Einträge von petwin

Innen und Aussen

Vorwort Dieser Text kommt daher wie ein Stein, er wirkt abweisend wie ein Gestrüpp. Damit schütze ich ihn vor mir selbst. Ich fürchte Ablehnung, will gefallen – schon neige ich mich nach links und rechts und schreibe krumme Zeilen. Darum setz ich mich auch nicht hin, um ein „Buch“ zu schreiben. Ich folge den Texten, […]

Himmelfahrt redet nicht vom Himmel

Der Jesus, der gekreuzigt wurde, war nicht der Seelenfreund. Es war der „Messias“, von dem seine Anhänger eine neue Friedensordnung erhofften. Und die Auffahrt, die wir bald feiern, war ursprünglich nicht ein Gedankending, das niemand begreift. Es war verbunden mit handfester Hoffnung.

Katastrophen und Wendepunkte

Was ist eine «Katastrophe»? In welche psychische Landschaft treten wir da ein? Was begegnet uns? Und wie begegnen wir den «Monstern» und «Ungeheuern», die auf diesem Wege lauern. Gibt es vielleicht auch freundliche Gestalten? Das Streiflicht «Katastrophe» bringt einige Texte aus 30 Jahren, die sich damit beschäftigen: von «Fukushima» zu «Tschernobyl», vom «Artensterben» zum «Waldsterben», […]

Sollen wir Verantwortung übernehmen für das Ganze?

Der Muttertag erinnert uns, wie sehr die Gesellschaft sich verändert hat. Die Wirtschaft braucht Arbeitskräfte und sie hat die Frauen in den Arbeitsprozess eingegliedert. Viele Frauen haben das als Befreiung erlebt aus den Zwängen der alten Rollenbilder. Dafür sind sie jetzt den Zwängen des Arbeitsmarktes unterworfen. Das spüren wir besonders in dieser Zeit, wo die […]

Wie ich als Ungläubiger gebetet habe

Ich bete nachts für unsere Tochter. Sie ist in Afrika und hat sich schon seit einigen Tagen nicht mehr gemeldet, sie wollte in die Hafenstädte im Norden fahren. Ihr Handy ist ohne Kontakt. So habe ich früher für meine Frau gebetet. So ist überhaupt mein Interesse an Religion erwacht, im Beten für andere Menschen.

Ein Zauberwort

«Transformation» scheint das neue Zauberwort. Dass es «so nicht weitergehen» könne in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, scheint vielen klar, aber woher die Änderung? Früher sprach man von «Reformen», zu Zeiten auch von «Revolution», später ging es um eine «Änderung des zivilisatorischen Entwicklungspfades».

Sie reichen der Welt die Kündigung ein

Früher hiessen sie „Aussteiger“. Sie wollten nicht mehr mitmachen in dieser Arbeitswelt, in der man sich selbst verlor. Sie suchten eine Alternative, zogen sich in die Berge zurück, auf eine Alp, oder in eine Alternativ-Kneipe mit Selbstverwaltung. So sollte die Arbeit wieder Freude machen, ohne Arbeitsteilung und Hierarchie, in selbstbestimmter Lebensweise. Manche verzichteten auch auf […]

Urlaub im Alltag

Es ist anstrengend, das Leben mit Kindern, immer präsent zu sein. Auch das Berufsleben fordert uns bis ins letzte. Gut, dass es im Alltag immer wieder Inseln gibt, wo wir auftanken können, wo wir uns wohl fühlen, wo alles irgendwie leichter geht, die Arbeit, die Begegnungen. Es ist, als ob wir dort in besonderer Weise […]

Wozu Kirche gesandt ist

„Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“, sagt Christus in der Lesung dieses Sonntags (Joh 20, 21). So ist Kirche von Gott zu Menschen gesandt. Was sollen sie? Was machen sie? Die Welt erobern? Armut und Gewalt abschaffen? Das Reich Gottes errichten?

Ein lebendiger Gott

«Vor Monaten hat sich etwas Neues in mein Gebetsleben eingeschlichen, unmerklich, von den Rändern her.» (So beginnt eine Notiz aus dem Jahr 1990, als ich nach dem Glauben suchte.) «Schon früher hatte ich manchmal, als paradoxe Gedankenspielerei, den Satz ausgesprochen: „Wenn wir ernst nähmen, wovon wir immer sprechen: Gott – dass es ihn wirklich gäbe […]