Wenn wir uns dieses Bild vor Augen halten, so lernen wir, unser Leben anders zu verstehen. Unser eigenes Leben können wir nicht modellieren wie ein Werkstück auf der Werkbank. Und trotzdem gibt es auch in diesem Bereich ein sinnvolles Verhalten. Die Bibel nimmt als Bild nicht die Arbeit, nicht das Herstellen, sondern das Bild des Baumes. Weiterlesen

Wenn brutale Akte geschehen, wenn Zeitungen von Vorfällen berichten, hat man oft das Gefühl, die Zivilisation sei nur ein dünner Mantel, der dem Menschen übergestülpt sei. Es brauche nicht viel, so werde er fallen gelassen und darunter tauche das «wahre Gesicht» hervor: der Mensch als brutales Wesen. Weiterlesen

„Maria stand draussen vor dem Grab und weinte. Sie wandte sich um und sah Jesus dastehen. Sie meinte, es sei der Gärtner. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen.“ (aus Joh 20,11-18)

Nach der Hinrichtung Jesu am Kreuz ist Maria von Magdala verzweifelt. Sie geht zum Grab. Im Garten kommt sie etwas zur Ruhe. Sie empfindet etwas von heiliger Gegenwart. – „Bist Du es?“ Weiterlesen

Ich lese in der Baruch-Apokalypse. Hier wird der Schritt getan, von einer messianischen Hoffnung zu einer Jenseits-Welt, die in einer Endzeit kommt, aber jetzt schon erfahrbar ist, wo man sich hin fliehen kann. Weiterlesen

Wenn wir heute Auferstehung feiern, dann sieht das aus wie nichts – verglichen mit den Kriegsmeldungen aus der Zeitung. Die Christen, die an Auferstehung glauben, das wirkt wie ein kleines Häuflein von Menschen – gegenüber dieser Gewalt, die hier entfesselt wird. Weiterlesen

Karfreitag – dieser Tag hat einen dunklen Klang. Er erinnert an so viel Leid. Und doch ist es ein Festtag im christlichen Glauben. Er erinnert uns an unsere Hoffnung. Hier wendet sich der Weg zu Ostern, zur Freude. Weiterlesen

Leben heisst anfangen, immer wieder neu. Jeden Tag nehmen wir den Faden wieder auf, den wir am Vortag abgelegt haben. Immer wieder kommt ein neuer Abschnitt, Kindheit, Jugend, Erwachsenenleben… Es gibt keinen Stillstand. So wächst das Leben und wird stark. Doch manchmal sehnen wir uns danach, anzukommen. Weiterlesen

Die Kirche, wenn sie vom Glauben erzählt, kann heute gar nichts mehr voraussetzen. Im Gegenteil, es steht im Gegenwind und stösst auf aktive Abwehr (nicht nur passives Desinteresse). Weiterlesen

Ich habe „das“ Streichquintett gekauft von Schubert. (Ich war gestern in der Stadt). Ich habe mir früher geschworen, diese Musik nie zu kaufen, obwohl es mir schien, das sei das schönste Stück Musik, das ich je gehört hätte. Ich hatte es kennengelernt als Musik in einem Film über Auschwitz. Da war ein Nazi-Offizier, ein KZ-Leiter. Später sah man die Schuhe und Brillen der Opfer, ganze Berge. Und da sass dieser Offizier und höre den langsamen Satz dieser Musik! Weiterlesen

In einer Krise erleben wir die Grenzen unserer Kraft, aber wir erfahren auch das andere, das nicht aus uns kommt. An diesem Punkt beginnt alles umzuschlagen. Am Ende wird ein Anfang sichtbar. Wenn wir an der Grenze stehen mit unseren Möglichkeiten, entdecken wir das andere, das uns trägt. Weiterlesen