Weiss künstliche Intelligenz etwas von Erlösung? Definitionsgemäss nicht, weil «Erlösung aus der Welt» von einer Instanz «über der Welt» kommen muss, und das liegt auch ausserhalb der KI. Aber die Rede, «nicht von der Welt» zu sein, ist «in der Welt» und kann von KI kopiert werden. Weiterlesen
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«Wer aus Gott ist hört Gottes Wort», so steht es unter der Kanzel. An Pfingsten sind wir bei einer Wanderung daran vorbeigekommen. Die Versuchung ist, das auf die Situation der Kirche anzuwenden und sie von daher zu deuten: Wer dabei ist, das hat seinen Grund, und wer nicht in der Kirche ist – der ist nicht aus Gott. So kann man sich einrichten in der Randständigkeit und Bedeutungslosigkeit.
Vor etwa 30 Jahren zog ich in eine andere Stadt. Ich war geschieden und fing eine neue Stelle an. Abends nach der Arbeit setzte ich mich an die Schreibmaschine. Ich befürchtete, mich zu verlieren und wollte mir über den Tag Rechenschaft geben.
Bald tauchte die Glaubensfrage auf. Sie kam durch eine andere Tür zurück als jene, durch die ich sie in der Pubertät verabschiedet hatte. Damals hielt ich den Glauben für eine Zumutung für das Denken. Jetzt begriff ich, dass ich nicht vertrauen konnte. Und das fehlte mir nicht nur zu einem Glauben, das fehlte mir auch im Alltag, im Verhältnis zu anderen Menschen und zu mir selbst.
Glauben, vertrauen – das ist nicht nur eine äusserliche Frage, begriff ich. Da geht es um mich selbst. Damit war die Glaubensfrage zurück in meinem Leben. Weiterlesen
In der Vergangenheit sprach man viel von „Schlüsselgewalt“ und man hat Machtansprüche davon abgeleitet. (Dass die Kirche vergeben kann oder nicht vergeben, dass sie die Tür zum Paradies aufschliessen kann oder nicht.) Weiterlesen
Er hatte sich von allen Verpflichtungen frei gemacht. Er war um die halbe Welt gereist. Nun lag er in einem Hotelzimmer und konnte nicht aufstehen. Er hatte sich von allem frei gemacht und war doch wie gelähmt. Er nahm das Notizbuch, das ihn auf seiner Reise begleitete und schrieb: Weiterlesen
Kain erschlägt Abel. Bei einem Totschlag scheint es eindeutig, es geht so schnell: «Da ist ein Täter, da ein Opfer». Betrachtet man die Vorgeschichte und die Nachgeschichte, nimmt man auch Verletzungen dazu, die nicht in einem Schlag erledigt sind, zeigen sich Eigenheiten einer traumatischen Verletzung. Sie prägt die Wahrnehmung und das Verhalten, als ob das Erleben auf das Ursprungs-Geschehen fixiert wäre. Oft ist es schwierig, sich aus dem prägenden Erlebnis zu lösen, die Geschehnisse werden zwanghaft wiederholt. Das hilft den Betroffenen nicht und verewigt die Konflikte. Weiterlesen
Wir haben den Film «Der Unschuldige» gesehen (l’Innocent von Louis Garrel). Es ist ein Beitrag zu Schuld und Unschuld, Täter und Opfer – Zuschreibungen, die heute in Politik und Gesellschaft ungeheure Wirkung entfalten. Wer ist Opfer? Wer ist Täter? Gibt es einen Weg hinaus? Weiterlesen
Alles ist schon für Weihnachten geschmückt, alles schaut schon voraus auf das Ziel. Dabei wird übersprungen, um was es dem Advent geht. Es ist eine eigene Zeit, hat einen eigenen Sinn in Kirchenjahr und im Leben. Wir leben nicht vom Ende her, sondern vom Anfang. Wenn wir wissen, wie es ausgeht, ist die Spannung aus der Geschichte. Wenn wir den Antwort auf eine Lebensfrage wissen, wird alles Vorherige weniger wichtig. Aber wir kennen das Ende nicht, unsere Fragen beschäftigen uns mit ihrem ganzen Gewicht. Weiterlesen
Man will immer Kirche machen mit denen die gehen. Das sind ganze Völkerschaften. Man will nie Kirche machen mit denen die kommen. Das sind auch Völkerschaften. Weiterlesen
Bald gedenkt man wieder der Toten. Am Ewigkeitssonntag werden Kerzen entzündet, Namen werden verlesen, Trauer erhält ihren Ort. Kann ich auch für unsere verstorbene Katze beten? Sie hat unsere Familie begleitet, sie war da, als die Kinder klein waren. Kann ich für all die Tiere beten, die gestorben sind, und da nicht nur Tiere sterben, sondern ganze Arten – kann ich auch um sie trauern? Weiterlesen
