Ich lese ein Buch über Napoleon und staune über die Parallelen zu Donald Trump. Auch Napoleon kam zu einer zweiten Herrschaft, auch er bereitete sie durch eine Flut von Verordnungen vor, noch bevor er sie formell eingenommen hatte. Auch in der zweiten Herrschaft kam es zur Verfolgung von illoyalen Untergebenen und zur Vergeltung erlittener Schmach. Das Hin und Her der Geschichte liess damals ganz Europa erbeben, die europäische Mächte mobilisierten ihre Heere, bis Napoleon bei Waterloo endgültig geschlagen und nach St. Helena deportiert worden war. Weiterlesen
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In Geschichte geborgen – ein provokativer Titel in einer Zeit, in der Völker mit gezogenem Messer aufeinander losgehen. Trotzdem möchte ich erst einmal einen Mantel erlaubter Naivität darumlegen und herausfinden, was mich da bewegte, als ich diesen Ausdruck fand. Es geht in die Kindheit zurück, in Leseeindrücke aus Legenden und Erzählungen. Weiterlesen
Sandra hat mir ein Buch geschenkt. Die Haupt-Erzählung ist die Analyse einer verfehlten Hingabe in den 30er Jahren. Scheinbar geht es um einen jungen Mann, der von einem Kreis von Menschen ausgewählt wird, weil er eine Aufgabe in dem kommenden «neuen Zeitalter» übernehmen soll. Weiterlesen
Was Staaten sind, wie sie funktionieren, das wird in den Verfassungen normativ festgehalten. Historisch verändern sich aber auch Verfassungen. So kann sich nicht nur eine Militärdiktatur in eine Demokratie verwandeln. (Ältere Menschen haben in ihrer Jugend erlebt, wie Portugal und Griechenland zur Demokratie übergingen.) Auch das Umgekehrte ist möglich. Eine Demokratie kann sich in eine Diktatur verwandeln. Weiterlesen
Der Aufstieg Chinas und der Kampf um weltweite Vorherrschaft bringt viele Vorstellungen ins Wanken und lässt neue Bilder aufsteigen von einer Welt, wie sie auch sein könnte. Es beginnt bei der Vorstellung, was ein Staat sei und wie er eingerichtet werden müsse, und endet bei einer neuen Aufteilung der Welt. Auch der Weltbürger sieht sich in neuer Rolle. Weiterlesen
«Damit das Dorf funktionieren kann, sind 55 Personen nötig», so sagt der Gemeindeschreiber in einem Schweizer Bergdorf, das von Abwanderung bedroht ist. Nur dann sind die wesentlichen Funktionen abgedeckt. Nach dem Sturz Assads kehren Flüchtige nach Syrien zurück. Was braucht es für den Wiederaufbau? Welche Qualifikationen? Was braucht ein Staat, dass er funktionieren kann? Weiterlesen
„Sechse kommen durch die ganze Welt“, so heisst ein Märchen. Können zwei Menschen das Leben meistern? Braucht es vier, fünf, sechs? Wie gross muss eine Gemeinschaft sein, damit sie das Leben erhalten und gestalten kann? Welche Kompetenzen müssen unbedingt vorhanden sein? – Man muss essen, sich kleiden, sich wehren… Weiterlesen
Jeden Morgen erwachen wir mit neuen Schlagzeilen, als ob die Geschichte sich beschleunigt hätte. Da bricht ein Regime zusammen, dort werden Fundamente eingerissen, die für ewig bestimmt schienen. Weiterlesen
Vielleicht hat er den Stil dieser Politik überzogen, vielleicht hat er ihn bis zur Kenntlichkeit übertrieben: Thomas D. Homann, als er von Donald Trump zum «Grenz-Zaren» ernannt wurde. Drohend baute er sich vor den Zuschauern auf, in dem Video, das in den Nachrichten verbreitet wurde. `Passt auf, jetzt geht es euch an den Kragen. Präsident Trump ist ein Krieger`, so ähnlich lautete die Ansage.
Er soll Migranten abschrecken, damit sie gar nicht in die USA kommen oder das Land freiwillig wieder verlassen. Mich erinnerte die aufgeplusterte, zur Schau getragene Aggressivität an das Wrestling und sein ganzes Drum und Dran, wo Gute und Böse miteinander streiten und ein brutaler Umgangston gepflegt wird.
Dramaturgie
Wrestling ist ein Schaukampf, die Dramaturgie ist so wichtig wie der Sport und die Fehden folgen einem Drehbuch. Der Sieger steht laut Wikipedia schon fest, bevor der Match begonnen hat. Es ist eine Schau für das Volk, und in diesem Fall eine neue Variante in der Politik, die das Theatralische dieser Repräsentationsform einem Genre angleicht, das in den USA populär ist.
Show
Als Abschreck-Programm gegenüber den Migranten wirkt es wohl nicht, es ist eine Show für die Wähler. «Ihr macht euch Sorgen über die Einwanderer, ihr habt mich gewählt, ich regle das. Da ist der Mann, der das erledigt», soll das wohl heissen. Schon das Wort «Zar» macht darauf aufmerksam, woher der Stil kommt.
In der Zeitung lese ich, dass bei der Vorbereitung der neuen Administration die Geschäftsfrau Linda Mac Mahon mitwirkt. Sie hat zusammen mit ihrem Ehemann das weltweit grösste Wrestling-Unternehmen «World Wrestling Entertainment» aufgebaut und damit ein Vermögen verdient. (NZZ 13.11.24)
Fiktion…
«Kommerzielle Wrestling-Shows sind mit Seifenopern vergleichbar. Wrestling ist von einem Gut-Böse Schema geprägt, in der Regel treten Helden gegen Bösewichte an.» So spielt sich das Ganze im Rahmen eines Theaters ab. Je nach Art kann der Anschein einer Show aber auch durchbrochen werden: «Innerhalb der Show wird der fiktionale Charakter nicht gebrochen. Dieser im Wrestling Kayfabe genannte fiktionale Rahmen hat sich jedoch seit Aufkommen des Internets verschoben und reale und fiktive Elemente werden im zeitgenössischen Wrestling häufig vermischt.» (Wikipedia)
… und Wirklichkeit
So stehen Realität und Politik eben doch im Hintergrund. Frau Mahon betreibt nicht nur ein Wrestling-Unternehmen. In Kooperation mit anderen vermögenden Personen hat sie eine Denkfabrik, das «America First Policy Institute», gegründet. Hier wurden laut NZZ bereits 300 Verordnungen ausgearbeitet, die Donald Trump am ersten Tag im Weissen Haus in Kraft setzen könnte. Die Dramaturgie – so heisst es – kann vom Theater ins echte Leben überspringen.
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Der Zauber ist weg, der über dem Leben lag. So scheint es im Alter, wenn man sich an die Jugend erinnert. Darin steckt eine «optische Täuschung», sie verzerrt das Bild der Zeit, die uns gegeben ist. In der Jugend ist die Gegenwart nie nur Gegenwart, sie ist aufgeladen mit Zukunft: all die Hoffnungen, die man hat, die Pläne, die Aufwärtstreppe, auf die man gestellt ist. Weiterlesen
