Schlagwortarchiv für: Vertrauen

Bin ich religiös?

Mitte 30 kam die Religion in mein Leben zurück. Am Anfang stand nicht eine Erleuchtung oder Erweckung. Am Anfang stand eine «kognitive Dissonanz». So nennen Psychologen Widersprüche zwischen Verhalten und Bewusstsein, zwischen Gefühlen und Weltbild. Als moderner Mensch fühlte ich mich weit entfernt von Religion und Glaube. Allerdings, als meine Frau so viel auf Autobahnen unterwegs war, ertappte ich mich dabei, dass ich für sie betete. Irgendwann fiel mir das auf und ich fragte mich: Wie kann ich beten, wenn ich keinen Gott glaube? Oder: Wie kann ich ungläubig sein, wenn ich bete? In einem Brief erzählte ich davon: Weiterlesen

Junge Menschen schrecken vor einem Friedhof zurück. Älteren kann es zu einem Bedürfnis werden, immer wieder dort einzukehren. Hier ist das, was weh macht. Hier findet sich Ruhe und Versöhnung. Hier kann man anvertrauen und übergeben. Weiterlesen

In Babylon hatten sie alles verloren: das Land, das gemeinsame Zusammenleben als Volk, den Staat, den König. Wie sollten sie jetzt Gott anrufen, als Hilfe in ihrer Situation? Wie kann der Gott, der zuhause in Jerusalem in seinem Tempel wohnt, ihnen hier, in der Fremde helfen? Weiterlesen

Nun ist es schon über drei Monate her, dass Sandra geboren ist. All die kleinen Entwicklungsschritte, die wir bei der Älteren beobachtet haben, werden wir jetzt bald auch bei Sandra sehen können. Bald kann sie aufrecht sitzen. Mit einem Jahr etwa wird sie sich aufrichten und gehen. So jedenfalls war es bei der Älteren. Aber wie sie das gemacht hat, das Gehen Lernen, ich könnte es nicht sagen. An einem bestimmten Tag – wir haben ihn in ihr Fotoalbum geschrieben – konnte sie es einfach. Weiterlesen

Die religiöse Tradition redet von Liebe und stellt es als höchsten Wert eines christlichen Lebens hin. Aber sie hat lange so davon geredet, bis das Gemeinte gar nicht mehr erkennbar war, bis die Angesprochenen es nicht mehr mit eigenen Erfahrungen verbinden konnten.

Und vor allem hat sie immer wieder moralisch davon gesprochen, als ob das eine Sache von gutem Willen und von Anstrengung wäre! „Liebe“ müssen wir uns nicht vornehmen wie eine saure Pflicht, das ist ein allererstes Lebensbedürfnis. Und was uns daran hindert, ist nicht Faulheit oder Egoismus – viele haben ja bis zum Überdruss genug an ihrem „Ego“ und finden doch den Weg nicht hinaus! Die dauernde Anstrengung erhöht nur das Gefühl der Vergeblichkeit und vertieft den Überdruss am ewigen Kreisen in sich selber. Weiterlesen

Was uns zuinnerst beschäftigt, das lässt sich nicht so leicht aussprechen. Aber in Träumen taucht es oft auf. Und Märchen und Sagen erzählen davon. Da wird etwa von einem Königreich erzählt, und der Ruf ergeht an alle, eine Aufgabe zu lösen. Wer sie löst, der erhält die Prinzessin, wer versagt, verliert sein Leben. Die Märchensprache ist drastisch, aber so ist klar: Es geht um Leben und Tod. Es geht um die zentrale Frage des Lebens, nicht um Erfolg oder Misserfolg im Kleinen, sondern um das Gelingen des Lebens im Ganzen. Weiterlesen

Auf dem Land feiert man bald wieder Erntedank. Dieses Fest ist uralt. Seit die Menschen die Erde bebauen, spüren sie, dass etwas dazu kommen muss zu ihrer Anstrengung, damit die Saat wächst und gedeiht. So war die Arbeit in der Landwirtschaft immer umgeben von religiösen Handlungen. Man bat Gott um Regen, um Schutz gegen Sturm und Hagel. Und bei der Ernte dankte man ihm für seinen Segen, der das Leben weitergehen liess. Weiterlesen

Es gibt heute ernste und grosse Probleme – soll man sich auch noch um den Glauben streiten? Haben die Kirchen nichts Besseres zu tun? Sollten sie sich nicht besser mal um die Menschen kümmern? – Viele denken wohl so, wenn sie in der Zeitung lesen, wie Kirchen sich gegenseitig die Wahrheit absprechen. Und noch schlimmer: die Richtungen, die zu Gewalt aufrufen oder sich mit extremen politischen Ansichten verbinden! – Weiterlesen

Das sonnige Wetter über Pfingsten hat viele hinaus gelockt. Die Wälder und Felder sind eine Pracht. Von einer Anhöhe aus sieht es aus, als ob es „brodelte“, so dicht wächst das Grün. Auf dem Rhein – es sieht zuerst aus wie eine Verschmutzung – treiben noch Schwaden von Blütenpollen. Viele Büsche und Bäume haben die Blüten abgeworfen, die Blätter und Spelzen liegen am Boden. Achtlos geht man darüber. Bereits wachsen und reifen die Früchte. Es geht auf den Sommer zu. Weiterlesen