Heute hatte ich Lust, wieder mal die «Bekenntnisse» von Augustinus hervorzuholen und darin zu lesen. „Was soll all dies Reden, Gott? Kann denn ein Mensch Worte finden, die Deiner würdig wären? Aber wehe denen, die von Dir schweigen.“ Es ist paradox: Von Gott reden ist nicht möglich. Es erreicht ihn nicht. Von ihm schweigen ist aber auch nicht möglich. Auch das heisst, sein Leben zu verfehlen, wenn man es für sich halten wollte! Weiterlesen
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Ob sich jemand in der Lebensmitte an Gott wendet, ist nicht eine Frage, ob er sich seinen Kinderglauben bewahrt hat, sondern eine Frage, ob seine Verzweiflung gross genug ist. Erst die Verzweiflung hebt auf diese Höhe, wo das Ganze des Lebens in eine Gestalt zusammen fliesst, z. B. indem jemand sein Leben fortwerfen will und dabei, in diesem Moment, die Erfahrung macht: „fortwerfen kann ich es ja immer noch, ich will es einsetzen“. Weiterlesen
Das Ganze
„Was ist das?“ fragte ich unsere kleine Tochter, als sie einen Kreis auf ein Papier malte. „Alles“, sagte sie. – Schon kleine Kinder haben ein Bedürfnis nach Orientierung. Sie brauchen eine Karte von „allem“, wo sie sich verorten können. So auch die Erwachsenen. Weiterlesen
