Schlagwortarchiv für: Christus

Ich habe eine Taufurkunde ohne Taufspruch. Liegt das am Pfarrer oder an der Gemeinde? Dafür erfahre ich, dass ich in St. Peter getauft wurde, einer Kirche in Basel, in der Nähe des Spalenbergs, wo meine Eltern damals ein Geschäft hatten. Weiterlesen

Die Unschuld, mit der man am Morgen aufsteht und den Tag beginnt, hatte er verloren. Die Unbefangenheit, mit der man der Zukunft ins Auge blickt, war vorbei. Die Spontaneität, mit der man andern Menschen begegnet und ihnen das Beste zutraut, die hatte er schon lange verloren.

 

Der Bettag in seiner heutigen Form ist nicht von Kirche und Pfarrern begründet worden, sondern vom Staat. Wenn eine Notzeit war, rief die Obrigkeit die Untertanen auf, zu Gott zu beten, damit er das Unheil abwende.

Beten auf Geheiss der Regierung
Dass das auch heute noch geschieht, haben wir diesen Sommer erlebt. Als es in Polen so stark regnete, forderte die Regierung die Bevölkerung zum Gebet auf. Und als das Feuer in Griechenland monatelang wütete, sprach die Regierung von einer „von Gott gesandten Plage“. Weiterlesen

Ich sitze beim Coiffeur auf dem Stuhl. Die Brille habe ich abgelegt und blinzle kurzsichtig mein Konterfei im Spiegel an: eher ein dunkler Schatten als ich selbst. Wie ich unbeschäftigt so da sitze, gehen meine Gedanken voraus: Ich muss einen Beitrag über mich schreiben für die Rubrik „Persönlich“. Das Lied von Mani Matter fällt mir ein: „Bim Coiffeur bin i gsässe vor em Spiegel, luege dri“. Weiterlesen

Was uns zuinnerst beschäftigt, das lässt sich nicht so leicht aussprechen. Aber in Träumen taucht es oft auf. Und Märchen und Sagen erzählen davon. Da wird etwa von einem Königreich erzählt, und der Ruf ergeht an alle, eine Aufgabe zu lösen. Wer sie löst, der erhält die Prinzessin, wer versagt, verliert sein Leben. Die Märchensprache ist drastisch, aber so ist klar: Es geht um Leben und Tod. Es geht um die zentrale Frage des Lebens, nicht um Erfolg oder Misserfolg im Kleinen, sondern um das Gelingen des Lebens im Ganzen. Weiterlesen

Es gibt heute ernste und grosse Probleme – soll man sich auch noch um den Glauben streiten? Haben die Kirchen nichts Besseres zu tun? Sollten sie sich nicht besser mal um die Menschen kümmern? – Viele denken wohl so, wenn sie in der Zeitung lesen, wie Kirchen sich gegenseitig die Wahrheit absprechen. Und noch schlimmer: die Richtungen, die zu Gewalt aufrufen oder sich mit extremen politischen Ansichten verbinden! – Weiterlesen

Der Glaube sagt nicht einfach: „Du sollst!“, sondern stellt uns Bilder gelungenen Lebens vor Augen. Diese Bilder helfen uns in unsern konkreten Lebens-Situationen, uns „richtig“ zu entscheiden, und geben uns zugleich einen „Vorgeschmack“ des Gelingens, der das Handeln zu motivieren vermag. Weiterlesen

In der Kirchengeschichte wurde immer nach einem Glauben gesucht, mit dem sich leben und sterben lasse. Der Tod, d.h. die Frage nach dem Leben und wie es gelingen kann, ist überhaupt eine der Hauptwurzeln der Religion.
Seit der „neolithischen Revolution“, ca. 15.000 vor Christus, war unsere Kultur landwirtschaftlich geprägt. Leben und Sterben wurden in Bilder aus dieser Kultur gedeutet und erfahren.

Das geht mir durch den Sinn, wenn ich sehe, dass einige Büsche am Bach entlang, wo ich gehe, ihre Samen mit Flaum durch die Lüfte treiben. Vor einigen Tagen hat die Getreide-Ernte begonnen. Wenn ich abends mit dem Fahrrad meine Runden drehe, sind einige Felder schon abgeerntet. Weiterlesen

Glauben können, das ist kinderleicht und kinderschwer. – Wenn ich den Glauben suche, taucht die Kindheit immer wieder auf. Das ist die Zeit, in der vieles geprägt wurde. Immer wieder erlebe ich als Erwachsener, wie ich etwas tue, was ich nicht will. Und was ich will, das tue ich nicht.

Der Widerstand, der kommt nicht erst am Schluss dazu, der mischt schon von an Anfang mit. Schon die Wahrnehmung ist geprägt. Schon die Wahr-Nehmung ist eine Falsch-Nehmung. Sie zeigt mir die Wirklichkeit nach dem Muster frühkindlicher Erfahrungen. Und die Antwort darauf ist schon beigemischt. So hatte ich als Erwachsener seltsame Aha-Erlebnisse: Wenn etwas ganz aussichtlos erschien, dachte ich, ich sei endlich am Boden der Wirklichkeit angelangt. Weiterlesen

Warum wir Gott erkennen. Warum wir Gott nicht erkennen.

Die christliche Botschaft erzählt, dass Gott seinen Sohn in die Welt sandte und dass er dort doppelt ankommt, um seine Heilsbotschaft zur Geltung zu bringen.
Zuerst kommt er als Knecht, wobei er allen zum Anstoss wird, die ihn als Herrn erwarten. Dann kommt er als Herr und wird allen zum Anstoss, die ihn in Knechtschaft halten wollen. Weiterlesen

Wie einer zum Glauben kommt, das wird gewöhnlich so erzählt: Als Kind kommt er religiös unbeschrieben zur Welt. Aber durch die Eltern oder durch eine Jugendgruppe wird er religiös beeinflusst, vielleicht gerät er sogar in die Fänge einer Sekte und braucht dann ein ganzes Leben, um wieder daraus herauszukommen.

Sieht man in der Religion aber nicht eine Ansammlung von Glaubens-Sätzen sondern eine ganze Art, in der Welt zu sein, was sich in einer Haltung des Vertrauens ausdrückt – Vertrauen, gehalten zu sein und auf die Menschen vertrauensvoll zugehen zu können – dann ist es gerade umgekehrt. Dann ist diese Religion bei den Kindern schon vorhanden, aber sie kann verlorengehen. Und es braucht ein ganzes Leben, um sie wieder zu lernen.
Das erklärt den Titel meines ersten Buches und das Vorwort, das ich dafür schrieb: Weiterlesen