Einträge von petwin

Religiöse Rekonstruktion in der Geschichts-Wissenschaft

Die Geschichtswissenschaft wird vom Staat manchmal in Dienst genommen, v.a. in Krisen, wenn Verbrechen aus der Vergangenheit ans Licht kommen, wenn kollektive Traumata berührt werden, die das Potential haben, Politik und Gesellschaft nachhaltig zu verstören. Dann setzt der Staat gern Historiker-Kommissionen ein, die das untersuchen und Leidensbestände in der Gesellschaft «aufarbeiten» sollen.

Lässt sich eine verschwundene Religion rekonstruieren?

Der Philosoph Jürgen Habermas wird in der Kirche gern gelesen. Er vertritt eine moderne Welt in der Phase des «nachmetaphysischen Denkens» und spricht doch voller Anerkennung von Religion und Kirche. «Säkulare Sprachen, die das, was einmal gemeint war, bloss eliminieren, hinterlassen Irritationen», sagt er in seiner Dankesrede zur Überreichung des deutschen Friedenspreises 2001.

(K)ein Ort auf dieser Welt

„Was ist mir denn so wehe?“ so fragt der deutsch Dichter Joseph von Eichendorff in einem Gedicht. Seine Tochter Anna ist gestorben – kaum zwei Jahre nach ihrer Geburt. Dieser Verlust reisst ihn aus dem Leben. Er verliert die Heimat in dieser Welt, er kennt sich nicht mehr aus in seinem Alltag.

Zur Erinnerung an die Verstorbenen

Es ist November. Am Morgen ist es dunkel, wenn der Tag beginnt. Draussen ist es nass und kalt. Aber immer wieder bricht die Sonne durch. Sie reisst die Nebeldecke auf. Und noch einmal leuchtet der Herbst im farbigen Laub der Bäume. Und die Menschen atmen auf. Der Himmel wird leichter über ihnen. Bald beginnt der […]

Ibn Tufail

Unsere Tochter, die Nahoststudien betreibt, hat mir ein Buch von Ibn Tufail geschenkt, dem islamischen Theologen aus dem 12. Jahrhundert. Wie die christlichen Theologen stand er vor der Frage, wie die neu bekannt gewordene aristotelische Philosophie mit der Glaubenslehre in Übereinstimmung gebracht werden kann. Er verteidigte die Philosophie gegenüber den Angriffen der Glaubens- und Rechts-Gelehrten. […]

Das Wort, mit dem Gott die Welt ins Leben rief

Die reformatorische Auffassung von der Bibel, vom biblischen «Wort» und seiner Verkündigung, ist keine Literatur- oder Sprachtheorie, sondern ein mystisches Konzept. Es handelt von „allem“ und wie der Mensch darin situiert ist.

Eine Mystik des Wortes

Zum Reformationstag am 31. Oktober Die Reformation ist eine Epoche in der Geschichte, die auch nach 500 Jahre nichts von ihrer Wirkung eingebüsst hat. Das kann uns wieder bewusst werden, wenn wir sehen, wie andere Kulturen mit ihrer heiligen Schrift umgehen.

Wie die Religion seltsam wurde

Nicht nur der einzelne wird für seine Kollegen «seltsam», wenn er sich als Glaubender outet. Die ganze Kirche ist für ihre Umwelt seltsam geworden, als die Philosophie die Religion als Denkmöglichkeit verabschiedete.

Glaube und Kultur

Glaube lebt nicht nur im Kopf. Er singt, betet, er gestaltet den Tag. Er bestimmt den Alltag im Tages- und Wochenablauf. Der gelebte Glaube stiftet wie alles Leben eine Kultur. Das Leben ist wie ein Fluss; dieser schafft sich selber ein Flussbett, in dem er fliesst. Manchmal ändert der Fluss seinen Lauf, er muss aus […]

Anvertrauen

Junge Menschen schrecken vor einem Friedhof zurück. Älteren kann es zu einem Bedürfnis werden, immer wieder dort einzukehren. Hier ist das, was weh macht. Hier findet sich Ruhe und Versöhnung. Hier kann man anvertrauen und übergeben.