Einträge von petwin

Warum sollte ich mich fürchten zur bösen Zeit?

Eine Stimme im Dunkeln. Ich höre einen Psalm, überfliege vor Tagesanbruch die Nachrichten: Krieg, Teuerung, drei Lecks an der Pipeline, Sabotage auf dem Meeresgrund. Eine Nachricht erschlägt die andere. Draussen regnet es. Der «Starkregen» ist ausgeblieben, vor dem sie warnten.

Der Marsch auf Rom

Diesen Oktober jährt sich zum 100. Mal der «Marsch auf Rom», die Machtübernahme der Faschisten in Italien. Auch die Bibel kennt einen Marsch auf eine Hauptstadt zu, auch sie kennt eine Machübernahme, aber sie erzählt sie anders.

Sein und Schein

Im Zug habe ich „Ivanhoe“ gelesen von Walter Scott. Es ist Abenteuer-Lektüre für Jungen – und sehr klug. Es liest sich auf weite Strecken wie eine Variante der Odyssee. Die Helden sind im Ausland, auf einem Kreuzzug, und zuhause breiten sich Profiteure aus, sie reissen das Erbe an sich.

Freundlicher Morgen

Es ist wie der Beginn einer neuen Zeit! Die Sonne scheint freundlich, nicht drückend. Endlich ist der lang ersehnte Regen gefallen und hat richtig abgekühlt. Als ob alles neu geworden wäre. Nachts kann ich wieder schlafen, und ich sinke tief hinunter bis zu jenem Brunnen, aus dem das Leben sich erneuert.

Beten

Beten, zumal öffentliches Beten, scheint seine Zeit hinter sich zu haben. Der Bettag, den die Kirchen im Herbst feiern, geht zurück auf eine Anordnung des Obrigkeits-Staates. In einer Krise sollte Gott um Beistand gebeten werden. Vielleicht hat das Beten aber auch eine Zeit vor sich? Es muss nicht nur ein angstvolles um-Hilfe-Rufen sein.

Redlichkeit

Zwei Tage waren wir im Elsass. Das Land hat eine Geschichte zwischen den Grossmächten. Manchmal hat die Herrschaft in kürzester Zeit gewechselt. Das konnte man gar nicht verinnerlichen, man musste einen Weg «dazwischen» suchen.

Das Ende der Zurückhaltung

Gestern Morgen um 06.00h begann der Herbst mit einem lauten Knall. Ein Blitz hat bei uns eingeschlagen, so nah, wie ich es noch nie erlebte. Danach Regen, dazu ein Temperatursturz. Jetzt welken die Blätter. Da und dort sieht man noch Kastanien am Boden. Die meisten Kastanienbäume sind im Zuge der Überbauung der letzten Landreserven gefällt […]

Abschied

Man spürt immer, wenn es nicht stattfindet, wie hilfreiche eine Beerdigung ist. So war es fast etwas gespenstisch in der Wohnung. Alles war noch wie früher, nichts verrückt, ihre Utensilien lagen da, die Bücher… Man glaubte, sie sei einfach nur schnell ins andere Zimmer gegangen und wusste zugleich, dass sie nie mehr zurück kommen würde.

Arbeit im Innersten

Er erkennt: er trägt seinen bittersten Feind in sich selbst. Dort ist der Kampf noch nicht zu Ende. Und er begreift: Er muss hinabsteigen in sein tiefstes Inneres, wo er jene peinvollen Erinnerungen versteckt hält. Wenn er dort nicht zum Frieden kommt, bleibt er für immer gebunden an seine Geschichte. Sie hat sich ihm eingebrannt, […]

Als die Hitze kam

Gilt das nicht mehr, dass wir von Gott gehalten sind, dass er uns einen guten Weg führt? Zeigt die Wirklichkeit hier ein abgründiges Gesicht? Wird der Boden plötzlich löchrig und abschüssig, auf dem wir bisher standen? Müssen wir schwarzsehen für den Weg der Menschheit? Müssen wir Angst haben für unsere Kinder und Ihre Zukunft?