Schlagwortarchiv für: Religion

Ich habe mich mittags hingelegt, nachdem ich letzte Nacht kaum schlafen konnte. Ich hörte die Nachrichten von den Kriegsfronten. Als ich das Radio ausstellte und so dalag, hatte ich die übliche Abwehr nicht und es traf mich tief, die Zerstörung an allen Fronten, das Elend der Menschen, die in den Trümmern sitzen. Auch nachts ist keine Ruhe vor Bomben und Raketen. Weiterlesen

Donald Trump stellt sich als Jesus dar – gibt das zu lachen oder zu denken? – Zu lachen gibt es, wenn man es als Ausdruck von Geltungssucht versteht, zu denken, wenn man die religiöse Herrscher-Tradition dahinter sieht und was diese anstellen kann. Weiterlesen

«Donald Trump hat wieder zugeschlagen». Nach den Nachrichten dieses Morgens hatte ich den Eindruck, dass die USA nicht nur «Probleme» hätten, die mit Wahlen und einer neuen Regierung behoben werden können. Ich hatte das Gefühl, das Uebel gehe tiefer. Und Bilder tauchten auf von einer Krankheit – als ob das Land entstellt sei – und von Dekadenz, weil nicht nur die Amtsinhaber zu versagen scheinen, sondern die Institutionen mit ihnen. Weiterlesen

Der Philosoph Jürgen Habermas ist gestorben. Ich möchte an ihn denken und nehme einen Glückwunsch hervor, den ich im Juni zu seinem 95. Geburtsgag geschrieben habe. Weiterlesen

Es ist ein politisches Projekt, das an etwas rührt. Es scheint nicht nur um Politik zu gehen, man spürt: es ist mehr im Spiel, aber man hat Mühe, das zu benennen. Das Projekt heisst «Individualbesteuerung». Die gemeinsame Besteuerung von Ehepaaren soll aufgehoben werden. Reformer planen darüber hinaus eine Reform des Eherechts. Warum soll man das nicht ändern können? Ist der Gesetzgeber nicht frei, zu entscheiden, wie er will? Weiterlesen

Ich lese» Jerusalem» von Selma Lagerlöf, es ist einzigartig von der Qualität und von der Erzählweise her, im Stil der alten Sagenkreise mit abgeschlossenen Geschichten, die doch aneinander anschliessen und das Gehörte fortsetzen. Eine Art nordische Ilias oder Odyssee, aber unter Bauern. Das Motiv ähnelt der Suche nach dem goldenen Vlies oder der Sonnenfahrt des Phaëton. Es ist die Suche nach dem Reich Gottes, dem himmlischen Jerusalem. Weiterlesen

Frühmorgens höre ich einen Bach-Choral: Nun komm, der Heiden Heiland. Das passt in die kommende Adventzeit, aber es widerspricht so vielem, was heute gängig ist. Gerade darum reizt es mich, dabei zu verweilen. «Heiden» – ist das nicht ein abwertender Ausdruck für ungetaufte Völker? «Heiland» – ein Erlöser wird da versprochen für alle Völker – ist das nicht der universelle Anspruch der christlichen Religion, der andere Kulturen und Religionen überfährt? Weiterlesen

Religion scheint heute etwas Privates zu sein. Doch gibt es Schicksale, die ein ganzes Volk, einen ganzen Kontinent, betreffen. Die Kirchen wurden zutiefst herausgefordert in ihrem Feiern, Beten und im praktischen Handeln. Die Feiern im Kirchenjahr zeugen heute noch von solchen Einschlägen der Geschichte. Bevor mit dem Advent ein neues Kirchenjahr beginnt, schalten die Kirchen eine Besinnung ein. Der Blick geht weit hinaus auf die Geschichte, was sie trägt und gefährdet. Die Rede ist gar von einem Ende der Geschichte und von einer Wirklichkeit, die der Zerstörung widersteht. Weiterlesen

Wenn ich unseren neugeborenen Enkel durch die Wohnung trage und mit ihm zur Ruhe komme, spüre ich eine tiefe Gewissheit, dass das Leben gehalten und getragen ist. Gleichzeitig sind die Medien voll von Krieg und Krise. Selbst ein «Ende der Menschheit in heutiger Form» wird nicht ausgeschlossen. Es sind gegensätzliche Signale. Wie soll das zusammen gehen? Weiterlesen

Der Kirche wie dem Staat schwindet heute die soziale Basis, auf denen ihr Überbau aufruht. Was hier die Bindung an Demokratie ist, ist dort die Bindung an einen Gottesglauben. Das eine ist gefährdet von extremem Gedankengut, das andere von der Verflüchtigung des Gottesgedankens in der «Säkularisierung». Kollektive Bindungen können heute nicht mehr einfach eingefordert werden, es sind Leistungen von einzelnen. Das ermöglicht eine Mehrheit von Fall zu Fall. Gesetzgebung wird so schwieriger, das Glaubensleben droht analog, in tausend Splitter zu zerfallen und die Sichtbarkeit einer kollektiven Existenz zu verlieren. – Gedanken zum Reformationstag 2025. Weiterlesen