Es ist schön, am Tisch zu sitzen, ein Bier neben sich, bald kommt das Essen. Vor mir die Zeitung: Es ist ein Vorgefühl von Ferien. Auch das Wetter spielt mit, der «Hexenkessel» über den Atlantik, der immer neue Gewitterfronten über das Land schaufelte, gibt heute Ruhe. Selbst Corona hat ein Einsehen. Viele Einschränkungen sind aufgehoben. Man kann wieder wandern und einkehren. Ein Gefühl «wie früher». Weiterlesen
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Ich lese „Die Räuber vom Liang Shan Po“. Sie leben am Rand, sind ausgestossen. Sie haben gegen Unrecht protestiert. Es ist ein Zustand der „Desintegration“ – er zeigt sich in ihrer Randständigkeit, er meint aber das ganze Reich, das sich nicht einen kann. Die Gegensätze nehmen zu. Auch der einzelne kann so nicht zur Ganzheit kommen und mit sich übereinstimmen. Weiterlesen
In Politik und Kirche werden die Behörden neu gewählt. In der Antike war der Hirte ein Symbol für den Herrscher. Wünsche für einen gute Herrschaft oder Kritik an schlechter Amtsführung wurden mit Hilfe dieses Symbols zum Ausdruck gebracht. Damals gab es keine verbriefte Mitsprache des Volkes und keine Verfassung, an die sich Herrscher halten mussten. Weiterlesen
Gestern war ein Bericht in der Zeitung über ein katholisches Waisenhaus in Irland, wo offenbar über Jahrzehnte Kinder vernachlässigt wurden. Als sie starben hat man sie in einem Schacht „begraben“. Zwei Jungen fanden den Eingang beim Spielen. Offenbar liegen dort meterhoch Kinderleichen. Sie fassten einen Schock fürs Leben und können erst jetzt davon erzählen, nach 20, 30 Jahren.
Es ist nicht zu ertragen. Ich mag mich kaum damit befassen.
Die Kirche hat keinen „Bonus“ mehr. Sie hat einen „Malus“. Sie muss sich rechtfertigen, wann immer sie in der Öffentlichkeit als Kirche erkennbar wird. Und der Malus wird durch solche Nachrichten immer mehr befestigt. Weiterlesen
„Leider sehen wir uns gezwungen, Ihnen mitzuteilen…“ – Das Unglück kommt auf vielfältige Weise, manchmal mit einem Kündigungsbrief, manchmal ist es der Lebenspartner, der einem eröffnet, dass er andere Wege gehen will. Manchmal ist es jemand, der „Schande“ über die Familie bringt. Weiterlesen
«Loser», Verlierer – dieser Terminus ist wieder auf der politischen Agenda, weil ein Politiker seine Gegner so verspottet – und weil er es nicht schafft, seine Niederlage einzugestehen. Weiterlesen
Zu der Zeit, als Jesus lebte, warten die Menschen ungeduldig darauf, dass dieses „Reich Gottes“ anbricht. So viel Dunkles gibt es auf der Welt – sie sehnen sich nach Licht. So viel Kaltes – sie sehnen sich nach Wärme. So viel Unrecht und Leid – wenn Gott doch endlich kommen wollte… Weiterlesen
Wenn ein Bauer stirbt, kommt das ganze Dorf in die Kirche. Alle nehmen Anteil. Wenn ein ganzer Bauernstand stirbt, ist das kein Anlass, für den man in Kirche geht. Dieses „Bauernsterben“ ist ja auch ein schleichender Prozess. Was geht das also die Kirche an? Weiterlesen
Nicht nur „Sexualität“ ist eine Leidenschaft. Es gibt viele grosse, leidenschaftliche Gefühle in der Bibel: Zorn, Scham, Reue, Liebe, Eifersucht, Kränkung, Rache. Da ist ein heftigstes Gerechtigkeits-Verlangen. Da sind Angst und Wut, Neid und Hass, Elend, Verzweiflung, Jubel, Freude, Dankbarkeit. Weiterlesen
Im Herbst beginnt die Wanderzeit. Viele zieht es in die Berge. Es ist ein schöner Moment, wenn man nach einem anstrengenden Aufstieg oben angekommen ist. Jetzt hat man es geschafft. Von jetzt an geht es nur noch geradeaus, und man geniesst den Blick, der weit in die Runde geht. Auch das Leben kennt eine solche Aufstiegszeit. Man lernt einen Beruf, geht Beziehungen ein, löst sich vom Elternhaus und stellt sich auf eigene Beine. Irgendwann hat man es „geschafft“, man weiss, wie es läuft, hat einen Weg gefunden. Weiterlesen
