Schlagwortarchiv für: Gerechtigkeit

Was ist ein Ende? Wann ist es erreicht? Was fehlt vielleicht noch, damit man von einem Ereignis, von einem Leben sagen kann, es sei zu Ende? Ich lese im Grünen Heinrich, wie Gottfried Keller sich müht, ein Ende zu finden. Da erscheint ein Nachruf auf eine Dichterin in der Zeitung. Es wirkt wie ein Echo darauf. Ich kenne ihr Werk nicht, aber nach dem, was ich lese, sind ihre Texte wie ein Gegenstück zum «Grünen Heinrich». Es sind Erzählungen vom Ausbrechen, aber es gibt kein Ankommen. Weiterlesen

Nachts, wenn ich nicht schlafen kann, höre ich Hörbücher. Im Moment bin ich bei Francis Durbridge angelangt und seinen Paul Temple-Romanen aus den 50er Jahren. Erst blieb ich daran hängen wegen der Szenenfotos, die die Atmosphäre jener Jahre atmen, dann wegen der Hörspielmusik, wo diese Atmosphäre noch verdichtet wird. Es war wie Eintauchen in meine Kindheit und frühe Jugend. Weiterlesen

Nachts las ich in der Nachrichten-App vom «Supreme Court» in den USA, wie sie Trump Recht geben und ihn gegenüber einer Strafverfolgung für immun erklären. Viele Erinnerungen stiegen bei mir auf, viele Bilder, war es ein Traum? Ich fühlte mich von dem Entscheid selbst betroffen, als ob mir etwas genommen worden wäre, das mir doch nicht gehörte. Oder war ich auch ein Bürger der USA? Stand die US-Geschichte für etwas, das mich und mein Leben auch betraf? Weiterlesen

«Auferstehung», «Himmelfahrt» – Zeitgenossen können wenig damit anfangen, auch in die Bibel ist das spät gekommen. Sie antwortet damit auf Herausforderungen ihrer Zeit. Wie lässt sich die Wirklichkeit begreifen, wenn sie sich widerständig zeigt gegen alle Hoffnung auf positive Veränderung? Haben Recht und Gerechtigkeit keine Heimat auf dieser Erde?

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In Italien gab es Überschwemmungen. Die Nachrichten zeigen einen Mann, der bis zum Hals im Wasser watet. Seine Frau trägt ein Kind. Solche Bilder sieht man immer nach Überschwemmungen, man hat sich daran gewöhnt. Ungewöhnlich war aber, dass das nicht «einer der üblichen Verdächtigen» war, aus den «Problemregionen» dieser Welt, an die wir uns gewöhnt haben. Weiterlesen

Gestern haben wir den Film «Coup de Chance» gesehen von Woody Allen. Es ist eine Antwort auf seinen früheren Film «Match Point» und nimmt das Thema von Zufall und Glück wieder auf. Dort schlägt es zugunsten des Gauners aus, jetzt zu seinen Ungunsten. Der Mörder fängt sich in der Falle, die er andern zugedacht hat. Weiterlesen

«Schaffe mir Recht!», so betet ein Mensch im Psalm. Ist Gott gerecht? Ist das Schicksal gerecht? Oder schläft Gott? Sieht er die Not nicht in der Welt? Die Jünger sind mit Jesus unterwegs in einem Boot. Sie fahren auf dem See und kommen gut voran. Da erhebt sich ein grosser Sturm und die Wellen schlagen ins Boot, so dass es bald voll wird. Jesus ist hinten im Boot und schläft auf einem Kissen. Weiterlesen

Wo steht die Kirche? Kirche als religiöse Instanz scheint heute kaum noch vorhanden, in einer anderen Form begegnet sie an allen Enden. Die Hoffnungen sind aus der Religion ausgewandert, die Versprechungen erfolgen nicht mehr im Namen eines Gottes, die Sehnsucht bindet sich an Gehalte dieser Welt, die aber doch mit religiöser Kraft aufgeladen werden. Das kann als Fortschritts-Versprechen erfolgen, wenn das Handeln in dieser Welt optimistisch eingeschätzt wird. Weiterlesen

Wenn die Zeiten sich verschärfen, wächst auch eine Suche, was helfen kann. Früher forschten viele Menschen in der Bibel und wurden dort auch fündig. Sie ist immer wieder eine Fürsprecherin für Verfolgte und Bedrängte. Aus vielen Stellen liesse sich ein „soziales Evangelium“ zusammenstellen, aber die Bibel redet nicht nur in Einzeltexten, sie ist als Ganzes dem Volk verpflichtet, das Träger der Verheissung ist, dem sich Gott in Erbarmen und Gerechtigkeit zuwendet. Zu den sozial engagierten Texten gehört auch der Jakobus-Brief, der Mitte Oktober in den Kirchen gelesen wird. Weiterlesen

Wir haben den Film «Wilde Fields» gesehen. Er spielt in der Ukraine, nach 2014, als der Krieg im Süden und Osten begonnen hatte. Der Film zitiert einen „Western“, spielt aber im Osten und sagt damit: Das Recht ist noch nicht angekommen. Hier gilt das Faustrecht. Es gewinnt, wer den Revolver schneller ziehen kann. Weiterlesen