«Wer aus Gott ist hört Gottes Wort», so steht es unter der Kanzel. An Pfingsten sind wir bei einer Wanderung daran vorbeigekommen. Die Versuchung ist, das auf die Situation der Kirche anzuwenden und sie von daher zu deuten: Wer dabei ist, das hat seinen Grund, und wer nicht in der Kirche ist – der ist nicht aus Gott. So kann man sich einrichten in der Randständigkeit und Bedeutungslosigkeit.

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In der Vergangenheit sprach man viel von „Schlüsselgewalt“ und man hat Machtansprüche davon abgeleitet. (Dass die Kirche vergeben kann oder nicht vergeben, dass sie die Tür zum Paradies aufschliessen kann oder nicht.) Weiterlesen

Über Mittag hörte ich Stellen aus dem Johannes-Evangelium, aus den Abschiedsreden. Zwischendrin schlief ich ein. Das passt, dieser metaphysische Stil und das veränderte Bewusstsein im Halbschlaf. Für das Handlungs-Bewusstsein, das heute alleinherrschend geworden ist, wirken mythologische Bilder seltsam, Ganzheitsaussagen unverständlich, das Gehen auf den «Suchwegen der Seele» kindlich. Weiterlesen

Der Jesus, der gekreuzigt wurde, war nicht der Seelenfreund. Es war der „Messias“, von dem seine Anhänger eine neue Friedensordnung erhofften. Und die Auffahrt, die wir bald feiern, war ursprünglich nicht ein Gedankending, das niemand begreift. Es war verbunden mit handfester Hoffnung. Weiterlesen

Der Muttertag erinnert uns, wie sehr die Gesellschaft sich verändert hat. Die Wirtschaft braucht Arbeitskräfte und sie hat die Frauen in den Arbeitsprozess eingegliedert. Viele Frauen haben das als Befreiung erlebt aus den Zwängen der alten Rollenbilder. Dafür sind sie jetzt den Zwängen des Arbeitsmarktes unterworfen. Das spüren wir besonders in dieser Zeit, wo die Wirtschaft stagniert oder rückwärts geht und wo es zu Entlassungen kommt. Der Muttertag lädt uns darum auch ein, genauer hinzusehen auf die Gesellschaft und ihre Veränderungen. Was hieße das, eine mütterliche oder väterliche Verantwortung wahrnehmen in dieser Zeit? Weiterlesen

Ich bete nachts für unsere Tochter. Sie ist in Afrika und hat sich schon seit einigen Tagen nicht mehr gemeldet, sie wollte in die Hafenstädte im Norden fahren. Ihr Handy ist ohne Kontakt. So habe ich früher für meine Frau gebetet. So ist überhaupt mein Interesse an Religion erwacht, im Beten für andere Menschen. Weiterlesen

Früher hiessen sie „Aussteiger“. Sie wollten nicht mehr mitmachen in dieser Arbeitswelt, in der man sich selbst verlor. Sie suchten eine Alternative, zogen sich in die Berge zurück, auf eine Alp, oder in eine Alternativ-Kneipe mit Selbstverwaltung. So sollte die Arbeit wieder Freude machen, ohne Arbeitsteilung und Hierarchie, in selbstbestimmter Lebensweise. Manche verzichteten auch auf die Annehmlichkeiten dieses Lebens und zogen sich in ein asketisches Leben zurück. Sie reichten der Welt die Kündigung ein. Weiterlesen

Es ist anstrengend, das Leben mit Kindern, immer präsent zu sein. Auch das Berufsleben fordert uns bis ins letzte. Gut, dass es im Alltag immer wieder Inseln gibt, wo wir auftanken können, wo wir uns wohl fühlen, wo alles irgendwie leichter geht, die Arbeit, die Begegnungen. Es ist, als ob wir dort in besonderer Weise in uns selbst ruhten. Weiterlesen

„Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“, sagt Christus in der Lesung dieses Sonntags (Joh 20, 21). So ist Kirche von Gott zu Menschen gesandt. Was sollen sie? Was machen sie? Die Welt erobern? Armut und Gewalt abschaffen? Das Reich Gottes errichten? Weiterlesen

Er hatte sich von allen Verpflichtungen frei gemacht. Er war um die halbe Welt gereist. Nun lag er in einem Hotelzimmer und konnte nicht aufstehen. Er hatte sich von allem frei gemacht und war doch wie gelähmt. Er nahm das Notizbuch, das ihn auf seiner Reise begleitete und schrieb: Weiterlesen