In vielen Haushalten mit Kindern hängt er wieder, der Adventskalender. Er ist noch ungeöffnet. 25 Türen hat er, 25 Schritte sind es bis zu Weihnachten. Das weckt die Vorfreude. Was im 25. Törchen erscheint, ist schon bekannt, aber der Weg dazu, das ist noch offen. Das Ziel, auf das alles hinstrebt, das wissen wir schon, aber nicht, was uns auf dem Weg erwartet. Weiterlesen

Nun ist es schon über drei Monate her, dass Sandra geboren ist. All die kleinen Entwicklungsschritte, die wir bei der Älteren beobachtet haben, werden wir jetzt bald auch bei Sandra sehen können. Bald kann sie aufrecht sitzen. Mit einem Jahr etwa wird sie sich aufrichten und gehen. So jedenfalls war es bei der Älteren. Aber wie sie das gemacht hat, das Gehen Lernen, ich könnte es nicht sagen. An einem bestimmten Tag – wir haben ihn in ihr Fotoalbum geschrieben – konnte sie es einfach. Weiterlesen

Landläufig denkt man, Seele ist das, was übrig bleibt, wenn ein Mensch gestorben ist. Aber am meisten wird von der Seele nicht dort gesprochen, wo es um den Tod, sondern wo es um das Leben geht. –
Die Rede von der Seele und die Rede von der Liebe, das gehört zusammen. Der Weg der Seele – das ist eine Liebesgeschichte. Sie sagt, wer der Mensch ist, wo er herkommt und wo er hingeht, was seine Mitte ausmacht und sein Schicksal. Weiterlesen

Was ist das – in allen Völkern, zu allen Zeiten ist davon die Rede. Die grössten Hoffnungen der Menschen werden damit verbunden. Ja, sie wird als Inbegriff des Mensch-Seins selber verstanden. Aber sie ist nicht greifbar, man kann sie nicht sehen und messen. Darum ist sie in unserem Kulturkreis „abgeschafft“ worden. Die Wissenschaft kennt sie nicht. Und selbst die Wissenschaften, die sie in ihrem Namen tragen, wenden sich von ihr ab.

Die Rede ist von der Seele. Weiterlesen

Isaak ist älter geworden, er macht sich Gedanken um die Zukunft. Sein Sohn Jakob ist noch nicht verheiratet. Er schickt ihn in die alte Heimat, dort soll er sich eine Frau suchen. Und Jakob macht sich auf den Weg.

Früh am Morgen ist er schon unterwegs. Es ist ein schönes, erwartungsvolles Gefühl: Ein neues Kapitel des Lebens fängt an! Weiterlesen

Wenn man älter wird, denkt man manchmal an all das, was man noch machen möchte. Und man fragt sich, ob die Zeit noch reicht.
Habe ich dann die Kraft noch, um das zu tun? Machen die Augen noch mit, die Gesundheit? Weiterlesen

Ich habe eine Taufurkunde ohne Taufspruch. Liegt das am Pfarrer oder an der Gemeinde? Dafür erfahre ich, dass ich in St. Peter getauft wurde, einer Kirche in Basel, in der Nähe des Spalenbergs, wo meine Eltern damals ein Geschäft hatten. Weiterlesen

Schönes Herbstwetter ist es. Der Tag fing an unter einer dicken Nebeldecke. Aber am Mittag brach die Sonne durch. Sie taucht jetzt alles in ein freundliches Licht. Weiterlesen

Ich stand an der Haltestelle und wartete auf den Bus. Ich war in Eile, es schien mir eine Ewigkeit, bis er kam. Da plötzlich, als ich so stand, riss etwas in mir ab. Ich fragte mich, was ich hier tat. Das „du musst!“ und „du sollst!“, das mich immer angetrieben hatte, verstummte und ich wurde mir selber fremd.“ Weiterlesen

Die religiöse Tradition redet von Liebe und stellt es als höchsten Wert eines christlichen Lebens hin. Aber sie hat lange so davon geredet, bis das Gemeinte gar nicht mehr erkennbar war, bis die Angesprochenen es nicht mehr mit eigenen Erfahrungen verbinden konnten.

Und vor allem hat sie immer wieder moralisch davon gesprochen, als ob das eine Sache von gutem Willen und von Anstrengung wäre! „Liebe“ müssen wir uns nicht vornehmen wie eine saure Pflicht, das ist ein allererstes Lebensbedürfnis. Und was uns daran hindert, ist nicht Faulheit oder Egoismus – viele haben ja bis zum Überdruss genug an ihrem „Ego“ und finden doch den Weg nicht hinaus! Die dauernde Anstrengung erhöht nur das Gefühl der Vergeblichkeit und vertieft den Überdruss am ewigen Kreisen in sich selber. Weiterlesen