Nachts höre ich Nachrichten. Die Schlagzeilen jagen sich, immer neue Konfliktherde brechen auf. Kriegsereignisse häufen sich, als ob sie regelrecht geschürt würden. Es scheint, wir lebten in einer Zeit, wo das Feuerzeug an jede Lunte gehalten wird. Weiterlesen
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Ein neues Wort, das jetzt überall begegnet: Transformation. Es ersetzt die alten Begriffe von Reform oder Revolution, die politisch nicht gewollt oder kraftlos geworden sind. Vor allem soll es sich abgrenzen von einer naturwüchsigen Entwicklung, die von Krise zu Krise geht wie Geröll, das den Berg hinunter poltert und nicht mehr aufzuhalten ist, bis es nicht von selber stillsteht, weil irgendein Gleichgewicht erreicht ist, weil es den Boden möglicher Entwicklung erreicht hat. Weiterlesen
Bald ist Nationalfeiertag. Was wäre ein Beitrag zum 1. August? Was würde das Befinden aufnehmen? Was könnte mich die Zeit begreifen lassen, was einen Ausblick geben, der Zuversicht vermittelt, der Wege zeigt, wo wir gehen können? Weiterlesen
Das Altern läuft auf lange Sicht kontinuierlich ab. Aber es gibt Kipp-Punkte wie beim Klimawandel. Es gibt Kanten, über die man stolpern kann, und nachher ist vieles anders. Weiterlesen
Nachts, wenn ich nicht schlafen kann, höre ich Hörbücher. Im Moment bin ich bei Francis Durbridge angelangt und seinen Paul Temple-Romanen aus den 50er Jahren. Erst blieb ich daran hängen wegen der Szenenfotos, die die Atmosphäre jener Jahre atmen, dann wegen der Hörspielmusik, wo diese Atmosphäre noch verdichtet wird. Es war wie Eintauchen in meine Kindheit und frühe Jugend. Weiterlesen
Der Krieg um Israel hat die Welt aufgeschreckt. Und wer bisher unbefangen in der Bibel las, fragt sich, ob das noch erlaubt sei. Wird sie nicht missbraucht, um Ansprüche abzuleiten, um eine Politik zu legitimieren? Man fühlt sich weltfremd, wenn man einfach weiterfahren wollte. Auf der anderen Seite hat die Welt nicht auf einen weiteren Kommentar gewartet. Auch wenn anfangs ein ungeheurer Druck zu spüren war, sich auf der «richtigen Seite» einzureihen. Der Meinungskrieg erfasste alle, jeder musste ein Lippenbekenntnis ablegen.
Ich will für mich selber Klarheit finden. Die Bibel hat mein Leben begleitet, mal enger, mal weiter. Ich fühle mich verunsichert. Das Alte Testament scheint in Frage zu stehen, weil «Fromme» es im Krieg verwenden. Das erste Testament ist mir aber besonders ans Herz gewachsen, auch wenn ich heute verunsichert bin, ob ich es als Christ überhaupt lesen darf. Ist es nicht eine «kulturelle Aneignung», wie sie heute überall entdeckt und verworfen wird?
So möchte ich mir erinnern, was ich in der Lektüre des ersten Testamentes gefunden habe. Ich möchte sortieren, was überhaupt da ist und was es mir bedeutet. Dann wird auch klar, was bleiben kann und was ich revidieren muss.
Ich hatte als Vater immer das Gefühl, dass ich die Welt verantworten müsse, die ich euch übergebe. Nicht dass ich diese Welt erzeugt oder wesentlich beeinflusst hätte, aber zwischen den Generationen findet doch eine Art Übergabe statt. Weiterlesen
In Italien gab es Überschwemmungen. Die Nachrichten zeigen einen Mann, der bis zum Hals im Wasser watet. Seine Frau trägt ein Kind. Solche Bilder sieht man immer nach Überschwemmungen, man hat sich daran gewöhnt. Ungewöhnlich war aber, dass das nicht «einer der üblichen Verdächtigen» war, aus den «Problemregionen» dieser Welt, an die wir uns gewöhnt haben. Weiterlesen
„Du bist schön, spricht der Herr, du bist schön!“ Eine alte Frau geht vor mir auf dem Weg. Viele ihrer alten Nachbarn und Bekannten von früher sind gestorben. Es sind wenige geworden, mit denen sie noch Kontakt hat.
„Du bist schön, spricht der Herr, du bist schön!“ Er ist 70 Jahre alt geworden, „mongoloid“ wie man früher sagte. Er hat nie was zur „Wertschöpfung“ beigetragen. Er lebte in der Familie seiner Tante, und als diese starb, bei seinem Bruder. Als dieser starb sorgte die Schwägerin für ihn. Es war nie leicht, immer für ihn da zu sein. Aber alle vermissen ihn, seitdem er gestorben ist. Weiterlesen
Gestern haben wir den Film «Coup de Chance» gesehen von Woody Allen. Es ist eine Antwort auf seinen früheren Film «Match Point» und nimmt das Thema von Zufall und Glück wieder auf. Dort schlägt es zugunsten des Gauners aus, jetzt zu seinen Ungunsten. Der Mörder fängt sich in der Falle, die er andern zugedacht hat. Weiterlesen
