Schlagwortarchiv für: Kirchenjahr

Das «Ungefähr» holt mich ein. Klappt das mit der Banküberweisung? Ich hoffe es und werfe den Brief ein. Vielleicht muss ich später nachbessern. Beim Zeitungslesen fällt mir auf, wie viel ich überspringe. Noch immer reisse ich viele Artikel aus, um sie bei Gelegenheit zu lesen, aber vieles interessiert mich nicht mehr im Detail. Weiterlesen

Ich lese» Jerusalem» von Selma Lagerlöf, es ist einzigartig von der Qualität und von der Erzählweise her, im Stil der alten Sagenkreise mit abgeschlossenen Geschichten, die doch aneinander anschliessen und das Gehörte fortsetzen. Eine Art nordische Ilias oder Odyssee, aber unter Bauern. Das Motiv ähnelt der Suche nach dem goldenen Vlies oder der Sonnenfahrt des Phaëton. Es ist die Suche nach dem Reich Gottes, dem himmlischen Jerusalem. Weiterlesen

«Jetzt», sagt die Zeit. Der Moment kommt, wo ich «jetzt» da sein muss, wo ich jetzt gehen muss, wo ich jetzt existieren muss und alles andere abwerfen, was nicht zu diesem Jetzt gehört, was mir jetzt nicht zur Verfügung steht. Weiterlesen

Frühmorgens höre ich einen Bach-Choral: Nun komm, der Heiden Heiland. Das passt in die kommende Adventzeit, aber es widerspricht so vielem, was heute gängig ist. Gerade darum reizt es mich, dabei zu verweilen. «Heiden» – ist das nicht ein abwertender Ausdruck für ungetaufte Völker? «Heiland» – ein Erlöser wird da versprochen für alle Völker – ist das nicht der universelle Anspruch der christlichen Religion, der andere Kulturen und Religionen überfährt? Weiterlesen

Religion scheint heute etwas Privates zu sein. Doch gibt es Schicksale, die ein ganzes Volk, einen ganzen Kontinent, betreffen. Die Kirchen wurden zutiefst herausgefordert in ihrem Feiern, Beten und im praktischen Handeln. Die Feiern im Kirchenjahr zeugen heute noch von solchen Einschlägen der Geschichte. Bevor mit dem Advent ein neues Kirchenjahr beginnt, schalten die Kirchen eine Besinnung ein. Der Blick geht weit hinaus auf die Geschichte, was sie trägt und gefährdet. Die Rede ist gar von einem Ende der Geschichte und von einer Wirklichkeit, die der Zerstörung widersteht. Weiterlesen

Ein solches Fest auf den Gräbern wie in Mexico haben wir nicht, einen solchen Anlass, der eine ganze Stadt auf die Beine bringt. Aber an Allerheiligen und Allerseelen anfangs November, wenn die Katholische Kirche der Verstorbenen gedenkt, gibt es auch in der Schweiz Anlässe. Und viele Menschen, die nicht mehr kirchlich eingebunden sind, teilen doch die Tradition noch und besuchen ihre Angehörigen auf dem Grab. Weiterlesen

Ich war über Pfingsten auf dem Grab meiner Eltern. Es liegt ausserhalb der Grossstadt, ich war nicht viel dort. Ich hatte das Gefühl, sie seien dort nicht am richtigen Ort. Sie waren nach der Pensionierung weggezogen, vom Ort, wo sie jahrelang gelebt, wo sie ein Geschäft aufgebaut und Kinder aufgezogen hatten, wo sie ihren Lebensmittelpunkt hatten. Weiterlesen

Wie ist es jetzt eigentlich? Ich kann den Zustand der Welt nicht mehr von dem Schwindel unterscheiden, der mich am Morgen manchmal befällt. Wenn ich in die Zeitung schaue: Der Krieg ist noch da. Das Dorf in den Alpen ist verschwunden. Der Wetterdienst warnt für den Nachmittag vor einem «Riesengewitter» mit Sturm, Hagel und Starkregen. Es ist die neue Tonalität der Wettermeldungen, die immer neue Komparative sucht, um das bisher Dagewesene nochmals übertrumpfen zu können. Weiterlesen

Die zwei Jünger sind unterwegs. Sie sind auf der Flucht. Und es sind keine kleinen Sorgen, die sie in die Flucht schlagen. Es ist etwas – so schlimm, wie es in einem Leben vielleicht nur einmal vorkommt. Aber es reicht, dass dieses Leben auf immer verletzt wird. Da ist das innerste Geheimnis dieses Lebens angesprochen, der Kern, um den sich Fühlen und Handeln dreht. Die „Küche“, wo die Gefühle gebraut werden. Das bestimmt die Art und Weise, wie dieser Mensch später die Welt wahrnimmt, wie er auf andere Menschen zugeht. Weiterlesen

Am Aschermittwoch gabelt sich der Weg. Hier muss ich mich entscheiden. Ich weiss, dass ich zurückbleiben werde. Petrus, mein Namensvetter, macht es vor, und ich bin ihm dankbar. Das ist der weniger anstrengende Weg. Weiterlesen