Ich fahre mit dem Fahrrad hinaus. Ich möchte die abgeernteten Felder sehen. Die Getreideernte ist eine erste starke Botin vom kommenden Herbst. Es beschäftigt mich, dass diese Herbstbilder sich nicht mehr einordnen lassen in einen natürlichen Zyklus von Jahreszeiten. Die Klimakrise hat alles durcheinander gebracht. Weiterlesen
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Ein Zeitungs-Artikel diese Woche führte die Überschrift: „Die Regierung fühlt sich ohnmächtig.“ Es ging um die Doha-Konferenz zur Klima-Veränderung in diesen Wochen. Experten sagen, das Zwei-Grad-Ziel sei schon verfehlt, also die Verhinderung eines Temperaturanstieges, bevor irreversible Mechanismen in Gang kommen. Wir gingen auf Erfahrungen zu, die für die menschliche Zivilisation bisher unbekannt seien. Weiterlesen
Das gesellschaftlich-kulturelle Klima gegenüber Kirche und Religion hat sich in den letzten Jahren völlig verändert. Schon früher gab es Vorwürfe gegen die Religion, damals konnte man es aber abwehren. Man brauchte sich nicht darum zu kümmern in der Gewissheit, im Glauben ginge es um den Weg zum richtigen Leben. Religion bei uns war apolitisch. Weiterlesen
«Wie in Massa und Meriba» – diese Orte sind in der Bibel sprichwörtlich geworden. Sie erinnern an eine Episode aus dem Befreiungskampf, bei der Flucht aus der Sklaverei. Es kamen Rückschläge, das Ziel rückte in weite Ferne. Statt in der verheissenen Zukunft war man in einer Wüste gelandet und litt Mangel an allem. Die Menschen verzweifelten und revoltierten. Sie fühlten sich von Gott und Menschen verlassen. Weiterlesen
Es ist schön, am Tisch zu sitzen, ein Bier neben sich, bald kommt das Essen. Vor mir die Zeitung: Es ist ein Vorgefühl von Ferien. Auch das Wetter spielt mit, der «Hexenkessel» über den Atlantik, der immer neue Gewitterfronten über das Land schaufelte, gibt heute Ruhe. Selbst Corona hat ein Einsehen. Viele Einschränkungen sind aufgehoben. Man kann wieder wandern und einkehren. Ein Gefühl «wie früher». Weiterlesen
Ich lese „Die Räuber vom Liang Shan Po“. Sie leben am Rand, sind ausgestossen. Sie haben gegen Unrecht protestiert. Es ist ein Zustand der „Desintegration“ – er zeigt sich in ihrer Randständigkeit, er meint aber das ganze Reich, das sich nicht einen kann. Die Gegensätze nehmen zu. Auch der einzelne kann so nicht zur Ganzheit kommen und mit sich übereinstimmen. Weiterlesen
Haben Warnungen Folgen? Ende Juni ist in Seoul ein Warenhaus eingestürzt und hat über 1.000 Menschen unter seinen Trümmern begraben. Am Vortag hatte das Personal Risse in den Stützpfeilern und in der obersten Decke gefunden. Die staatliche Bauaufsicht warnte darauf die Geschäftsleitung, dass das ganze Gebäude zusammenbrechen könnte. Nichts geschah. Weiterlesen
Es könnte einer auf die Idee kommen, es gebe eine «heimliche Kirche» und diese sei gestiftet von Nikodemus oder von Josef von Arimathäa. Denn diese widersprachen den Autoritäten ihrer Zeit und sie schützten sich, indem sie bei Nacht zu Jesus kamen und im Geheimen. Viele könnten sich darin wiedererkennen, die sich von der Mehrheitskirche nicht anerkannt fühlen oder sie insgesamt verwerfen. Weiterlesen
Wir haben den Film „Melinda und Melinda“ von Woody Allen gesehen. „Ist es eine Tragödie? Ist es eine Komödie? Es liegt im Auge des Betrachters.“ Die Rahmen-Erzählung handelt von zwei Schriftstellern, die sich über diese Frage streiten. Ist das Leben zum Lachen oder zum Weinen? Es lässt sich so oder anders erzählen. Weiterlesen
Im alten China gab es ein Musik-Instrument, eine Art Laute, die war so gebaut, wie man sich die Welt vorstellte. Da war die Erde nachgebildet im Boden des Instruments. Darüber wölbte sich der Himmel, nachgebildet in der Rundung des Schallkörpers. Darüber waren fünf Saiten gespannt, nach den fünf Elementen, aus denen nach damaliger Auffassung der ganze Kosmos besteht. Weiterlesen
