Ich habe das neue Windows 11 installiert, arbeite aber immer noch mit der Vorgängerversion. Ich habe einen neuen PC gekauft, benutze vorderhand aber noch den alten, weil das neue Gerät den Drucker blockiert. Meine Frau reist nach Deutschland. Um ein Ticket zu lösen, brauchte man früher 10 Minuten am Fahrkartenschalter, sie versucht es per Internet und braucht einen ganzen Abend dazu – ohne Erfolg, weil das Programm einen Arbeitsschritt verweigert. Schliesslich erledigt es unsere Tochter von Deutschland aus. Ich hielt mich immer für technisch unbegabt, aber wenn ich die Zeitung lese, geht das Problem tiefer. Weiterlesen
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Nicht nur in Märchen, auch in Sagen des Altertums begegnet das Motiv: „Sechse kommen durch die ganze Welt“. So auch in der Sage von der „Argo“, dem Erkundungsschiff, das erstmals die gewohnten Grenzen hinter sich liess und das mit den grössten Helden Griechenlands bestückt war – so muss die Fahrt gelingen. Weiterlesen
Am Nullpunkt beginnt das Neue.
Religiöse Rede heute.
Texte, die sich an Gott wenden und von Gott erzählen.
Einstimmung
«Am Nullpunkt» – so wollte ich diese Notizen nennen, doch das beschreibt nur eine Hälfte, die Krise des religiösen Redens in unserer Zeit, an unserem Ort. Hier eröffnet sich aber etwas Neues und Befreiendes, darum ergänzte ich «Am Nullpunkt beginnt das Neue».
2017 begann ich einen Blog zu religiösen Themen. Im Vorwort schrieb ich:
„Von Gott erzählen“ – das stösst heute auf Schwierigkeiten.
Religion ist in der öffentlichen Wahrnehmung verquickt mit Gewalt, Krieg und Übergriffen. Oder dann mit Harmlosigkeit, weil nicht erkennbar ist, was sie mit den grossen Fragen der Zeit noch zu tun haben soll.
Kirche ist still geworden unter den Vorwürfen und Altlasten aus Mission, Kolonialismus, Inquisition und Unterdrückung von Minderheiten. Sie traut sich nicht mehr zu, ihre Botschaft in den Wahrheitsbegriffen der Zeit ausrichten zu können und duckt sich in die Rolle, die ihr zugewiesen wurde: eine Subkultur zu sein unter vielen.
„Gott“ ist ein Reizwort geworden für viele Zeitgenossen, auf das sie nicht mehr ruhig Antwort geben mögen. Sie reagieren mit gehässiger Abwehr. So, wie man den Sektenpredigern, wenn sie zuhause klingeln, die Türe vor der Nase zumacht.
Erzählen ist eine abgerüstete Form von Mitteilung. Da werden keine Ansprüche erhoben, die den Hörenden zu etwas zwingen wollen. Vielleicht hilft es, einfach ehrlich vom eigenen Weg zu berichten? Es geht nicht um erzählende Zugänge zu Gott. Es geht, angesichts der totalen Krise aller kirchlichen und theologischen Aussageformen zuerst darum, überhaupt eine glaubhafte Sprachbrücke zum Gegenüber zu finden.
Die Basis, von der aus einer Brücke geschlagen werden kann, liegt nicht in philosophischen Aha-Erlebnissen, die alle vernünftigen Menschen teilen müssen. Die Basis liegt nicht in einem Rest-Vertrauen, das die Kirche oder Teile der Kirche da oder dort noch geniessen mögen. Die Basis liegt in einer ehrlichen zwischenmenschlichen Begegnung, die ganz unten erfolgen muss, wo nichts vorausgesetzt werden kann, wo das Vertrauen zum Gegenüber erst geschaffen werden muss.
So streckte man sich früher die offene Hand zur Begrüssung hin: „Schau, ich bin unbewaffnet.“ Diese demonstrative „Wehrlosigkeit“, dieser Vertrauensakt, sich dem andern und seinem Goodwill auszuliefern, das kann auch heute eine Basis sein für die Vertrauensbildung in einem Umfeld grösster Infragestellungen.
Damals, am Anfang des Überlieferungsweges, von dem die Evangelien berichten, waren die Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Sie waren traumatisiert von ihren Erlebnissen, von denen die Passion erzählt. Es war die „Stunde null“, als nichts mehr gültig schien. Trotzdem oder gerade darum hat von hier aus etwas Neues angefangen. So wurde auch Freude wieder möglich, das Teilen von Glück und Schönheit. Wenn es nicht so wäre, würde niemand von Gott erzählen wollen. So aber beginnt der Versuch immer von neuem: von Gott erzählen.
Ist das religiöse Reden also in einer Krise? – Ja und nein. Es ist beides: Da ist der Nullpunkt, die Krise. Da ist aber auch das Gegenteil, die Faszination, die Anziehung, das Hingehen, Finden, Ankommen. Da ist die Antwort auf alle Krise, die schon auf dem Weg gefunden werden kann.
Ein Suchweg
Das hat mich im Leben immer am meisten fasziniert: auf einem Suchweg zu sein. Das findet sich in all meinen Notizen. Sie sind so umständlich und folgen allen Wegen und Nebenwegen, allen Irrtümern und vorläufigen Einsichten, weil nur so etwas von diesem Suchweg spürbar wird. Wollte ich es in einer These zusammenfassen, würde es das Wichtigste verlieren. Und es wäre so langweilig, dass ich nicht über die erste Seite hinauskäme.
Das Suchen ist offenbar nicht nebensächlich. Es hängt mit der Sache wesentlich zusammen, als ob diese gar nicht anders gefunden werden könnte als über einen Suchweg. Und der ist nur begrenzt mitteilbar. Ich kann ihn nicht abkürzen.
So war es auch bei diesem Buch wieder. An sich steht der Text fest, die Notizen sind gegeben. Aber wenn ich darin lese, wenn ich mich frage, was denn das Thema dieser Jahre gewesen sei, dann bin ich wieder mittendrin in diesem Suchweg.
Am Anfang der Welt
«Von Gott erzählen» ist von da her nichts, was man sich einfach vornehmen kann, oder es degeneriert zu einem «Unternehmen», das nichts mit diesem thrill zu tun hat: mit dieser Gefährdung, mit diesem angstvollen Vorwärtstasten, mit dieser Verzweiflung und handkehrum dieser Freude, dieser Dankbarkeit! Es ist wohl das grösste Abenteuer des Daseins, es hat zu tun mit dem Weg, auf dem man sich selber wird. Da ist noch nichts «da» und einfach vorhanden, sodass man es abrufen könnte. Da wird jeder Schritt getan und er kann schiefgehen, auch wenn es simpel aussieht: wie ein Mensch seinen Weg geht. Aber was wird, das ist erst auf dem Weg.
Es ist, als ob man – wenn man von Gott erzählen will – den Weg der Bibel nachgehen müsste, die mit dem Anfang beginnt und damit, wie alles begann. Es beginnt im Gegenüber Gottes. Erst so ist ein Begriff vom «allem» möglich, nur so kann man sich einem Absoluten gegenüberstellen im Gebet, im Glauben. Erst so entstehen Begriffe für Ich und Du, für die innere und äussere Welt.
Erfolg, Schönheit, dass das Leben gelingt … Es sind Fragen, Wünsche, Ängste, die immer wieder auftauchen. Und es findet sich ein Weg. Im Rückblick ist es, als ob wir immer wieder den heiligen Berg umrundeten. Immer wieder zeigt er sich von einer neuen Seite. So auch in den folgenden Beobachtungen. Weiterlesen
Was in der Luft liegt, sind nicht nur die geopolitischen Umwälzungen in Europa, USA und Asien. Als Satellit der USA im Nahen Osten hat auch Israel daran teil, auch dank eigener militärischer Erfolge, die allerdings waffentechnisch und finanziell von den USA und Europa unterstützt sind. Es stellt eine technologisch singuläre Macht in der Region dar, symbolisch zusammengefasst in der Verfügung über Atomwaffen. Mit der atomaren Aufrüstung des Irans ist diese Überlegenheit in Frage gestellt worden. Weiterlesen
Dieser Blog bringt Glaubens-Texte aus 40 Jahren. 1985 suchte ich nach dem Glauben und ich meinte, mir diesen Schritt leichter machen zu können, wenn ich ihn als «Paradigmenwechsel» im Sinn Thomas Kuhns verstand. Sein Buch («Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen», Ffm 1976) war damals in aller Leute Mund. Konnte so nicht auch der Wechsel von einer nicht-religiösen zu einer religiösen Haltung verstanden werden? Weiterlesen
In der Reklamebeilage unserer Zeitung erzählt ein Fischer von seinem Hobby. Schon als Bub war er jeweils um 05.00h am Wasser. Oft war es so kalt, dass er kaum die Rute halten konnte. „Ich wurde damals oft belächelt. Aber das war ok für mich. Wenn man etwas so sehr will und so erfolglos ist, dann muss man sich schon fragen, was man da eigentlich macht. Aber gleichzeitig wusste ich auch, dass ich eine gute Zeit hatte da draussen.“ Weiterlesen
Was ist das für eine Zeit, wenn man bei den Nachrichten aus vielen Ländern nicht an Politik denkt, sondern an Verbrechen? – Dieser Satz erregt Anstoss, aber er beruhigt auch, er nimmt die Empörung auf, das Unverständnis über so viel Grausamkeit, die gegenüber tausenden und zehntausenden von Menschen begangen wird. Weiterlesen
Bevor die Temperaturen wieder in die Höhe klettern, fahre ich frühmorgens oft mit dem Fahrrad hinaus. Direkt vor unserer Agglo-Gemeinde gibt es noch einen grünen Streifen, wo ein Hof Getreide, Sonnenblumen, Mais und Raps anbaut. Auch Reitpferde sind immer wieder zu sehen. Der Grünstreifen verdankt sich der Einflugschneise des Flughafens und der Panzerpiste des Militärübungsplatzes, das hat das Land vor Überbauung bewahrt. Weiterlesen
Das Buch Hiob, ein Weisheitsbuch des Alten Testamentes, fügt die Hiob-Tradition in eine Rahmenhandlung ein. Bevor das Drama um Heil und Unheil beginnt, treffen sich die himmlischen Mächte vor dem Vorhang und es entspannt sich ein Dialog zwischen Gott und Teufel. (Goethe wird das später imitieren, er setzt vor das Faust-Drama einen «Prolog im Himmel».) Weiterlesen
