Ich rede vom «Weg» des Glaubens, als ob man darauf gehen könnte, eine Stunde, zwei Stunden. „Wie weit ist es noch um Ziel?“ Aber es ist kein Wanderweg. Mir scheint, ich hätte es noch nie geschafft, mehr als zwei, drei Schritte hintereinander auf diesem Weg zu gehen. Verdient er es da noch, ein Weg zu heissen? Aber diese zwei, drei Schritte haben mich weiter gebracht als alle Anstrengung zwischendrin, als ich nicht auf diesem Wege ging. Weiterlesen

In der Bibel ist der Hirte ein politisches Symbol: Er steht für den Herrscher, der seine Herde weidet. Wünsche für einen gute Herrschaft oder Kritik an schlechter Amtsführung wurden mit Hilfe dieses Symbols zum Ausdruck gebracht. Aber auch für das persönliche Leben ist der Hirte eine Schutzgestalt. Christus wird gern als guter Hirte dargestellt. Der Psalm 23 ist einer der beliebtesten Texte der Bibel, er gibt diesem Vertrauen Ausdruck und wird darum gern bei Beerdigungen zitiert. Weiterlesen

Im Leben geschieht es immer wieder, dass man sich verliert. Man ist abgewichen von dem, was man selbst als richtig spürt. Man möchte es überspielen, es ist ja auch meist keine grosse Sache, es geht meist nicht um Gesetzesverstösse, vielleicht nicht einmal um moralische Gebote. Und doch ist es nicht der richtige Weg. Weiterlesen

Der Bauer schickt den Jockel aus

«Es gibt keinen Gott», sagen die Spötter, «er tut ja nichts». Dass Gott oft nicht spürbar ist, das wissen auch die Gläubigen, das hat sie schon in der Bibel beschäftigt und immer wieder in der Glaubensgeschichte. Eine Antwort gibt das Judentum in einer Kindergeschichte, die auch im Christentum bekannt und beliebt geworden ist, hier unter dem Titel: „Joggeli söll ga Birli schüttle“ (in der Schweiz) oder «Der Bauer schickt den Jockel aus» (in Deutschland). Weiterlesen

Quasimodo: So heisst das Ungeheuer, das in der Kirche lebt. Ältere erinnern sich an das Buch „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo, das früher viel gelesen wurde, oder an seine Verfilmung. Als Kind wurde er ausgesetzt, auf die Treppe der Kirche gelegt. Und weil das am Tag „quasimodo geniti“ geschah, gab der Ziehvater ihm den Namen Quasimodo. Weiterlesen

Und sie wunderten sich sehr

Unglaube kann sehr hilfreich sein. Auch an Ostern. Der Evangelist Lukas jedenfalls, wenn er von Ostern erzählt, berichtet nicht vom Glauben der Jünger, im Gegenteil, er erzählt drei Mal von ihrem Unglauben. Offenbar ist das so gewollt. Offenbar hat das einen Sinn. Weiterlesen

Christus betet im Garten Gethsemane. Botticelli hat das Bild gemalt. Ein Engel reicht ihm den Kelch. Unten sieht man die Jünger, die schlafen. Es ist ein Bild der Passions-Geschichte, aber er hat dieses Bild kombiniert mit dem Motiv des „hortus conclusus“. Der Garten ist eine Felsplatte, über den Rest erhoben. Und er ist von einem Gartenhag umgeben. Weiterlesen

Die ersten Osterglocken sind schon da. Sie wecken die Erinnerung an die Osterfeste, wie wir sie früher gefeiert haben: Es ist Sonntag, eine warme Sonne scheint, wohltuend nach der lagen Winterkälte. Die Kinder sind im Garten und suchen zwischen Frühlingsblumen ihr Oster-Nestchen. Der Garten ist ein Bild des Friedens. Die Familie ist beisammen. Frieden und Glück blühen auf. Weiterlesen

Gott ist gnädig, so sagen wir in der Kirchensprache. Ist er auch gerecht? Wenn wir die Welt anschauen, fragen wir uns manchmal, ob es gerecht zugeht. Und wir empfinden das Bedürfnis nach Gerechtigkeit. Wir brauchen sie nicht für uns. Aber wir sehen es bei anderen: dass sie leiden müssen, dass sie niemanden haben, der sie hört, der ihnen hilft. Und das tut uns in der Seele weh. Weiterlesen

Zürich war damals keine provinzielle Ecke in Europa, sondern stand an vorderster Front der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung. Was hier geschah, fand damals weite Beachtung. Der Liberalismus fand in Zürich eine Heimstätte, als in Europa noch Restauration und Reaktion das Feld beherrschten. Der Versuch, die Kirche dem liberalen Zeitgeist zu unterwerfen, fand weitherum Beachtung und das Wort „Putsch“ ging von Zürich aus in die deutsche Sprache ein. – Auslöser war eine Revolte der Untertanenbevölkerung gegen das liberale Kirchenregime. Weiterlesen