Schlagwortarchiv für: Kirchenjahr

Die Passionszeit erscheint uns manchmal wie ein Berg, wo wir hinaufsteigen müssen. Und zuoberst steht der Satz: „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach!“ Das ist ein Satz, der weit ins Land leuchtet, wie das Kreuz, das oben auf dem Berge steht. Und es schreckt ab, der Wanderer möchte lieber unten vorbei gehen! Und doch ist es Evangelium, es hat die Kraft, dass wir im Innersten getröstet werden. Weiterlesen

Nun ist die Zeit wieder da, in der viele Menschen die Passion Christi betrachten. In den Kirchen werden Andachten gehalten, Chöre üben die Johannes-Passion ein oder ein anderes grosses Werk der Musikgeschichte. Was haben Menschen davon, wenn sie sich in die Passion vertiefen? Es ist nicht nur Tradition, es sind nicht nur ältere Menschen, die sich das „antun“. Die Rock-Oper „Jesus Christ Superstar“ war eine Passionsgeschichte und ein Riesenerfolg bei Jugendlichen. Der 2004 herausgekommene Film „die Passion Christi“ wurde einer der 30 kommerziell erfolgreichsten Filme überhaupt. Weiterlesen

„Wie geht es Dir?“ frage ich einen Kollegen, dem ich unverhofft in der Stadt begegne. Ich habe ihn lange nicht mehr gesehen. Ein halbes Leben liegt dazwischen, sicher 30 Jahre. Er erzählt und irgendwann im Lauf des Gesprächs fällt der Satz: „In jedem Leben gibt es den Moment, wo Du nicht mehr ausweichen kannst.“

„Wie meinst du das?“ „Wenn du jung bist“, sagt er, „kannst du die Stelle wechseln, du kannst eine neue Beziehung anfangen, du kann abbrechen und neu anfangen. Du bist mobil und frei, die Welt ist offen. Es gibt 1000 Möglichkeiten. Und alles lässt sich revidieren, nichts ist für immer. Du kannst dich immer wieder neu erfinden und ausprobieren wie es ist. Die Auswahl ist ohne Grenzen. Aber in jedem Leben gibt es den Moment, wo das nicht mehr geht, wo du „gestellt“ wirst und dich „stellen“ musst.“ Weiterlesen

Es ist Fastenzeit. Nicht viele Menschen fasten heutzutage. Jedenfalls nicht freiwillig. Manchen geschieht es aber in dieser Zeit, dass sie eine Grippe einfangen. Und sie müssen ins Bett liegen, haben keinen Appetit mehr. Sie fasten ohne es geplant zu haben. Weiterlesen

Ein Weg aus systemischen Zwängen

Schönheit, ein erfülltes Leben, sich entfalten, Gesundheit – die Bilder, die wir haben vom Glück, sind geprägt von unserem persönlichen Leben. Wir leben heute vereinzelt. In der Hälfte der Haushalte lebt heute nur ein einziger Mensch. So ist auch das Glück individuell, das wir uns vorstellen. Und Bibel-Texte, die von Freiheit reden, und dass Gott sein Volk aus der Gefangenschaft führt, sind uns fern.

Wie ist es denn mit unseren Erfahrungen von Gemeinschaft? – An Weihnachten kommt die Familie zusammen – nicht nur die, mit denen man im Alltag Kontakt hat. Auch jenen Bruder trifft man wieder, mit dem man sich auseinander gelebt hat, und die Schwiegermutter, von der man sich nie wirklich akzeptiert gefühlt hat.

In manchen Familien gibt es so etwas wie ein schwarzes Schaf. Wenn dem Hans etwas geschieht, so finden es gleich alle typisch. So ist er eben! Oder wenn Tante Trudy einen Fehler macht, wundert es niemanden, man hat es immer gewusst.

Bilder prägen. Sie sind entstanden, aufgrund von Erlebnissen. Hans ist wirklich ein paar Mal in etwas reingerasselt, und Trudy hat wirklich Fehler gemacht. Aber die Bilder, die wir von ihnen haben, weisen ihnen auch einen Platz zu. Und solche Bilder können fest werden wie ein Gefängnis, aus dem man kaum mehr ausbrechen kann. Weiterlesen

In Erinnerung an den zu früh verstorbenen Bruder

Ab und zu gehe ich mit einem Kollegen wandern. Er ist älter als ich. Einmal waren wir wieder zusammen unterwegs, es war in der Adventszeit. „Wenn ich in dieser Zeit unterwegs bin, erinnert mich das immer an das Krippenspiel, das wir als Kinder aufführten“, erzählte er. „Es gab viel zu viele Kinder und viel zu wenig Rollen. Weiterlesen

Der Gegenwärtige, auf den wir warten, der schon gekommen ist

Wie können wir auf Gott warten, wenn er schon gekommen ist? – Wie kann Gott da sein, wenn die Welt noch im Argen liegt? – Fragen zum Advent

Jedes Jahr erwarten wir im „Advent“ die „Ankunft“ Gottes. Aber ist er nach der Aussage des Glaubens nicht in Christus schon gekommen? Ist er nicht auch „da“, wenn ich zu ihm bete? Die kirchliche Tradition spricht von einem „dreifachen Advent“. Sie unterscheidet einen Advent in „Memoria“ (in Erinnerung an sein Kommen in Jesus Christus), einen Advent in „Prophetia“ (in Erwartung seiner endgültigen Wiederkunft am Ende der Zeit) und einen Advent des „Mysteriums“: Das ist seine Gegenwart „jetzt“ im Heiligen Geist.

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Ein alter Mann stapft durch den Winter-Nebel. Er ist unnütz für die Gesellschaft und belastet die AHV, wie es heisst. Bald sind die Alten nicht mehr tragbar. Wie gerät er in die Weihnachtsgeschichte? Weiterlesen

Wie ist es, wenn unser Leben ankommt? – Die Bibel erzählt, wie Christus über Land zieht. Eines Tages kommt er zu einer Stadt, und wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht: Er kommt, von dem alle so wunderbare Dinge erzählen: dass er Kranke heile und Aussätzige berühre. Stumme könnten wieder reden und Lahme gehen. Er habe sogar einem Toten das Leben wieder gegeben. Weiterlesen

500 Jahre Reformation. Das wird jetzt hoch gehängt, im Jubeljahr, mit Honoratioren und Professoren. Wer fühlt sich da berufen, auch noch etwas beizutragen? Auf der andern Seite ist es das Allergewöhnlichste. Es geht um den Glauben, um das tägliche Brot, von dem wir leben – als Angehörige dieser Kirche. Weiterlesen