Neue Schreckensmeldungen. Ich habe gestern Abend nicht Nachrichten gehört. So überfällt es mich am Morgen mit grossen Lettern auf den Titelseiten. Ich spüre, wie ich mich dagegen schütze. Schon diese ganze Zeit. Ich habe mich als Zeitgenosse abgemeldet. Ich habe keine Zeit dafür. Ich ziehe mich zurück in Unabkömmlichkeit. Mein Projekt hält all meine Gedanken besetzt. Ich mag nicht darüber hinausschauen, darum bin ich ihm besonders ausgesetzt. Es überfällt mich immer wieder von hinten. Weiterlesen
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Führt der Weg immer nur bergauf? Keiner, der ehrlich ist zu sich selber, wird so von seiner Karriere erzählen. Oder ist der Weg eine einzige Talfahrt? Was man in dunklen Stunden denken mag, trifft es genau so wenig. Ein realistisches Bild zeigt der Weg Jesu, ein Bild, das Hoffnung macht und zeigt, worauf es ankommt. Weiterlesen
Ich wusste gar nicht – ich habe mich völlig davon entwöhnt – dass diese Welt noch so viel Schönes hat. Am Morgen war ich schon in der Dämmerung draussen. Eine dünne Mondsichel hing in den Bäumen. Es war zauberhaft. Abends, als ich wieder in der Dämmerung unterwegs war, stand der Jupiter hell am Himmel. Ich wollte ihn nicht aus dem Blick verlieren und schlug die Strasse zur Hauptstadt ein. Weiterlesen
Heute soll es stürmisch werden, in den Bergen ist wieder Schnee angesagt. Als ich Morgengymnastik mache, sitzt eine Taube vor dem Fenster. Seit einigen Jahren schon sehen wir sie in der Nachbarschaft, freuen uns über ihr «Tu-tu-tu». Sie sucht einen Ort, wo es etwas geschützt ist. Ein Sturm ist angesagt. Weiterlesen
Diesen Januar jährt sich zum 500. Mal die «Zürcher Disputation», die die Weichen zur Reformation in Zürich gestellt hat. Dieses Datum – 500 Jahre Reformation – kann die Kirche wohl nicht übergehen. Es einseitig für Werbung nutzen zu wollen, ist aber auch nicht möglich, zu sehr steht die Kirche heute in der Kritik. Das Krisenbewusstsein geht heute weit über die Kirche hinaus. Diese könnte sich der Situation stellen und aufnehmen, was viele Menschen heute zutiefst verunsichert und an der Zukunft zweifeln lässt. Das könnte eine würdige Feier der Reformation und ihrer Anliegen sein. Weiterlesen
Gott sagt auch den Mächtigen das Gericht an, so in einzelnen Übersetzungen der Bibel. In anderen Übersetzungen wird das geglättet und ins Gegenteil verkehrt: Gott wird die Mächtigen behüten. Begreiflich, wenn die Kirche aufrührerische Stellen glättet. Es gibt aber Zeiten, wo man froh ist um starke Worte, ganz ohne Aufruhr. Wenn das Unrecht von Staaten ausgeht, der Terror von Staatslenkern – soll die Bibel da ohne Antwort sein? Weiterlesen
Bald gedenkt man wieder der Toten. Am Ewigkeitssonntag werden Kerzen entzündet, Namen werden verlesen, Trauer erhält ihren Ort. Kann ich auch für unsere verstorbene Katze beten? Sie hat unsere Familie begleitet, sie war da, als die Kinder klein waren. Kann ich für all die Tiere beten, die gestorben sind, und da nicht nur Tiere sterben, sondern ganze Arten – kann ich auch um sie trauern? Weiterlesen
Durch den Abschied bin ich aus der alten Welt herausgelöst, die neue ist noch nicht vorhanden. So bin ich empfänglich für alle möglichen Gefühle von Unwirklichkeit und Absurdität, wie es ein Blick in die Zeitungen ohnehin nahelegt mit ihren Bildern von Krieg und absichtsvoller Zerstörung. Dazu gehören Klimawandel und Artensterben, was nicht erledigt, aber von anderen, teils gegenläufigen Bestrebungen abgelöst worden ist. Weiterlesen
Der Wohlstand der Nachkriegsjahre in Europa ist vorbei. In Zukunft werden die Menschen im Westen deutlich ärmer sein. Der Mittelstand gerät weiter unter Druck. Die soziale Frage kehrt zurück. Das ist die Botschaft vieler Beobachter der wirtschaftlichen Verwerfungen dieser Zeit. Weiterlesen
Die Kirche fühlt sich nicht in der Lage, das prophetische Erbe auszurichten. Die Prophetie, das Amt des Mahnens, ist ins Feuilleton und in die Börsen-Berichterstattung abgewandert. Bei den Märkten meint man es noch ernst, im Feuilleton ist es allegorisiert, ein Spiel mit Traditionen. Weiterlesen
