Schlagwortarchiv für: Pfingsten

Es gibt wohl keinen Gott, sagen sie. Er lässt sich nicht erkennen. Für die Gläubigen ist Gott gegenwärtig. Dort lässt er sich finden. Auf dem schmalen Grat zwischen Vergangenheit und Zukunft, wenn man sich dort einfindet, in der Gegenwart. Weiterlesen

Pfingsten gilt als Geburtstag der Kirche. Der Auferstandene erscheint den Jüngern und schickt sie in die Welt: «Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker.» (Mt 28,18) Mission hat einen schlechten Ruf. Gibt es Mission ohne Kolonialismus? Lässt sich Glaube verbreiten ohne zu unterdrücken? Ist der Wahrheitsanspruch des Christentums autoritär? Weiterlesen

Die Pfarrer würden nicht von ihrem Glauben reden, so lautet ein Vorwurf. Es war wohl in der Zeit meines Theologie-Studiums, da fiel mir auf, dass ich im Zugsabteil mit fremden Leuten ohne weiteres in ein Gespräch über Sexualität kommen konnte, aber nicht über Glauben – die Scham hatte sich verlagert. Für das Gespräch über Sexualität gab es eine öffentliche Sprache, für das Gespräch über Religion nicht. Weiterlesen

Zwei Teenager treffen sich nach der Schule regelmässig zum Aufgabenmachen. Auch danach stecken sie immer zusammen. Als „beste Freundinnen“ können sie alles besprechen – oder unausgesprochen teilen. So viel Neues geschieht in dieser Lebensphase, alleine kann man es kaum „packen“. Am freien Nachmittag fahren Sie gemeinsam in die Stadt und erobern sich neue Lebensräume, in die ihr Leben jetzt hineinwächst. Weiterlesen

Die Sagen der Völker kennen einen Jungbrunnen, wo alte Menschen wieder jung werden und schwache wieder stark. Das erste Testament erzählt vom Propheten Ezechiel. Der Geist zeigt ihm ein Feld voller Totengerippe. «Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren, und es ist aus mit uns. Siehe, ich will meinen Geist in euch geben, dass ihr wieder leben sollt.» Weiterlesen

Heute noch kann man festliche Pfingstmusik hören, die auf eine Melodie aus dem 9. Jahrhundert zurückgeht. Ein Mönch in St. Gallen hat sie damals gedichtet und vertont. Er konnte leider nicht gut reden, er stotterte beim Reden, und darum gab man ihm den Übernamen Notker, der Stammler. Weiterlesen

Er gibt jedem eine Aufgabe. Und es ist nicht eine Aufgabe, bei der man sich verliert. Es ist eine Aufgabe, bei der man sich selber findet. Wer dieser Aufgabe folgt, findet sich selber auf diesem Weg. Und er verändert sich, er wächst an dieser Aufgabe. Weiterlesen

Das Leben ist oft so kompliziert. – Wenn Gott den Menschen schuf, konnte er nicht auch gleich eine Gebrauchsanweisung mitgeben? Die Geschichte der ganzen Menschheit läuft heute Gefahr, aus dem Ruder zu laufen. – Wenn Gott uns auf den Weg brachte, hätte er uns da nicht auch zeigen sollen, wo der Weg durchgeht? Weiterlesen

Musik beginnt nicht mit Noten. Die kleinsten Kinder bewegen sich schon im Tanz. Sie singen vor sich hin. Da ist eine Musikalität, die sie singen macht. Ähnlich ist es mit der Religion. Da werden bedeutungsschwere Lehren aufgeboten. Die Tradition geht in unvordenkliche Zeit zurück. Aber was den Glauben lebendig macht, das ist jetzt da. Und es findet sich bei jedem Menschen, in jedem Augenblick. Weiterlesen

«Vor Monaten hat sich etwas Neues in mein Gebetsleben eingeschlichen, unmerklich, von den Rändern her.» (So beginnt eine Notiz aus der Zeit, in der ich nach dem Glauben suchte.) «Schon früher hatte ich manchmal, als paradoxe Gedankenspielerei, den Satz ausgesprochen: „Wenn wir ernst nähmen, wovon wir immer sprechen: Gott – dass es ihn wirklich gäbe …!»

Ich begleitete den Satz mit einem Lachen, um anzudeuten, dass er nicht so ernst gemeint sei, denn das schien doch skandalös, dass da einer von Gott redet, ohne wirklich an ihn zu glauben. Ich hatte wohl den Verdacht, dass wir alle uns so verhalten, aber mit dem Satz schien ich ein Stillschweigen zu verletzen, wie das Kind im Märchen vom König ohne Kleider. Ich schien mich blosszustellen vor einer Menge, die allesamt bestreitet, dass es ihr so gehe, so dass nur ich nackt vor den skandalisierten Menschen zu stehen schien.

Dann rutschte der Satz in mein Gebet. Und ich versuchte mir vorzustellen, dass dieser Gott, von dem ich immer redete, zu dem ich selbstverständlich immer betete, wirklich lebte! – Es war eine Sensation wie ein Erdbeben: Eine Kruste brach auf, vom Magen her sprudelte etwas auf und überschwemmte mich, es ging durch alle Glieder…

Es war ein Gefühl ungeheurer Freiheit. Wenn Gott lebt und der Welt gegenübersteht, so lebe auch ich und stehe der Welt gegenüber! Dann bin ich frei – in meiner Fülle festgestellt, und gerade dadurch frei, mich ins Einzelne zu verlieren!

Es war eine Ahnung von Freiheit, von der Möglichkeit, mich aus der Deckung aufzurichten, hinter der ich mich vor dem Leben verschanzt hatte.»

So schrieb ich in einer Notiz vom 20. März 1990.
Lesen Sie die Fortsetzung im Streiflicht «Ein lebendiger Gott»
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