Der Kirche brechen die Mitglieder weg. An vielen Orten ist nur noch ein Drittel der Bevölkerung reformiert. Altgewohnte Arbeitsformen werden hier schwer. Es gibt zu wenig reformierte Familien am Ort für einen Familien-Gottesdienst. Am einfachsten geht es noch in der Schule. Da sind alle vereint. Weiterlesen
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Beten, zumal öffentliches Beten, scheint seine Zeit hinter sich zu haben. Der Bettag, den die Kirchen im Herbst feiern, geht zurück auf eine Anordnung des Obrigkeits-Staates. In einer Krise sollte Gott um Beistand gebeten werden. Vielleicht hat das Beten aber auch eine Zeit vor sich? Es muss nicht nur ein angstvolles um-Hilfe-Rufen sein. Weiterlesen
Im Herbst beginnt die Wanderzeit. Viele zieht es in die Berge. Es ist ein schöner Moment, wenn man nach einem anstrengenden Aufstieg oben angekommen ist. Jetzt hat man es geschafft. Von jetzt an geht es nur noch geradeaus, und man geniesst den Blick, der weit in die Runde geht. Auch das Leben kennt eine solche Aufstiegszeit. Man lernt einen Beruf, geht Beziehungen ein, löst sich vom Elternhaus und stellt sich auf eigene Beine. Irgendwann hat man es „geschafft“, man weiss, wie es läuft, hat einen Weg gefunden. Weiterlesen
Die Unschuld, mit der man am Morgen aufsteht und den Tag beginnt, hatte er verloren. Die Unbefangenheit, mit der man der Zukunft ins Auge blickt, war vorbei. Die Spontaneität, mit der man andern Menschen begegnet und ihnen das Beste zutraut, die hatte er schon lange verloren.
Der Bettag in seiner heutigen Form ist nicht von Kirche und Pfarrern begründet worden, sondern vom Staat. Wenn eine Notzeit war, rief die Obrigkeit die Untertanen auf, zu Gott zu beten, damit er das Unheil abwende.
Beten auf Geheiss der Regierung
Dass das auch heute noch geschieht, haben wir diesen Sommer erlebt. Als es in Polen so stark regnete, forderte die Regierung die Bevölkerung zum Gebet auf. Und als das Feuer in Griechenland monatelang wütete, sprach die Regierung von einer „von Gott gesandten Plage“. Weiterlesen
