Das Leben als Weg betrachten heisst: es als Aufgabe annehmen und auf ein Ziel hinsteuern. Das ändert das Gesicht von allem, was uns begegnet, es ist dann nichts mehr, was uns einfach widerfährt, es ist eine Aufgabe, es erhält eine Bedeutung von dem Ziel her, zu dem wir unterwegs sind. Weiterlesen
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In Krieg und Krisen, wenn die Entwicklung in eine verhängnisvolle Richtung zu laufen scheint, wenn man sich gefangen fühlt in unguten Zwängen, wird oft – in einem paradoxen Umschlagen der Empfindung – in der grössten Enge die Freiheit wiederentdeckt. Diese Freiheit findet sich nicht in der Befreiung von Zwängen, das ist jetzt nicht möglich, sondern im Gegenteil, in der freien Übernahme der äusseren Umstände. Diese werden aber nicht mehr als Bedingungen verstanden. Der Mensch kann sich entscheiden, er besitzt eine Freiheit, die durch keinen äusseren Zwang aufgehoben werden kann. In der Übernahme seiner Situation ergreift er sich selbst und bringt sein Leben zu wahrer Existenz. Weiterlesen
Ich wusste gar nicht – ich habe mich völlig davon entwöhnt – dass diese Welt noch so viel Schönes hat. Am Morgen war ich schon in der Dämmerung draussen. Eine dünne Mondsichel hing in den Bäumen. Es war zauberhaft. Abends, als ich wieder in der Dämmerung unterwegs war, stand der Jupiter hell am Himmel. Ich wollte ihn nicht aus dem Blick verlieren und schlug die Strasse zur Hauptstadt ein. Weiterlesen
Bald beginnt die Vorbereitung der Weihnachts-Anlässe. Ich will Weihnachten nicht als etwas behandeln, das automatisch kommt wie der Frühling. Vorher ist ein gewaltiges Gebirge zu überqueren. Und es ist nicht sicher, ob man es schafft. Das sind die Ereignisse um die Passion. Weiterlesen
Unsre Zeit liebt den Wettbewerb: Wer als erster durchs Ziel geht, der hat gewonnen. So werden überall Wettrennen veranstaltet. Die ersten drei stehen auf dem Podest, von den andern erfährt man nichts. Dabei wäre es doch auch interessant, was die andern erleben. Wie findet man seinen Weg im Leben? Was hilft dabei? Und was tut man, wenn etwas dazwischenkommt? Und was hilft in den dunklen Momenten, wenn man meint, es gar nicht mehr zu schaffen? Diese Frage hat die Menschen schon immer beschäftigt. Seit ältester Zeit finden sich Geschichten, die fragen, was der Weg des Menschen ist, und wie er ans Ziel kommt. Weiterlesen
Soll man heute noch von Gott erzählen? Das Christentum scheint verdunstet, Religion hat eine schlechte Presse. Vielleicht muss man sich vom Erfolg emanzipieren, nicht mehr auf das Echo schielen. Die Motive müssen von anderswo kommen. Daran erinnert Hermann Hesse, wenn er berichtet, warum er überhaupt noch schreibt. Weiterlesen
Kain erschlägt Abel. Bei einem Totschlag scheint es eindeutig, es geht so schnell: «Da ist ein Täter, da ein Opfer». Betrachtet man die Vorgeschichte und die Nachgeschichte, nimmt man auch Verletzungen dazu, die nicht in einem Schlag erledigt sind, zeigen sich Eigenheiten einer traumatischen Verletzung. Sie prägt die Wahrnehmung und das Verhalten, als ob das Erleben auf das Ursprungs-Geschehen fixiert wäre. Oft ist es schwierig, sich aus dem prägenden Erlebnis zu lösen, die Geschehnisse werden zwanghaft wiederholt. Das hilft den Betroffenen nicht und verewigt die Konflikte. Weiterlesen
Wir haben den Film «Der Unschuldige» gesehen (l’Innocent von Louis Garrel). Es ist ein Beitrag zu Schuld und Unschuld, Täter und Opfer – Zuschreibungen, die heute in Politik und Gesellschaft ungeheure Wirkung entfalten. Wer ist Opfer? Wer ist Täter? Gibt es einen Weg hinaus? Weiterlesen
Alles ist schon für Weihnachten geschmückt, alles schaut schon voraus auf das Ziel. Dabei wird übersprungen, um was es dem Advent geht. Es ist eine eigene Zeit, hat einen eigenen Sinn in Kirchenjahr und im Leben. Wir leben nicht vom Ende her, sondern vom Anfang. Wenn wir wissen, wie es ausgeht, ist die Spannung aus der Geschichte. Wenn wir den Antwort auf eine Lebensfrage wissen, wird alles Vorherige weniger wichtig. Aber wir kennen das Ende nicht, unsere Fragen beschäftigen uns mit ihrem ganzen Gewicht. Weiterlesen
Man will immer Kirche machen mit denen die gehen. Das sind ganze Völkerschaften. Man will nie Kirche machen mit denen die kommen. Das sind auch Völkerschaften. Weiterlesen
