn man den Keller nicht aufgeräumt hat, stösst man sich bei jedem Schritt.

Den Keller aufräumen, das Leben durcharbeiten – man könnte auch sagen: missionieren. Zwar ist unsre Landesgegend in der späten Antike durch das Christentum missioniert worden, aber manchmal denke ich, das Christentum ist noch nicht ganz bis zu mir gekommen. Mit dem Kopf habe ich es schon aufgenommen. Aber mit dem Körper noch nicht. Und es entsteht das Bild einer Mission, die auch durch den Körper geht. Damit ich später auch mit den Knie glauben kann und der Nacken mir nicht immer wieder Streiche spielt. Dass der Körper mit seinen Erfahrungen mich unterstützt im Glauben, statt mich immer wieder auf andere Bahnen zu bringen.

«Christus kam nur bis Eboli».

So heisst ein Buch, das beschreibt, wie das Evangelium nach Italien kam, aber es hat noch nicht alle Provinzen erlöst, so dass die Menschen dort immer noch in Dunkelheit und Verzweiflung leben. Auch bei mir gibt es noch heidnische Gebiete. Mit dem Kopf habe ich schon vom Evangelium gehört. Aber mit dem Knie bin ich noch ein Heide.

(Aus einem Workshop, das ich  an einem Pfarr-Kapitel 2008 halten durfte)

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Ich habe mit den Kindern den Film „Sams“ gesehen. Da ist der schüchterne Mann und sein Gegenpol, das Sams, ein Kobold – er ist durch Sprachartistik entstanden, wie es introvertierte Menschen lieben, als das, was dem „Sams-Tag“ den Namen gibt. Weiterlesen

Sollte auch der Widerstand zu etwas nütze sein? Wäre das nicht verlorene Liebesmüh, wenn wir wieder und wieder an einer Frage scheitern? Lässt sich noch etwas lernen, was der Erfolg uns nicht beibringen kann? Werden wir hier vielleicht noch danke sagen, wo wir so oft schon verzweifeln wollten? Weiterlesen

«Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch», sagt Christus an Pfingsten. «Ich will den Vater bitten und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit. Er bleibt bei euch und wird in euch sein.» Weiterlesen

Es ist eine neue Phase in ihrem Leben, sie ist bald 30. Grosse Fragen tauchen auf. Dinge kriegen einen Namen, die vorher wie Schemen am Leben vorbeigezogen sind. Man lernt, sich zu stellen. Man will Verantwortung für sein Leben übernehmen und stösst auf Dinge, die man nicht einfach steuern kann, die eine andere Antwort verlangen als das Abspulen von früh gelerntem Problemlösungs-Verhalten. Die Lösung, die man in der frühen Kindheit lernte, führt manchmal mehr in die Irre als das Problem selber. Weiterlesen

Es gibt Probleme, die kann man lösen. Man kriegt sie in den Griff. Andere lösen sich, wenn wir uns anvertrauen. Es gibt Fehler, da kann man eine Diagnose stellen. Und es gibt Knoten, wo das Leben stagniert. Da muss man eine Geschichte erzählen. Weiterlesen

Spott und Hohn spielen in der Bibel eine grosse Rolle und werden in der Passionszeit besonders bedacht. Das dürfte eine Gesellschaft interessieren, die die mediale Blossstellung zu einem Mittel gemacht hat, mit der Massen auf Linie gebracht und kontrolliert werden. Weiterlesen

Der Schreck kann lähmen, er kann die Fähigkeit, sich richtig zu verhalten, ausser Kraft setzen. So wird man untauglich für den Weg. In der Antike findet sich immer wieder das Verbot, zurückzuschauen.
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