Einträge von petwin

Notker, der Stammler

Heute noch kann man festliche Pfingstmusik hören, die auf eine Melodie aus dem 9. Jahrhundert zurückgeht. Ein Mönch in St. Gallen hat sie damals gedichtet und vertont. Er konnte leider nicht gut reden, er stotterte beim Reden, und darum gab man ihm den Übernamen Notker, der Stammler.

Die ganze Welt umschreiten

Früher gab es feierliche Flurumgänge. Man umschritt das Dorf, die Felder, um sie zu schützen. So wird alles bewahrt, von dem man lebt. Was müsste man heute umschreiten? Was gehört zu der heutigen Welt, von der wir leben? Wie umschreitet man eine ganze Welt? Der «Sonntag Rogate» im Mai hat darauf eine Antwort.

Eine Apokalypse in Napoleonischer Zeit

Vor 200 Jahren starb Napoleon. Das Buch „Der Graf von Monte Christo“ erzählt von dieser Zeit. Es handelt von Rache. Sein Thema ist Gerechtigkeit. Sollte es das in der Geschichte geben? Von der Gerechtigkeit in der Geschichte handeln auch die biblischen Apokalypsen. Der Graf von Monte Christo erscheint wie eine Apokylypse der napoleonischen Zeit.

Ein Lied in Dir

Im alten China gab es ein Musik-Instrument, eine Art Laute, die war so gebaut, wie man sich die Welt vorstellte. Da war die Erde nachgebildet im Boden des Instruments. Darüber wölbte sich der Himmel, nachgebildet in der Rundung des Schallkörpers. Darüber waren fünf Saiten gespannt, nach den fünf Elementen, aus denen nach damaliger Auffassung der […]

Erster Mai in der Kirche?

Die Kirche tut sich schwer mit dem Tag der Arbeit. In den Arbeitskämpfen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hat sich die Arbeiterschaft unter dem Einfluss religionskritischer Bewegungen organisiert. „Religion ist Opium für das Volk!“ soll Karl Marx gesagt haben. Umgekehrt war die Kirche mit traditionellen Schichten verbunden und lehnte das sozialistische und kommunistische Gedankengut […]

Machen, Tun und Schauen

Etwas herstellen, erzeugen, das ist ein menschliches Verhalten, das die Wirtschaft und das ganze Leben prägt. Die Antike stellte daneben das Handeln, ein Verhalten, das nicht auf Herstellen aus ist, aber auf Lebensvollzug. Das Grösste im Leben, das wird aber nicht hergestellt, das liegt ausserhalb der Grenzen des menschlichen Handelns. Das können wir nur schauen, […]

Das Leben ist keine Gewohnheit

Ich rede vom «Weg» des Glaubens, als ob man darauf gehen könnte, eine Stunde, zwei Stunden. „Wie weit ist es noch um Ziel?“ Aber es ist kein Wanderweg. Mir scheint, ich hätte es noch nie geschafft, mehr als zwei, drei Schritte hintereinander auf diesem Weg zu gehen. Verdient er es da noch, ein Weg zu […]

Der gute Hirte

In der Bibel ist der Hirte ein politisches Symbol: Er steht für den Herrscher, der seine Herde weidet. Wünsche für einen gute Herrschaft oder Kritik an schlechter Amtsführung wurden mit Hilfe dieses Symbols zum Ausdruck gebracht. Aber auch für das persönliche Leben ist der Hirte eine Schutzgestalt. Christus wird gern als guter Hirte dargestellt. Der […]

Ich habe mich verloren

Im Leben geschieht es immer wieder, dass man sich verliert. Man ist abgewichen von dem, was man selbst als richtig spürt. Man möchte es überspielen, es ist ja auch meist keine grosse Sache, es geht meist nicht um Gesetzesverstösse, vielleicht nicht einmal um moralische Gebote. Und doch ist es nicht der richtige Weg.