Ein herrlicher Tag, der Himmel strahlend blau, die Büsche weiss vor Blüten. Das scheint nicht zur Karwoche zu passen – als ob die Wirklichkeit sich den Bildern anpassen müsste. Vielleicht habe ich die falschen Bilder von Passion und Ostern? Weiterlesen
Der „Skandal“ für den Verstand, das ist nicht Ostern, sondern der Karfreitag. Dort ereignet sich der Glaube, der den Verstand übersteigt. Das ist die Geburtsstunde eines Glaubens, dem die Welt nicht mehr genügt. Weiterlesen
Heute Abend kommen die Kinder. Dann werden wir zusammen um den Tisch sitzen wie früher. Aber es ist jetzt nicht diese Stimmung des Aufgehobenseins von früher. Ich bin ein alter Mann geworden, die Kinder schon lange ausgezogen. Die Zeit läuft aus. Sie steigt nicht mehr auf zu neuen Aufbrüchen und Aufgaben. Alles ist in Elegie getaucht. Weiterlesen
Das Schöne, was wir im Leben erfahren, hilft mit, uns im Leben zu verankern. Jede gute Erfahrung sagt, dass wir willkommen sind auf dieser Welt. Jedes gute Gespräch lässt uns erleben, dass wir uns verständigen können und nicht allein sind. Und es sind viele gute Erfahrungen im Lauf eines Lebens, die sich schliesslich zu einer Art Grundvertrauen verdichteten. Und dieses sagt, dass wir in dieser Welt gehalten und geborgen sind. Weiterlesen
Eintreten
in die Mitte
in die Stille
in die Gegenwart
im Einklang sein Weiterlesen
Gestern Abend haben wir eine neue Serie auf ARTE angefangen, «Blackport», wir haben den ersten Beitrag gesehen mit der Exposition. Es wirkt etwas düster, im Stil des «Verismo» in der Opernliteratur, der Ende des 19. Jh. das soziale Elend aufnehmen wollte, aber damit immer noch im Rahmen der bürgerlichen Oper verblieb. So stirbt Mimi / Lucia wunderschön und der bürgerliche Held leidet. Aber sein Leben geht weiter. Weiterlesen
Das Christentum wird oft geschmäht, weil Gott hier «seinen Sohn geopfert» habe. Dabei ist das Christentum der denkbar grösste Gegensatz zur heutigen Opfer-Kultur. Das wird deutlich gerade in der Passionszeit mit ihrer Aufforderung, Christus «nachzufolgen» und «das Kreuz auf sich» zu nehmen. Hier wird die Verantwortung für das eigene Leben auf die Spitze getrieben und umfasst auch Momente der Fremdbestimmung, die aber doch in die eigene Verantwortung übernommen werden. Weiterlesen
Das Leben als Weg betrachten heisst: es als Aufgabe annehmen und auf ein Ziel hinsteuern. Das ändert das Gesicht von allem, was uns begegnet, es ist dann nichts mehr, was uns einfach widerfährt, es ist eine Aufgabe, es erhält eine Bedeutung von dem Ziel her, zu dem wir unterwegs sind. Weiterlesen
In Krieg und Krisen, wenn die Entwicklung in eine verhängnisvolle Richtung zu laufen scheint, wenn man sich gefangen fühlt in unguten Zwängen, wird oft – in einem paradoxen Umschlagen der Empfindung – in der grössten Enge die Freiheit wiederentdeckt. Diese Freiheit findet sich nicht in der Befreiung von Zwängen, das ist jetzt nicht möglich, sondern im Gegenteil, in der freien Übernahme der äusseren Umstände. Diese werden aber nicht mehr als Bedingungen verstanden. Der Mensch kann sich entscheiden, er besitzt eine Freiheit, die durch keinen äusseren Zwang aufgehoben werden kann. In der Übernahme seiner Situation ergreift er sich selbst und bringt sein Leben zu wahrer Existenz. Weiterlesen
Was bedeutet «Umkehr», der Ruf, der in der Bibel an zentraler Stelle erhoben wird? Auch die Politik hat den Umkehrruf übernommen. Wie kehrt man um? Ist es ein ethisches Tun oder eine Glaubenshaltung? Ein politisches Programm oder moralischer Selbstaufruf? Weiterlesen
