Ich las Balzac, „Eine Frau von dreissig Jahren“. Damals, in den 80er Jahren, tauchen neue Bewegungen im politischen Spektrum auf. Sie legen nicht nur den Finger auf einzelne Schwachpunkte. Angesichts der ökologischen Probleme halten sie der Zivilisation vor, sie sei mit ihrem ganzen Entwicklungspfad in eine „Sackgasse“ geraten. Die Systemkritik weitet sich zur Epochenkritik und nimmt wieder ethische und religiöse Kategorien auf. So taucht auch die Frage nach dem Ganzen und Richtigen in der Politik wieder auf. Weiterlesen
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Eine Doppelseite in der Zeitung ist dem Entscheid des Internationalen Gerichtshofs für Menschenrechte in Strassburg gewidmet, der eine Klage eines Vereins von Seniorinnen gutgeheissen hat, die Schweiz tue zu wenig, um die Klimaziele von Paris einzuhalten. Weiterlesen
Ich habe eine kleine Runde gedreht. Auf dem gemähten Rasen der Badeanstalt wächst Löwenzahn. Weiter hinten blüht der Hahnenfuss. Und über allem liegt ein brauner Teppich von Sauerampfern. Ich freue mich, teilzuhaben an dem Kalender der Blühzeiten. Es erinnert mich an meine frühen Zwanzigerjahre, als ich im Fernkurs das Abitur nachholte und die Botanik-Lektionen zum Anlass nahm, draussen alle Pflanzen zu bestimmen in der Reihenfolge, wie sie blühen. Weiterlesen
Ich erinnerte mich in diesen Tagen an das Buch «Die Caine war ihr Schicksal», das ich in den frühen 60er Jahren als Jüngling gelesen hatte (vom Bücherbord der älteren Brüder). Es war eine Aufarbeitung von Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg, den ich nicht direkt, aber über solche literarischen Nachwirkungen erlebt habe. Im Zentrum des Films stand der Kapitän eines Kriegsschiffes, der Caine, der nach Ansicht seiner Offiziere, die Urteilkraft verloren hatte. Weiterlesen
Jetzt ist die Teilung offenbar besiegelt. Die USA holen sich das Beste aus den besetzten und unbesetzten Teilen. Die Ukraine liefert einen Anteil am Gewinn der Bodenschätze, Russland bietet einen solchen Deal auch für die besetzten Gebiete an, die «neuen Territorien», wie Russland das nennt.
Es erinnert an die letzte polnische Teilung vor dem Zweiten Weltkrieg: Stalin holte sich den Osten, Hitler den Westen. Dann brach der Krieg los. Jetzt soll die ukrainische Teilung den Frieden bringen: Russland beutet mit den USA die von ihm besetzte Ostukraine aus, die USA mit der Rest-Ukraine den westlichen Teil.
Trump hat gezeigt, wie schnell er Frieden schaffen kann («in einem Tag») und er hat ein Muster eines «Deals» vorgelegt. Ein Riesenstaat erdrückt einen wehrlosen, kleinen Staat, der sich im Krieg befindet, und nimmt ihm das wenige, was er noch hat. Jetzt weiss die Welt jedenfalls, wie es im New Yorker Liegenschaften- Business zugeht, wo Trump sein Handwerk gelernt hat.
Die Ukraine muss sich doppelt und dreifach betrogen vorkommen. Nach dem Zerfall der UdSSR hat sie auf eigene Atomwaffen verzichtet und dafür Sicherheitsgarantien erhalten. Jetzt sind auch die Garantien weg – sie waren nie etwas wert.
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Zu den Sicherheitsgarantien: «Das Budapester Memorandum umfasst drei Vereinbarungen, die am 5. Dezember 1994 in Budapest im Rahmen der dort stattfindenden KSZE-Konferenz unterzeichnet wurden. In den Vereinbarungen gaben die Russische Föderation, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten gemeinsam Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien in Verbindung mit deren Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag und als Gegenleistung für die Beseitigung aller Nuklearwaffen auf ihrem Territorium.» (Wikipedia)
Zum Hitler-Stalin-Pakt: «Am 24. August 1939 kam es zu einem Nichtangriffspakt zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion. Beide Vertragspartner verpflichteten sich darin zu gegenseitiger Neutralität in einem Kriegsfall. In einem geheimen Zusatzprotokoll wurde die Aufteilung Polens und der Baltikumstaaten geregelt. Der Vertrag diente Hitler als Grundlage für seinen Vernichtungskrieg in Osteuropa.» (https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-drittes-reich/hitler-stalin-pakt)
Brutale Zeitungsmeldungen verdichten sich zum Gefühl einer kulturellen Wende. Im In- und Ausland spricht sich die Interessenpolitik immer deutlicher aus. Hohn und Spott halten Einzug in die Politik. Der Mantel von Demokratie und Rechtsstaat wird auch mal fallen gelassen, wenn direkte Machtausübung schneller zum Ziel führt. Für mich ist es wie Schock. Es stellt sich die Frage, wer „Wirklichkeit“ besser wahrnehme. Glaube ist auch ein Streit um die Wirklichkeit. Weiterlesen
West und Ost und Nord und Süd – alles wird durcheinander geworfen in diesen Tagen. Präsident Trump und seine neu ernannte Mannschaft sprechen in ungewohnter Ehrlichkeit die Interessen aus. Doch auch Rauchpetarden fehlen nicht, welche die Sicht vernebeln. Der unberufene Zeitungsleser gerät ins Grübeln, wer jetzt wohl mit wem weitergehen will. Weiterlesen
Für den Zug nehme ich mir zwei Taschenbücher mit, die sich leicht verstauen lassen. Das eine ist eine Erzählung von Wilhelm Raabe, das andere ein Buch von Karl-Heinz Deschner. Weiterlesen
Ich lese ein Buch über Napoleon und staune über die Parallelen zu Donald Trump. Auch Napoleon kam zu einer zweiten Herrschaft, auch er bereitete sie durch eine Flut von Verordnungen vor, noch bevor er sie formell eingenommen hatte. Auch in der zweiten Herrschaft kam es zur Verfolgung von illoyalen Untergebenen und zur Vergeltung erlittener Schmach. Das Hin und Her der Geschichte liess damals ganz Europa erbeben, die europäische Mächte mobilisierten ihre Heere, bis Napoleon bei Waterloo endgültig geschlagen und nach St. Helena deportiert worden war. Weiterlesen
In Geschichte geborgen – ein provokativer Titel in einer Zeit, in der Völker mit gezogenem Messer aufeinander losgehen. Trotzdem möchte ich erst einmal einen Mantel erlaubter Naivität darumlegen und herausfinden, was mich da bewegte, als ich diesen Ausdruck fand. Es geht in die Kindheit zurück, in Leseeindrücke aus Legenden und Erzählungen. Weiterlesen
