Schlagwortarchiv für: Kultur

Es ist kühl. Das Sturmtief Ciarán, das in Europa bisher zwölf Todesopfer forderte, ist mit Ausläufern auch in der Schweiz angekommen und bringt Regen und kühles Wetter. Kalt – das beschreibt die ganze Atmosphäre. Man möchte sich verkriechen, etwas Warmes um sich ziehen, nicht denken, sondern sich ankuscheln. Und doch scheint die Kälte angemessen für das, was zu schreiben wäre, für das Lebensgefühl in dieser Zeit. Weiterlesen

Bald ist Halloween. An vielen Haus-Fassaden, aus vielen Schaufenstern grüssen schon Skelette und Gespenster. Die Kinder freuen sich auf gruselig-lustige Parties. Die Erwachsenen können auch ein Vergnügen daran knüpfen. Weiterlesen

Wie hat es angefangen, schief zu laufen auf dieser Erde? Auch die Antike hat die Frage schon radikal gestellt. Auch die Antike kannte schon ökologische Zerstörungen in einem Ausmass, das die Menschen erschrecken liess – ob wohl die Welt aus ihrer Schuld zerstört werden könnte? Weiterlesen

Das Christentum hat den Kampf um die Mythologie aufgegeben – und die Phantasie der Menschen verloren. Dafür wird sie überall sonst wieder entdeckt, auch die Kraft, die in den Mythen steckt. Um die Geschichte und Identität der Schweiz – und die Rolle ihrer Mythen – ist ein kleiner „Historiker-Streit“ entbrannt, ein Streit zwischen politischen Strömungen, die ihr Schweiz-Bild reklamieren. Denn dort spricht man direkt in die Seele der Menschen. Weiterlesen

Mein Lehrmeister ist gestorben. Auch wenn man es sich heute verbieten möchte, etwas anderes zu denken als diesen Krieg und die Katastrophe, die alle elektrisieren, private Ereignisse gib es auch. Ich habe ihn gestern angerufen ins Heim und erfahren, dass er gestorben sei. Ich war vorbereitet, aber es trifft mich doch. Er ist mein ehemaliger Lehrmeister, er war schon 94 Jahre alt, aber er hat auf mein Leben bleibend eingewirkt. Er war wie ein zweiter Vater für mich. Weiterlesen

Wenn die Zeiten sich verschärfen, wächst auch eine Suche, was helfen kann. Früher forschten viele Menschen in der Bibel und wurden dort auch fündig. Sie ist immer wieder eine Fürsprecherin für Verfolgte und Bedrängte. Aus vielen Stellen liesse sich ein „soziales Evangelium“ zusammenstellen, aber die Bibel redet nicht nur in Einzeltexten, sie ist als Ganzes dem Volk verpflichtet, das Träger der Verheissung ist, dem sich Gott in Erbarmen und Gerechtigkeit zuwendet. Zu den sozial engagierten Texten gehört auch der Jakobus-Brief, der Mitte Oktober in den Kirchen gelesen wird. Weiterlesen

Im Dunkeln, vor dem Aufstehen, höre ich Psalmen. «Gott ist in Juda bekannt, sein Name ist gross in Israel; / in Jerusalem ist sein Zelt und seine Wohnung in Zion. / Dort zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Kriegsgerät.» (Ps 76) Weiterlesen

Erinnert euch an euern Weg, sagt Moses zu seinem Volk. Ihr seid durch eine Wüste gekommen. Da war kein Weg sichtbar, den ihr gehen konntet. Gott hat vor euch einen Weg aufgemacht. Geht weiter auf diesen Weg, so kommt ihr in das gelobte Land, wo Milch und Honig fliesst. Weiterlesen

Der Gedanke der «Erbsünde» – heute hat man schon vor dem Wort einen Horror -half damals, den Konflikt zu überwinden zwischen dem Glauben an einen guten Gott, der lebensnotwendig war, und der gegenteiligen Erfahrung eines Lebens, das einen mit Leid und Unrecht konfrontierte. Und es lag nicht am guten Willen, die Menschen hatten das Gefühl, in etwas verstrickt zu sein, was sie lähmte und Dinge tun liess, die sie nicht wollten. So erlebten sie sich selbst dabei, wie sie beim besten Willen das Falsche taten, was das Leben belastete und verstörte.

Es war, als ob man auf eine abschüssige Bahn geraten war, bei aller Anstrengung, den geraden Weg zu gehen. Es rutschte alles ab und es gewann an Fahrt. So antiquiert sich das alles anhört, ein Zeitgenosse kann das wohl nachvollziehen, wenn er an die Klimazerstörung denkt, an das Artensterben. Da ist etwas ins Rutschen geraten. Und von morgens bis abends, als Angehöriger der «westlichen Welt», erlebt man sich als Profiteur einer Weltwirtschaftsordnung, die zulasten von anderen Menschen und Kontinenten geht, und man kann nicht aussteigen. Weiterlesen

Mitte 19. Jahrhundert kamen zwei Deutsche nach Zürich, der eine ein liberaler Theologe, der andere ein Kommunist. Der erste bekam einen Lehrstuhl, der andere landete im Gefängnis. Der erste brachte die Bevölkerung gegen sich auf, der zweite die Obrigkeit. Weiterlesen