Einträge von petwin

Zwei Wahrheiten

Ein Rabbi kommt in den Himmel. Und da stellt sich heraus, er hat immer richtig gelebt, er hat alle Gebote erfüllt. Darum wird sein Name ins Buch des Lebens eingetragen. Da fragt ihn Gott nach der Stadt, in der er gelebt hat. „Gab es dort nicht ein schreckliches Blutbad, wo Unschuldige verfolgt wurden?“ „Ja, sagt […]

Die drei Reiche

Die Geschichte der drei Reiche, eine alte chinesische Erzählung, ist ein Höhepunkt der antiken Weisheits-Tradition, ähnlich wie die Thronfolge-Geschichten Davids im ersten Testament oder die Josephs-Legende. Da sind Staatsmänner am Werk, Strategen, die die Gesetze kennen, nach denen das Leben in Gesellschaft und Politik abläuft. Sie sind alles andere als naiv.

Ein Kind braucht die ganze Welt

Ich fahre mit dem Fahrrad hinaus. Ich möchte die abgeernteten Felder sehen. Die Getreideernte ist eine erste starke Botin vom kommenden Herbst. Es beschäftigt mich, dass diese Herbstbilder sich nicht mehr einordnen lassen in einen natürlichen Zyklus von Jahreszeiten. Die Klimakrise hat alles durcheinander gebracht.

Die Quellen des Vertrauens

Ein Zeitungs-Artikel diese Woche führte die Überschrift: „Die Regierung fühlt sich ohnmächtig.“ Es ging um die Doha-Konferenz zur Klima-Veränderung in diesen Wochen. Experten sagen, das Zwei-Grad-Ziel sei schon verfehlt, also die Verhinderung eines Temperaturanstieges, bevor irreversible Mechanismen in Gang kommen. Wir gingen auf Erfahrungen zu, die für die menschliche Zivilisation bisher unbekannt seien.

Religion und Gewalt

Das gesellschaftlich-kulturelle Klima gegenüber Kirche und Religion hat sich in den letzten Jahren völlig verändert. Schon früher gab es Vorwürfe gegen die Religion, damals konnte man es aber abwehren. Man brauchte sich nicht darum zu kümmern in der Gewissheit, im Glauben ginge es um den Weg zum richtigen Leben. Religion bei uns war apolitisch.

Fortschritt und Rückschritt

«Wie in Massa und Meriba» – diese Orte sind in der Bibel sprichwörtlich geworden. Sie erinnern an eine Episode aus dem Befreiungskampf, bei der Flucht aus der Sklaverei. Es kamen Rückschläge, das Ziel rückte in weite Ferne. Statt in der verheissenen Zukunft war man in einer Wüste gelandet und litt Mangel an allem. Die Menschen […]

Im Gebet

Im Gebet für die Menschen, die durch die Flutkatastrophe Schaden genommen haben.

Sehnsucht nach Erlösung

Es ist schön, am Tisch zu sitzen, ein Bier neben sich, bald kommt das Essen. Vor mir die Zeitung: Es ist ein Vorgefühl von Ferien. Auch das Wetter spielt mit, der «Hexenkessel» über den Atlantik, der immer neue Gewitterfronten über das Land schaufelte, gibt heute Ruhe. Selbst Corona hat ein Einsehen. Viele Einschränkungen sind aufgehoben. […]

Drinnen und draussen

Ich lese „Die Räuber vom Liang Shan Po“. Sie leben am Rand, sind ausgestossen. Sie haben gegen Unrecht protestiert. Es ist ein Zustand der „Desintegration“ – er zeigt sich in ihrer Randständigkeit, er meint aber das ganze Reich, das sich nicht einen kann. Die Gegensätze nehmen zu. Auch der einzelne kann so nicht zur Ganzheit […]

Wassernot

Wassernot – die «Sündflut» Unrecht schreit zum Himmel – und der Himmel gibt Antwort. Die Schreibweise „Sündflut“ bringt es zum Ausdruck: die Überzeugung, dass die Natur das Unrecht strafen wird. Eine Naturkatastrophe wird mit dem Recht zusammengedacht. Es wird Verantwortung gesucht und zugeteilt.