Mit den Umweltproblemen sind in den letzten Jahrzehnten auch neue Bewegungen in Politik und Gesellschaft entstanden. Der Radikalisierung der Problem-Wahrnehmung entsprach dabei die Radikalisierung der gesuchten Antworten. Das meint nicht zwangsläufig eine politische Radikalisierung, sondern eine Vertiefung der Suche nach Ursachen und Abhilfen. Dabei spielt auch die christliche Tradition eine Rolle, wie das Wort «Umdenken» deutlich macht, das seit den 80er Jahren politisch Karriere machte. Wie das Wort «Wende» entstammt es einer ethisch-spirituellen Sphäre. Der einzelne mit seinem Verhalten soll «erweckt» werden (auch das Wort «woke» hat eine religiöse Tradition) und einen Beitrag leisten, ohne den es nicht mehr geht. Weiterlesen

Eigentlich ist Befreiung damit gemeint, auch wenn es aussieht wie harte Notwendigkeit. Eigentlich ist Heil gemeint, auch wenn sich dieses versteckt unter Not und Schmerzen. Eigentlich ist Gott am Werk, auch wenn man ihn nicht sieht. Weiterlesen

Erlebnisse in Militärdienst und brutale Zeitungsmeldungen verdichten sich zum Gefühl einer kulturellen Wende. Im In- und Ausland spricht sich die Interessenpolitik immer deutlicher aus. Hohn und Spott halten Einzug in die Politik. Der Mantel von Demokratie und Rechtsstaat wird auch mal fallen gelassen, wenn direkte Machtausübung schneller zum Ziel führt. Für mich ist es wie Schock. Es stellt sich die Frage, wer „Wirklichkeit“ besser wahrnehme. Glaube ist auch ein Streit um die Wirklichkeit. Weiterlesen

Was braucht ein Pfarrer zu wissen? So fragte ich mich. Was muss ich lernen? Mit dieser Ausbildung wird man für viele Tätigkeiten angestellt. Darum brauche ich mich gar nicht zu kümmern. Was wichtig ist für mich, und was es für die Seelsorge braucht, das ist eines: dass ich die elementaren Gefühle kennen und akzeptieren lerne, und so die Angst davor verliere. Weiterlesen

«Es ist wohl auch für Dich wichtig, auf einem Weg zu sein, der für Dich stimmt. Egal, wo er durchführt, Du willst und kannst Dich nicht verleugnen.» Aus dem Brief eines Vaters an seine Tochter. Weiterlesen

„Wann kommt das Glück?“, fragen wir manchmal. Und wir schauen auf das, was uns noch hindert, wo uns etwas beengt. „Wann trifft uns das, was wir befürchten?“ Auch diese Frage kennen wir. Christus gibt eine Antwort. Und er spricht eine Einladung aus. Weiterlesen

Manchmal kann das Schreckliche auch schön sein. Die überforderte Psyche rettet sich. Sie verengt die Aufmerksamkeit auf einen Spalt, auf ein kleines Detail: das Licht, wie es gerade scheint, einen Ton, ein Muster an der Wand… Die Welt verschwindet und macht der Schönheit Platz. Diese Reaktion auf ein unerträgliches Erlebnis begegnet auch in dem Film «Foxtrot» von Samuel Maoz aus dem Jahr 2017, den wir im Rahmen der Veranstaltung Psychoanalyse und Film gesehen haben. Weiterlesen

Neue Schreckensmeldungen. Ich habe gestern Abend nicht Nachrichten gehört. So überfällt es mich am Morgen mit grossen Lettern auf den Titelseiten. Ich spüre, wie ich mich dagegen schütze. Schon diese ganze Zeit. Ich habe mich als Zeitgenosse abgemeldet. Ich habe keine Zeit dafür. Ich ziehe mich zurück in Unabkömmlichkeit. Mein Projekt hält all meine Gedanken besetzt. Ich mag nicht darüber hinausschauen, darum bin ich ihm besonders ausgesetzt. Es überfällt mich immer wieder von hinten. Weiterlesen

Führt der Weg immer nur bergauf? Keiner, der ehrlich ist zu sich selber, wird so von seiner Karriere erzählen. Oder ist der Weg eine einzige Talfahrt? Was man in dunklen Stunden denken mag, trifft es genau so wenig. Ein realistisches Bild zeigt der Weg Jesu, ein Bild, das Hoffnung macht und zeigt, worauf es ankommt. Weiterlesen

Ich wusste gar nicht – ich habe mich völlig davon entwöhnt – dass diese Welt noch so viel Schönes hat. Am Morgen war ich schon in der Dämmerung draussen. Eine dünne Mondsichel hing in den Bäumen. Es war zauberhaft. Abends, als ich wieder in der Dämmerung unterwegs war, stand der Jupiter hell am Himmel. Ich wollte ihn nicht aus dem Blick verlieren und schlug die Strasse zur Hauptstadt ein. Weiterlesen