Im Buch Hiob treffen sich Gott und Satan vor dem Vorhang zu einem Gespräch, bevor das Stück losgeht. Im Stück, da fallen die Hiobs-Botschaften, da ist nichts sichtbar, was noch helfen kann. Aber vor dem Stück, vor dem Vorhang: ist da noch etwas zu finden, was weiterführt? Weiterlesen
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Tauschen scheint das Friedlichste, was es gibt. Aber nicht, wenn Elfenbein gegen Glasperlen getauscht werden oder gegen Schnaps. Doch gibt es immer wieder Schlaumeier, die mit Talmigold bezahlen. Auch die Kulturgeschichte kennt solche Tauschverhältnisse und auch die Religion ist betroffen. Seit Jahrhunderten werden ihre Werte angeeignet und durch billige Imitate ersetzt. Ist Religion eine Kolonie? Oder gibt es auch hier eine Entkolonisierung, wie in der Politik der 50er Jahre? Weiterlesen
Gestern wurde der Papst zu Grabe getragen. Wir nahmen über das Fernsehen am Gottesdienst teil. Es war ruhig und schön. Ich habe selten, vielleicht noch nie in dieser Zeit, gesehen, dass Kirche und Christentum so positiv wahrgenommen werden. Da fügt sich das Bild harmonisch ein, wie Trump und Selenskyj sich bei dieser Gelegenheit im Petersdom auf zwei Stühlen gegenübersitzen. Es ist ein hoffnungsvolles Bild. Als ob etwas von diesem Papst, vom Frieden dieses Gottesdienstes, auf die Politik hinüberstrahlen würde. Weiterlesen
Ich bin noch nicht gewohnt, von seinem Tod zu erzählen. Gestern war ein Besuch da, da habe ich Formulierungen erprobt. Bei seinem Tod habe ich etwas erfahren, was mich nicht traurig machte, sondern mir Mut und Lebensfreude gab, die Einsicht: Das ist mein Tod, darum ist es auch mein Leben. Weiterlesen
Wo ist das zu finden, worauf wir hoffen, von dem wir leben? Gilt das nicht mehr, worauf wir uns ein Leben lang stützten? Die Demontage von Recht und Wahrheit, das ist zynischer Sprachgebrauch. Er ist wohl von den Machtzentren ausgegangen, hat aber auch die Ohnmächtigen erreicht. Auch sie vertrauen nicht mehr auf das Recht, den einzigen Verbündeten, den sie haben. In der Passion Christi kommt das zum Ausdruck. Weiterlesen
Karwoche. Ein grosser Anspruch. Kann ich mich dem stellen? Die Karwoche ist das Grösste im Kirchenjahr. Es ist das Allergrösste an Kunst und Frömmigkeit, was in dieser Zeit begegnet. Durch die Säkularisierung ist man aber auch freigestellt. Man kann die Zeit verbringen, ohne einen Gedanken an sie zu verwenden. Weiterlesen
Die Welt scheint ein unsicherer Ort geworden zu sein. Nachrichten berichten von der Bedrückung, die selbst die Kinder heute heimsucht. Sollte ausgerechnet die Passion hier helfen: dass man in der Betrachtung Trost findet, dass man stille steht und das Leid vor Gott bringt? Weiterlesen
Mittagsnachrichten. Weltweit sind die Börsen in Talfahrt. Es ist eine Erschütterung zu spüren. Da ist Trump mit seinen Zöllen, sein Zurückschneiden des Staates, seine Freude an Provokationen, seine Verstösse gegen Gesetz und Verfassung, was seinem Inaugurationseid Hohn spricht, wonach er die Verfassung «achten und schützen» wolle. Weiterlesen
Ich las Balzac, „Eine Frau von dreissig Jahren“. Damals, in den 80er Jahren, tauchen neue Bewegungen im politischen Spektrum auf. Sie legen nicht nur den Finger auf einzelne Schwachpunkte. Angesichts der ökologischen Probleme halten sie der Zivilisation vor, sie sei mit ihrem ganzen Entwicklungspfad in eine „Sackgasse“ geraten. Die Systemkritik weitet sich zur Epochenkritik und nimmt wieder ethische und religiöse Kategorien auf. So taucht auch die Frage nach dem Ganzen und Richtigen in der Politik wieder auf. Weiterlesen
Viele Menschen können heute mit dem Pflicht-Begriff, mit dem wir Älteren aufgewachsen sind, nichts mehr anfangen. Es geht nicht mehr in erster Linie um das Sollen, sondern um das Wollen. Das Problem ist aber nicht nur, dass wir nicht können wie wir sollen, sondern dass wir uns beim besten Willen verfehlen können. Weiterlesen
