«Es ist wohl auch für Dich wichtig, auf einem Weg zu sein, der für Dich stimmt. Egal, wo er durchführt, Du willst und kannst Dich nicht verleugnen.» Aus dem Brief eines Vaters an seine Tochter. Weiterlesen
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Manchmal kann das Schreckliche auch schön sein. Die überforderte Psyche rettet sich. Sie verengt die Aufmerksamkeit auf einen Spalt, auf ein kleines Detail: das Licht, wie es gerade scheint, einen Ton, ein Muster an der Wand… Die Welt verschwindet und macht der Schönheit Platz. Diese Reaktion auf ein unerträgliches Erlebnis begegnet auch in dem Film «Foxtrot» von Samuel Maoz aus dem Jahr 2017, den wir im Rahmen der Veranstaltung Psychoanalyse und Film gesehen haben. Weiterlesen
Neue Schreckensmeldungen. Ich habe gestern Abend nicht Nachrichten gehört. So überfällt es mich am Morgen mit grossen Lettern auf den Titelseiten. Ich spüre, wie ich mich dagegen schütze. Schon diese ganze Zeit. Ich habe mich als Zeitgenosse abgemeldet. Ich habe keine Zeit dafür. Ich ziehe mich zurück in Unabkömmlichkeit. Mein Projekt hält all meine Gedanken besetzt. Ich mag nicht darüber hinausschauen, darum bin ich ihm besonders ausgesetzt. Es überfällt mich immer wieder von hinten. Weiterlesen
Krisenzeiten erfinden ihre eigenen Formen des Redens. Besonders eindrücklich, wenn eine Rede stockt, wenn ein Erzähler sich umwendet und die Hörerenden direkt anspricht. Das Publikum verwandelt sich zu Beteiligten. Sie müssen die Distanz aufgeben und Stellung nehmen. Berühmt ist die Friedensrede Chaplins am Ende seines Films «The Great Dictator». Auch die Bibel kennt Beispiele. Weiterlesen
Heute soll es stürmisch werden, in den Bergen ist wieder Schnee angesagt. Als ich Morgengymnastik mache, sitzt eine Taube vor dem Fenster. Seit einigen Jahren schon sehen wir sie in der Nachbarschaft, freuen uns über ihr «Tu-tu-tu». Sie sucht einen Ort, wo es etwas geschützt ist. Ein Sturm ist angesagt. Weiterlesen
Diesen Januar jährt sich zum 500. Mal die «Zürcher Disputation», die die Weichen zur Reformation in Zürich gestellt hat. Dieses Datum – 500 Jahre Reformation – kann die Kirche wohl nicht übergehen. Es einseitig für Werbung nutzen zu wollen, ist aber auch nicht möglich, zu sehr steht die Kirche heute in der Kritik. Das Krisenbewusstsein geht heute weit über die Kirche hinaus. Diese könnte sich der Situation stellen und aufnehmen, was viele Menschen heute zutiefst verunsichert und an der Zukunft zweifeln lässt. Das könnte eine würdige Feier der Reformation und ihrer Anliegen sein. Weiterlesen
Gott sagt auch den Mächtigen das Gericht an, so in einzelnen Übersetzungen der Bibel. In anderen Übersetzungen wird das geglättet und ins Gegenteil verkehrt: Gott wird die Mächtigen behüten. Begreiflich, wenn die Kirche aufrührerische Stellen glättet. Es gibt aber Zeiten, wo man froh ist um starke Worte, ganz ohne Aufruhr. Wenn das Unrecht von Staaten ausgeht, der Terror von Staatslenkern – soll die Bibel da ohne Antwort sein? Weiterlesen
Durch den Abschied bin ich aus der alten Welt herausgelöst, die neue ist noch nicht vorhanden. So bin ich empfänglich für alle möglichen Gefühle von Unwirklichkeit und Absurdität, wie es ein Blick in die Zeitungen ohnehin nahelegt mit ihren Bildern von Krieg und absichtsvoller Zerstörung. Dazu gehören Klimawandel und Artensterben, was nicht erledigt, aber von anderen, teils gegenläufigen Bestrebungen abgelöst worden ist. Weiterlesen
Eine Stimme im Dunkeln. Ich höre einen Psalm, überfliege vor Tagesanbruch die Nachrichten: Krieg, Teuerung, drei Lecks an der Pipeline, Sabotage auf dem Meeresgrund. Eine Nachricht erschlägt die andere. Draussen regnet es. Der «Starkregen» ist ausgeblieben, vor dem sie warnten. Weiterlesen
Im Zug habe ich „Ivanhoe“ gelesen von Walter Scott. Es ist Abenteuer-Lektüre für Jungen – und sehr klug. Es liest sich auf weite Strecken wie eine Variante der Odyssee. Die Helden sind im Ausland, auf einem Kreuzzug, und zuhause breiten sich Profiteure aus, sie reissen das Erbe an sich. Weiterlesen
