Schlagwortarchiv für: Kultur

Das Thermometer klettert auf über 30 Grad. Der Wetterdienst gibt Hitzewarnung aus. Wie sollen wir mit der Hitze zu Rande kommen? Wie ausharren in der Wohnung? Nicht das Schlechteste ist, ein Buch hervor zu nehmen und die heissen Nachmittage mit Lesen zu verbringen. Weiterlesen

Es ist eine Haltung

Wer Vertrauen hat, der ist nicht einfach nur ein Optimist, der im Gegensatz zu einem Pessimisten eine fröhlichere Natur hat. Er ist nicht einfach nur naiv und blauäugig und macht sich über die wirkliche Welt noch Illusionen, weil er noch nicht erfahren hat, wie sehr das Leben verletzen kann. Weiterlesen

Pfingsten gilt als Geburtstag der Kirche. Der Auferstandene erscheint den Jüngern und schickt sie in die Welt: «Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker.» (Mt 28,18) Mission hat einen schlechten Ruf. Gibt es Mission ohne Kolonialismus? Lässt sich Glaube verbreiten ohne zu unterdrücken? Ist der Wahrheitsanspruch des Christentums autoritär? Weiterlesen

Die Pfarrer würden nicht von ihrem Glauben reden, so lautet ein Vorwurf. Es war wohl in der Zeit meines Theologie-Studiums, da fiel mir auf, dass ich im Zugsabteil mit fremden Leuten ohne weiteres in ein Gespräch über Sexualität kommen konnte, aber nicht über Glauben – die Scham hatte sich verlagert. Für das Gespräch über Sexualität gab es eine öffentliche Sprache, für das Gespräch über Religion nicht. Weiterlesen

Ich habe „das“ Streichquintett gekauft von Schubert. (Ich war gestern in der Stadt). Ich habe mir früher geschworen, diese Musik nie zu kaufen, obwohl es mir schien, das sei das schönste Stück Musik, das ich je gehört hätte. Ich hatte es kennengelernt als Musik in einem Film über Auschwitz. Da war ein Nazi-Offizier, ein KZ-Leiter. Später sah man die Schuhe und Brillen der Opfer, ganze Berge. Und da sass dieser Offizier und höre den langsamen Satz dieser Musik! Weiterlesen

Gestern ist die Religion drei Mal Thema geworden in der Tageszeitung. Wie das geschah, das gibt ein gutes Bild für ihre Stellung in unserer Zeit: Da ging es um Übergriffe und kriminelle Verwicklungen, um den Mythos und um die Angst vor dem Ende der Menschheit und wie man davon reden könne. Weiterlesen

Gibt es einen fröhlichen Bettag? Erfunden worden ist er von der weltlichen Obrigkeit. Wenn eine Katastrophe über das Land hereinbrach, wenn Krieg oder Teuerung das Volk bedrohten, dann setze man einen Bettag an. Durch Busse und Umkehr sollte das Unglück abgewendet werden. Weiterlesen

Zum 20. Jahrestag von Nine Eleven

Wie ein Fanal steht am Anfang des Millenniums der Anschlag von „Nine Eleven“. Als ob der Terror dem neuen Jahrtausend seinen Stempel aufdrücken wollte. Aber es war nicht der Terror allein. Ökologie und Ökonomie produzierten immer neue Schreckensmeldungen. In der Schweiz ist das Jahr 2001 mit Flugzeugabsturz, Unfall im Gotthardtunnel und «Grounding» der Swissair als eigentliches „Katastrophenjahr“ in die Geschichte eingegangen, am schrecklichsten war vielleicht der Amoklauf im Zuger Kantonsparlament mit 14 Toten und 18 Verletzten. Weiterlesen

Im Prinzip ist es nichts Neues, nur das Auftauchen von Fremdenfeindlichkeit im Mittelstand, der sich bisher davon frei glaubte, auch in seinem liberalen und linken Spektrum, das bisher noch in einem Bewusstsein von Solidarität und Internationalismus gelebt hatte. Grund ist nicht Rassismus, sondern eine Begrenzung der Güter, eine Bedrohung der eigenen sozialen Situation, die plötzlich als bedrohtes Privileg wahrgenommen wird. Weiterlesen

Die Geschichte der drei Reiche, eine alte chinesische Erzählung, ist ein Höhepunkt der antiken Weisheits-Tradition, ähnlich wie die Thronfolge-Geschichten Davids im ersten Testament oder die Josephs-Legende. Da sind Staatsmänner am Werk, Strategen, die die Gesetze kennen, nach denen das Leben in Gesellschaft und Politik abläuft. Sie sind alles andere als naiv. Weiterlesen