Präsident Trump hat neue Zollbriefe verschickt. Die EU wird mit 15% und die Schweiz mit 39 % belastet. Ein Geschenk, rechtzeitig zum Nationalfeiertag. Bei mir setzt es Erinnerungen in Gang an das ausgehende Mittelalter, als der niedere Adel durch die aufkommende Geldwirtschaft und das Söldnerwesen seine Funktion verlor und sich als Wegelagerer versuchte. Sie erhöhten willkürlich die Zölle, von denen sie einen Teil als Einnehmer für sich behalten konnten. Weiterlesen
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Hier ist die Schuld nichts Abstraktes und Sünde kein Begriff für die Sonntagsschule. Es ist dieses Gemenge von Brutalität und Gleichgültigkeit, die wir auch heute in den Kriegsgebieten sehen. Diese paradoxe Mischung von etwas, was alle Normalität aufhebt und von einem Umgang damit, als ob es das Gewöhnlichste der Welt wäre. Weiterlesen
Der Nationalfeiertag ist überall verschrien, wo der Nationalismus in der Geschichte schreckliche Ereignisse hervorgebracht hat, insbesondere in Europa. Seit dem 19. Jh. entfaltet der Nationalgedanke grosse Gestaltungskraft. Er kulminiert mit der Auflösung übernationaler Grossreiche nach dem Ersten und zweiten Weltkrieg. Hier kulminierte auch die zerstörerische Wirkung, die er entfalten kann. Danach suchte man das Heil eher wieder in neuen übernationalen Konstrukten wie der EU, der UNO und in internationalen Verträgen. Doch diese haben an Strahlkraft eingebüsst. Wohin also mit dem Nationalfeiertag? Weiterlesen
Was ist das für eine Zeit, wenn man bei den Nachrichten aus vielen Ländern nicht an Politik denkt, sondern an Verbrechen? – Dieser Satz erregt Anstoss, aber er beruhigt auch, er nimmt die Empörung auf, das Unverständnis über so viel Grausamkeit, die gegenüber tausenden und zehntausenden von Menschen begangen wird. Weiterlesen
Die Welt spinnt, sie ist aufgewühlt an allen Fronten. Und oft hat man das Gefühl, dass das Aufwühlen mit Bedacht geschieht oder mit Lust. Dass es nicht so sehr ein Unfall sei als ein Wechsel, eine neue Richtung, eine neue Strategie, wie man seine Pläne ins Trockene bringt. Weiterlesen
Ich habe mein halbes Leben mit Psalmen gelebt. Noch heute höre ich jeden Morgen einen Psalm. Aber seitdem die Aggression im Nahen Osten eskaliert, haben Psalmen einen anderen Ton für mich angenommen. Weiterlesen
Tauschen scheint das Friedlichste, was es gibt. Aber nicht, wenn Elfenbein gegen Glasperlen getauscht werden oder gegen Schnaps. Doch gibt es immer wieder Schlaumeier, die mit Talmigold bezahlen. Auch die Kulturgeschichte kennt solche Tauschverhältnisse und auch die Religion ist betroffen. Seit Jahrhunderten werden ihre Werte angeeignet und durch billige Imitate ersetzt. Ist Religion eine Kolonie? Oder gibt es auch hier eine Entkolonisierung, wie in der Politik der 50er Jahre? Weiterlesen
Gestern wurde der Papst zu Grabe getragen. Wir nahmen über das Fernsehen am Gottesdienst teil. Es war ruhig und schön. Ich habe selten, vielleicht noch nie in dieser Zeit, gesehen, dass Kirche und Christentum so positiv wahrgenommen werden. Da fügt sich das Bild harmonisch ein, wie Trump und Selenskyj sich bei dieser Gelegenheit im Petersdom auf zwei Stühlen gegenübersitzen. Es ist ein hoffnungsvolles Bild. Als ob etwas von diesem Papst, vom Frieden dieses Gottesdienstes, auf die Politik hinüberstrahlen würde. Weiterlesen
Die Welt scheint ein unsicherer Ort geworden zu sein. Nachrichten berichten von der Bedrückung, die selbst die Kinder heute heimsucht. Sollte ausgerechnet die Passion hier helfen: dass man in der Betrachtung Trost findet, dass man stille steht und das Leid vor Gott bringt? Weiterlesen
Mittagsnachrichten. Weltweit sind die Börsen in Talfahrt. Es ist eine Erschütterung zu spüren. Da ist Trump mit seinen Zöllen, sein Zurückschneiden des Staates, seine Freude an Provokationen, seine Verstösse gegen Gesetz und Verfassung, was seinem Inaugurationseid Hohn spricht, wonach er die Verfassung «achten und schützen» wolle. Weiterlesen
