Einträge von petwin

Wer bin ich?

Ich sitze beim Coiffeur auf dem Stuhl. Die Brille habe ich abgelegt und blinzle kurzsichtig mein Konterfei im Spiegel an: eher ein dunkler Schatten als ich selbst. Wie ich unbeschäftigt so da sitze, gehen meine Gedanken voraus: Ich muss einen Beitrag über mich schreiben für die Rubrik „Persönlich“. Das Lied von Mani Matter fällt mir […]

Wenn einer alles verliert und alles gewinnt

Was uns zuinnerst beschäftigt, das lässt sich nicht so leicht aussprechen. Aber in Träumen taucht es oft auf. Und Märchen und Sagen erzählen davon. Da wird etwa von einem Königreich erzählt, und der Ruf ergeht an alle, eine Aufgabe zu lösen. Wer sie löst, der erhält die Prinzessin, wer versagt, verliert sein Leben. Die Märchensprache […]

Erntedank in der Fabrik?

Auf dem Land feiert man bald wieder Erntedank. Dieses Fest ist uralt. Seit die Menschen die Erde bebauen, spüren sie, dass etwas dazu kommen muss zu ihrer Anstrengung, damit die Saat wächst und gedeiht. So war die Arbeit in der Landwirtschaft immer umgeben von religiösen Handlungen. Man bat Gott um Regen, um Schutz gegen Sturm […]

Absolutheitsanspruch im Christentum?

Es gibt heute ernste und grosse Probleme – soll man sich auch noch um den Glauben streiten? Haben die Kirchen nichts Besseres zu tun? Sollten sie sich nicht besser mal um die Menschen kümmern? – Viele denken wohl so, wenn sie in der Zeitung lesen, wie Kirchen sich gegenseitig die Wahrheit absprechen. Und noch schlimmer: […]

Glaube – wenn es drauf ankommt

Woran glauben wir? – Das scheint eine Frage für „Fromme“, und doch sind wir alle jeden Tag in gewisser Weise vor diese Frage gestellt, denn mit allem, was wir tun oder nicht tun, zeigen wir ja, was uns wichtig oder unwichtig ist. Das fängt bei banalen Dingen an wie der Wahl der Unterhaltung am Feierabend. […]

In welchem Sinn gelingt hier Leben?

Der Glaube sagt nicht einfach: „Du sollst!“, sondern stellt uns Bilder gelungenen Lebens vor Augen. Diese Bilder helfen uns in unsern konkreten Lebens-Situationen, uns „richtig“ zu entscheiden, und geben uns zugleich einen „Vorgeschmack“ des Gelingens, der das Handeln zu motivieren vermag.

Geborenwerden, wachsen und reifen

„Geborenwerden, wachsen und reifen“ – so heisst der zweite Band meiner Notizen, er berichtet aus den Jahren 1992 bis 1998. Damals kamen unsere Kinder zur Welt. Ich arbeitete in Teilzeit und schloss mein Zweistudium in Theologie ab. Dann wurde ich Vikar in einer Gemeinde am Stadtrand und arbeitete als Pfarrer in der Agglomeration.

Sommer-Ernte

In der Kirchengeschichte wurde immer nach einem Glauben gesucht, mit dem sich leben und sterben lasse. Der Tod, d.h. die Frage nach dem Leben und wie es gelingen kann, ist überhaupt eine der Hauptwurzeln der Religion. Seit der „neolithischen Revolution“, ca. 15.000 vor Christus, war unsere Kultur landwirtschaftlich geprägt. Leben und Sterben wurden in Bilder […]

Ferien

Tun und Lassen Das Zen predigt das Nichts-Tun, das Verweilen in der Stille. Der Buddhismus das Nicht-Begehren. Der Taoismus erzählt: Die Mitte des Rades, um das sich alles dreht, das ist der Nabel, und in der innersten Mitte, wo sich nichts mehr mit-dreht, ist das Nichts. – Alle populären Religionen empfehlen das Nicht-Tun. Sie geben […]

Gebet

Gott, ich weiss, dass Du da bist! Ich höre Dich nicht, aber ich weiss es gegen alles Schweigen! Ich sehe dich nicht, aber ich weiss es gegen alles Dunkel! Ich spüre Dich nicht, aber ich weiss es gegen alle Beweise meiner Hand, die ins Leere tastet. Ich weiss es einfach, und damit weiss ich was […]