Einträge von petwin

Eine Übung

Letzte Woche kam das Gespräch auf den „Teufel“. Ich erinnerte mich an eine Frau, die mich als Pfarrer um Hilfe bat, weil sie sich von teuflischen Gestalten verfolgt fühlte. Als ich mich fragte, wie ich mich für diesen Besuch vorbereiten solle, spürte ich: Ich muss nicht alles Mögliche über Teufel und Dämonen nachlesen.

Geschichtsprägende Traumatisierungen

Dass Krieg und Gewalt zu traumatisierenden Verletzungen führen, ja das ganze Generationen dadurch geprägt werden, tritt heute wieder vermehrt ins Bewusstsein. Das Gedenken an Auschwitz zeigt, dass der Umgang mit historischen Traumata ein Erbe und eine Aufgabe für Generationen darstellt. Manche Verletzungen wurden geschichtsprägend. Sie beeinflussten die Geschichte einer Nation oder wurden sogar als Kern […]

Ein Zipfel

Unsere Tochter lebt für einige Monate am andern Ende der Welt. Geht es ihr gut? Meine Phantasie füllt die Lücken, wenn ich nichts höre, mit Bildern. Ich möchte ihr einen Brief schreiben. Ich möchte ihr begegnen. So kann ich bei ihr sein. Wie kann ich sie ermutigen? Wie umarmen und ihr das Gefühl geben, dass […]

Gewürdigt

Um Würde geht es in diesem Text, um Scham und wie man nach einer Verletzung wieder Oberhand gewinnt. Die Formel von der Würde taucht auf und vom Vertrauen, die im Abendmahl gesprochen wird. Mir ist sie auch als Gebet wichtig. So altmodisch sie klingt, sie hat Kraft, sie begleitet auf dem Weg zur Würde, auch […]

«Umsiedlung in sichere Länder»

Heute war eine eigenartige Notiz in der Zeitung. «Immer mehr Flüchtlinge warten auf die Umsiedlung in sichere Länder. In diesem Jahr sind es zwei Millionen. Es mangelt allerdings an Angeboten von Ländern, Flüchtlinge aufzunehmen. Weniger als ein Prozent der Menschen, die eine neue Heimat brauchen, können tatsächlich umgesiedelt werden. Vor allem Menschen aus Syrien, Afghanistan, […]

Das Allgemeine im Glauben

Kultur und Gesellschaft werden heute zunehmend fraktioniert. Die traditionellen Medien, die sich an eine grosse Öffentlichkeit richteten, sind auf dem Rückzug, die sozialen Medien, die an ihre Stelle treten, sind zunehmend personalisiert. Aufgrund der gesammelten Personendaten wird nicht nur die Werbung auf die Kunden massgeschneidert, sondern auch die Information, die Mittel zu Begegnung und Austausch. […]

Das Allgemeingültige im Glauben

Wie lässt sich angesichts der Privatisierung der Religion und des Pluralismus von Entwürfen das «Allgemeinverbindliche“ des Glaubens heute zur Geltung bringen, ohne dadurch wieder in alte Zwangsformen von Amtskirche, Dogmatismus oder Moralismus zurückzufallen?

Den sichtbaren Tempel bauen

In der Nacht hörte ich einen Text aus der Bibel. Das Buch Nehemia steht etwas am Rand der Bibel. Aber es hat mich immer wieder angesprochen. Es ist eine existentielle Situation: das Volk kommt aus der Verbannung in die Heimat zurück. Es wird angefeindet, sucht sich eine neue Existenz, baut Tempel und Stadt wieder auf.

Unter seinem Schutz und Schirm

Kinder reisen manchmal um die halbe Welt, die Enkel sind auf fernen Kontinenten. Man möchte sie behütet wissen, schickt ihnen gute Gedanken. Die Bibel berichtet in einem Psalm vom Schirm, den Gott über uns ausbreitet. Da möchten wir uns bergen, da unsere Liebsten aufgehoben wissen im neuen Jahr. Unter einem «Schirm» ist man «am Schärme», […]